Vorschau HL: Freie Fahrt für Bayern Alzenau PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 26. März 2009
Ein 102:32 wird vielleicht als wichtigstes „Ergebnis“ in die Chronik von Bayern Alzenau eingehen. Mit diesem eindeutigem Votum (bei zehn Enthaltungen) entschieden die Mitglieder am Dienstag auf der außerordentlichen Generalversammlung, dass der Verein aus dem westlichen Spessart den größten Quantensprung seiner Historie in die Regionalliga wagen will.


Beschlossene Regionalligabewerbung ändert die Führungsetage

Die Gruppe der Regionalligaskeptiker um Vorstandssprecher Roland Kilchenstein hatte mit ihren wirtschaftlichen Bedenken gegen die sportlichen Aussichten der Viertklassigkeit keine Chance. Wie angekündigt, trat Kilchenstein nach der Entscheidung zusammen mit Marketingleiter Uli Hartmann und Geschäftsführer Ralf Meier sofort zurück. Nach den direkt folgenden Neuwahlen übernahm Thorsten Gallus den Job des Vorstandssprechers. Harald Bossert, der als Sportlicher Leiter gemeinsam mit seinem Stellvertreter Alois Sambeth die Pro-Regionalliga-Fraktion anführte, freute sich natürlich über das Resultat und will bis zum Stichtag 1. April die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit für die Regionalligabewerbung einreichen. Auch die Stadt Alzenau ist jetzt gefordert, um das Stadion am Prischoss entsprechend den Anforderungen umzubauen. Laut Bossert wird der Etat für den Mannschaftskader dem jetzigen Hessenliganiveau entsprechen. Spieler und Trainer haben ihre Bereitschaft signalisiert, in dieser Richtung voll mitzuziehen.

Sportlich ist Alzenau fast durch – Auch Baunatal resigniert und gibt auf

Ein großer und ein kleiner Stolperstein stehen den Franken vor dem Start in das fußballerische Neuland noch im Wege. Die schwierige Hürde ist sicherlich das DBF – Zulassungsverfahren, das Ende April / Anfang Mai die abgegebenen Unterlagen als tauglich einstufen und damit die Lizenz erteilen muss. Dagegen scheint die sportliche Qualifikation nur noch eine Formsache. Da der momentane Hessenligatabellendritte vom freiwilligen Verzicht der beiden führenden Klubs SC Waldgirmes und Viktoria Urberach profitiert und auch der Viertplatzierte KSV Baunatal am Wochenanfang abgedankt hat (Vereinschefin Ursula Harms: „Die erforderlichen Geldgeber konnten nicht gefunden werden. Daher wird die Fußballabteilung von der wirtschaftlichen Bewerbung aus finanziellen Gründen absehen, zumal es ja auch sportlich nicht besonders gut läuft.“), dürfte dieses Ziel bei einem Vorsprung von zehn Punkten auf den einzig verbliebenen Mitbewerber Rot-Weiß Frankfurt keine Probleme darstellen. Der Wettergott verhinderte gestern einen weiteren Ausbau des Guthabens und ließ keine Austragung des Nachholspiels bei Kickers Offenbach II zu. Aber am Samstag soll das Punktekonto wieder aufgestockt werden, wenn der OSC Vellmar am „Rothen Strauch“ gastiert.

RW Frankfurt als letzter Konkurrent Alzenaus – Spitzenduo hat Heimrecht

Nach dem Alzenauer Beschluss bleibt Rot-Weiß Frankfurt nur ein dünner Strohhalm als Hoffnung. Fußballerisch werden die Bayern kaum noch einbrechen und das Polster verspielen. Also muss der DFB bei den Lizenzierungen entscheiden. Aber erst einmal haben die Roten ganz andere Sorgen. Für eine sportliche Qualifikation ist mindestens der vierte Tabellenplatz im Endklassement erforderlich, und danach sieht es nach den bislang absolvierten Begegnungen seit Ende der Winterpause nicht aus. Frankfurt wartet weiter auf den ersten Sieg und belegt nur den sechsten Platz. Und jetzt kommt mit dem FSV Fernwald eine aufstrebende Mannschaft ans Brentanobad, die gerade durch ein 5:0 gegen Baunatal geglänzt hat. Währenddessen duelliert sich der KSV Baunatal im Spiel Eins nach der erneuten Demission (auch im vergangenen Jahr kapitulierten die Nordhessen vorzeitig) zum Krisenspiel der Traditionsteams mit den stark abstiegsbedrohten Borussen aus Fulda im Parkstadion.

Zwischen Meisterschafts- und Aufstiegskampf besteht ja anlässlich der bekannten Tatsachen ein gewaltiger Unterschied. Spitzenreiter SC Waldgirmes (zu Hause gegen den in diesem Jahr noch ungeschlagenen Neuling Eintracht Stadtallendorf) und der nur einen Punkt dahinter positionierte Ranglistenzweite Viktoria Urberach (erwartet die TSG Wörsdorf) kämpfen um das „Trostpflaster“ des Hessenligatitels.

Wegweisende Spiele für Ober-Roden und Flieden –
Würges vor dem 5. Sieg in Folge?

Während es im Aufsteigervergleich zwischen Hünfeld (7.) und Eschborn (5.) „nur“ um die Bestätigung der klasse Saison geht, wartet Germania Ober-Roden im Abstiegskampf mit Sorgenfalten auf die Wochen der Wahrheit. Am vergangenen Spieltag waren die mit zwei knappen Niederlagen gestarteten Rödermarker spielfrei und mussten hilflos registrieren, wie die Konkurrenz punktete und sie erstmals in dieser Saison auf einen Abstiegsplatz verwies. Jetzt heißt es die Nerven zu bewahren und gegen die direkten Rivalen Zähne zeigen. Dazu haben sie am Samstagmorgen in Kassel (Anstoß bereits 11Uhr30) und beim Nachholspiel am Mittwoch bei Buchonia Flieden die Möglichkeit. Wenn allerdings die beiden Wegweiser verloren gehen, droht die Rückverbannung in die Verbandsliga. Dem Tabellenvorletzten Buchonia Flieden bietet sich natürlich auch in zwei Begegnungen die große Chance, mit einem Sixpack den erklecklichen Rückstand zum Nichtabstiegsplatz drastisch zu verkürzen. Vor dem Duell gegen die Germanen erwarten die Osthessen am Samstag zum absoluten Kellerduell das fast schon verabschiedete Schlusslicht aus Lohfelden. Mannschaft der Stunde im Fight um den Ligaerhalt ist zweifellos das Team aus Würges. Wie schnell man das Abstiegsgespenst abschütteln kann, hat der RSV eindrucksvoll bewiesen. Die Bad Camberger feierten beim Derby in Wörsdorf den vierten Sieg am Stück und stehen erstmals seit dem Premierenspieltag Ende Juli 2008 über dem Strich. Schon am Freitagabend kann die Elf von Thorsten Wörsdörfer am heimischen „Goldenen Grund“ durch einen Sieg gegen Klein-Karben das Erfolgsquintett vervollständigen.

 

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