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1. Bundesliga

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2:1 in Hannover – Black Jack auf dem Konto dank perfektem Rückrundenauftakt

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Der SV Darmstadt 98 ist am Samstagnachmittag optimal in die zweite Bundesligahalbserie gestartet. Zwar verbuchten die Lilien nach einem 2:1-Triumph im „Sechspunktespiel“ beim direkten Widersacher Hannover 96 „nur“ drei Big Points, aber die genügten, um den Vorsprung auf die direkte Abstiegszone auszubauen und die stolze Momentaufnahmenbilanz  auf 21 Zähler zu stellen . Für den „Black Jack“ in der HDI-Arena sorgte ein Doppelpack von Sandro Wagner.

Hannover 96 – SV Darmstadt 98  1:2

Aufstellungen:

96: Zieler, Sakai, Marcelo, Schulz (90. Sobiech), Sorg, Hoffmann, Sané, Prib, Schmiedebach (72. Saint-Maximin), Hugo Almeida, Szalai

SVD: Mathenia, Garics, Sulu, Rajkovic, Caldirola, Gondorf, Niemeyer, Heller, Rausch (76. Kempe), Rosenthal (90. Junior Diaz), Wagner (88. Stroh-Engel)

Tore: 1:0 Hugo Almeida 10. 1:1, 1:2 Wagner 31., 47.

Zuschauer: 38000

Wie es sich schon in den Vorbereitungsspielen angedeutet hatte, schickte Coach Dirk Schuster nahe des Maschsee seine in der kurzen Winterpause leicht umgebaute Defensivkette ins Rennen. Luca Caldirola, in der Vorrunde noch „Manndecker“, wanderte von innen nach außen auf die linke Abwehrseite. Die dadurch frei gewordene Arbeitsstelle neben Captain Sulu bekleidete Slobodan Rajkovic (Startelfdebüt des ehemaligen HSVlers nach drei Kurzeinsätzen). Ansonsten lief die „gewohnte“ Anfangsformation auf. Ergo konnte auch Stoßstürmer Sandro Wagner trotz Trainingsrückstand mitwirken.  Im Mittelfeld erhielt der Ex-Hannoveraner Konstantin Rausch (trug von 2005 bis 2013 das 96er-Trikot) mal wieder den Vorzug gegenüber Tobias Kempe. Einige Änderungen im Vergleich zur ersten Halbserie gab es bei den stark abstiegsgefährdeten Hausherren. Neben dem neuen Trainer Thomas Schaaf feierte das „prominente“ Neuzugangssturmduo Hugo Almeida / Adam Szalai seine Bundesligapremiere für die Niedersachsen.  

In der Eröffnungsphase hatte der SV98 seine liebe Müh und Not mit den frisch importierten Offensivkräften des Platzhirschen. Hugo Almeida und Adam Szalai übten je einmal, ehe eine unfreiwillige Co-Produktion der beiden das 1:0 bewerkstelligte. Der Ungar wollte eigentlich abschließen, aber der unkontrollierte Ball flog vor die Füße des Portugiesen und dieser schweißte die Kugel ein. Die Lilien benötigten ein paar Minuten, um sich vom frühen Schock zu erholen. Erst langsam konnten sie den Elan der „Roten“ abebben und suchten ihr Heil selbst im Vorwärtsgang.

Schiedsrichter Aytekin, ansonsten souverän, übersah einen nicht gestatteten Textiltest von Szalai am Dress von Sulu im Sechzehner, weshalb die Pfeife stumm blieb. Doch die Lilien bissen sich jetzt immer besser in die Begegnung hinein und nach einer guten halben Stunde verzückten sie erstmals ihren mitgereisten Anhang. Marcel Heller setzte sich am rechten Flügel durch. Seine butterweiche Flanke leitete Jan Rosenthal per Kopf auf Sandro Wagner weiter, der nach kurzer Ballannahme Nationalkeeper Zieler aus kurzer Entfernung keine Parademöglichkeit gestattete. Den zweiten blau-weißen Treffer verpasste Peter Niemeyer lediglich um Haaresbreite praktisch mit dem Pausengong. Zielers Faustabwehr forderte den Darmstädter Mittelfeldakteur zu einem Heber auf. Es war einfach nur Pech, dass die Pille nur das Aluminium küsste.

So wie die erste Hälfte endete, so begann auch der zweite Durchgang: Mit entschlossenen 98ern, die auf die zweite Bude drängten. Und die fiel schneller wie erhofft. Ein überragender Spielzug über mehrere Stationen mündete in einer Flanke von Rausch auf Rosenthal, dessen Flugkopfball an den Pfosten klatschte und Wagner zum Abstauber einlud. Damit hatten die südhessischen Standardspezialisten zum zweiten Mal auf eindrucksvolle Art und Weise bewiesen, dass sie auch durch gelungene Stafetten aus dem Match heraus Tore erzielen können.

Die Vorentscheidung ließ kurz darauf Rosenthal liegen, als er nach einem überlegten Zuspiel von Wagner in Zieler seinen Meister fand. Wer nun glaubte, dass Hannover dem SV98 noch den Sieg rauben könnte, wurde eines Besseren belehrt. Schusters erstmals im Oberhaus getestete „neue“ Defensivriege mit dem überzeugenden Rajkovic hatte (fast) alles im Griff. Und wenn doch einmal etwas durchflutschte, war Mathenia aufmerksam auf dem Posten. Heller vergab bei einem Konter kurz vor ultimo sogar noch eine weitere Großchance, ehe unter den lautstarken Triumphgesängen der Fangemeinde der eminent wichtige „Dreier“ protokolliert wurde.

Der Sportverein kann also einen Traumstart in die Rückrunde verzeichnen. Hannover trägt nun die rote Laterne und ist erstmal auf sieben Punkte distanziert. Dazu lesen sich die 21 Zähler aus achtzehn Partien beruhigend und so „nebenbei“ kletterte man noch auf einen sensationellen dritten Rang im Auswärtsklassement. Aber es ist natürlich auch fortan klar, dass den Lilien noch ein dornenreicher Weg bis zum erhofften Happyend bevorsteht. Die nächste Hürde kommt am nächsten Samstag aus dem Herzen des Ruhrpotts zum blau-weißen Knaller ans restlos ausverkaufte Bölle und trägt den ruhmreichen Namen FC Schalke 04…    

Letzte Änderung amSamstag, 23 Januar 2016 18:40
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