| Vorschau HL: Pro und Contra spaltet Bayern Alzenau |
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| Donnerstag, 19. März 2009 | |
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Auf dem sportlichen Sektor läuft bei Bayern
Alzenau vieles auf einen Regionalligaaufstieg hinaus. Zwar sind die
Unterfranken momentan „nur“ Tabellendritter, doch wegen dem
freiwilligen Verzicht von Viktoria Urberach und SC Waldgirmes hält man
die besten Karten für eine Versetzung in die Viertklassigkeit in der
Hand.
Führungsetage uneinig über die Regionalliga
Durch den 3:1-Erfolg im Baunataler Parkstadion hat
die Mannschaft vom „Rothen Strauch“ den schärfsten Rivalen um sieben
Punkte abgehängt und kann am Samstag beim nächsten Schlagerspiel mit
einem Heimsieg gegen Rot-Weiß Frankfurt den dritten verbliebenen
Bewerber entscheidend zurückwerfen. Dreizehn Zähler Rückstand hätten
die Kicker vom Brentanobad im Falle einer Niederlage. Das wäre nach
menschlichem Ermessen auf dem grünen Rasen in den restlichen
Saisonspielen nicht mehr aufzuholen. Also rosige Zukunftsaussichten in
Alzenau? Mitnichten, denn in der Führungsetage gibt es unterschiedliche
Auffassungen über die künftige Klassenzugehörigkeit. Vorstandssprecher
Roland Kilchenstein sprach vor 14 Tagen auf einer Pressekonferenz ohne
Absprache mit seinen Kollegen von einer klaren Absage an die
Regionalliga wegen des nicht zu stemmenden Etats. Dieser überraschende
Alleingang stieß der sportlichen Leitung um Harald Bossert und Alois
Sambeth sauer auf und spaltete das Präsidium in zwei Lager.
Alzenaus Zukunft wird wohl am nächsten Dienstag entschieden Am Wochenanfang wurden die „technisch-organisatorischen“ Papiere beim DFB eingereicht. Teil Zwei des Anforderungsprofils für eine Regionalligaberechtigung ist der Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Dieses Kriterium, für das die Unterlagen bis spätestens 1. April eingereicht werden müssen, teilt die Führungsebene in eine Pro und Contra – Fraktion. Trainer Klaus Reusing hat es in Baunatal geschafft, die Uneinigkeiten von der Mannschaft fernzuhalten und will mit einem Heimerfolg gegen Frankfurt die nächste Klausur für den Aufstieg ablegen. Auch Kapitän Benny Gödecke wiegelt die Unruhe im Umfeld hinunter : „Wir haben für das Sportliche zu sorgen, der Vorstand und dessen Mitarbeiter sind für den Rest zuständig“. Am Dienstagabend wurde in einer Vorstandssitzung beschlossen, dass eine außerordentliche Mitgliederversammlung über das Regionalligaabenteuer entscheidet. Termin ist der kommende Dienstag (24. März) um 19Uhr 30 im FVB-Clubheim am Prischoß. So oder so steht der intern zerrissene Verein am Scheideweg. Falls die Mitglieder dem Anliegen von Roland Kilchenstein widersprechen und die Regionalliga befürworten, dürfte es einige Änderungen in der Vorstandsriege geben. Baunatal und Frankfurt in Lauerstellung – Tabellenplatz Vier gewinnt an Wertigkeit Auf jeden Fall ist es schade, dass der Fight auf dem grünen Rasen immer mehr in den Hintergrund gerät. Wie schon in der letzten Saison bestimmen anstehende Etats und Auflagen den Endspurt der Meisterschaft. Falls Alzenau einen Rückzieher macht, kommen nur noch der KSV Baunatal (4.) oder Rot-Weiß Frankfurt (5.) ins Gespräch. Da der Verband bei freiwilligen Verzichten nur bis einschließlich Tabellenrang Vier die Möglichkeit zum Aufstieg einräumt (ansonsten würde wahrscheinlich ein Bayernligist aufrücken), wären die fünftplatzierten Roten derzeit sowieso außen vor. Vereinsboss Gaetano Patella will bis 29. März, also die nächsten beiden Spiele, abwarten. Dann wird man sehen, ob eine realistische Chance auf das Erreichen der vierten Position besteht. Außerhalb des Spielfeldes scheint alles im grünen Bereich. "Wir haben in den letzten sieben Jahren eine grundsolide Wirtschaftsstruktur verfolgt, die auch in der Regionalliga greifen würde. Wir sehen uns als Talentschmiede und wollen den Jungs die Chance geben, sich höherklassig anzubieten", erklärt Patella. Der Klubchef war bereits bei Eintracht Frankfurt für die Lizenzierungen mit zuständig, kennt sich daher bestens aus. Die Ergebnisse auf dem Spielfeld nach der Winterpause rechtfertigen momentan nicht die eventuellen Ansprüche. Sowohl Frankfurt als auch Baunatal (Vorsitzende Ursula Harms: „Wir wollen aufsteigen, unsere Hausaufgaben haben wir erledigt, alle Unterlagen werden eingereicht") sind in diesem Jahr nach drei ausgetragenen Begegnungen noch sieglos. Die Roten treten jetzt wie erwähnt in Alzenau an, während Baunatal zum FSV Fernwald reist. Urberach und Waldgirmes wollen als „Entschädigung“ den Titel Von den Problemen, die ein Aufstieg nach sich ziehen würde, haben sich Viktoria Urberach und der SC Waldgirmes bekanntlich längst verabschiedet und konzentrieren sich ganz auf den möglichen Gewinn des Hessenligatitels, der sowohl in Rödermark als auch in den Lahnauen der größte Erfolg der Vereinsgeschichte bedeuten würde. Die Viktoria ist nach dem knappen Derbyerfolg am Wochenende spielfrei und muss wahrscheinlich die Pole an Waldgirmes abgeben, das als haushoher Favorit nach Lohfelden reist und durch einen Sieg in Nordhessen die Tabellenführung übernehmen könnte. Bei einem SCW – Patzer stände Alzenau – ein Heimsieg gegen Frankfurt vorausgesetzt – zur Inthronisation bereit. Die Franken haben schon am nächsten Mittwoch (25.03., Nachholspiel bei Kickers Offenbach) die nächste Chance, weiteren Boden gutzumachen. Wiederum drei Abstiegskracher – Beide Rödermarker Klubs spielfrei Der Abstiegskampf wird auf jeden Fall ohne wirtschaftliche Einflüsse auf dem Parkett entschieden. Immer noch macht sich weit über die Hälfte aller Klubs Sorgen um die Versetzung. Nur Lohfelden ist so gut wie weg vom Fenster. Woche für Woche verändern sich aufgrund der dramatischen Enge des Klassements die Hoffnungen und Ängste der bedrohten Klubs. Deshalb ist jedes direkte Duell ein kleines Finale. Auch der kommende Spieltag bietet wieder drei solcher Endspiele. Besonders hoch dürfte es im Taunus-Derby zwischen der TSG Wörsdorf und dem RSV Würges hergehen. Beide Klubs trennen nur vier Zähler. Borussia Fulda und Hessen Kassel beklagen die gemeinsame Besetzung eines Abstiegsplatzes. Am Samstag prallen die punktgleichen Rivalen in der Johannisau aufeinander. Buchonia Flieden darf in Klein-Karben auf keinen Fall verlieren, sonst verliert der Ranglistenvorletzte die sicheren Gefilden endgültig aus den Augen. Der vierte Kellerkrimi Germania Ober-Roden gegen Kickers Offenbach ist auf den 19. April verlegt. Nicht ganz so groß lastet der Druck auf den Mannschaften in den Vergleichen zwischen Stadtallendorf (bei der Eintracht darf Fabio Eidelwein nach abgesessener Rotsperre wieder auflaufen) und Hünfeld sowie Vellmar und Eschborn. Die vier Klubs präsentieren sich derzeit Schulter an Schulter auf einstelligen Tabellenplätzen (6 – 9). Doch jede Niederlage kann das schmale Guthaben in Windeseile schwinden lassen. |




