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1. Bundesliga

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2:2 in Bremen - Big Points verpasst, Minimalziel erreicht

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Schade: Inklusive der extrem langen Nachspielzeit fehlten dem SV Darmstadt 98 am Samstagnachmittag im Bremer Weserstadion sechs Minuten für den Sieg. Am Ende trennten sich die Lilien vom direkten Klassenerhaltsrivalen SV Werder 2:2 und wahrten dadurch das Vierpunkteguthaben zur Abstiegszone.

Werder Bremen – SV Darmstadt 98  2:2

Aufstellungen

SVW: Wiedwald, Gebre Selassie, Vestergaard, Djilobodji, S. Garcia, Yatabare (58. Kleinheisler), Bartels, Grillitsch, Junuzovic, Ujah, Pizarro

SVD: Mathenia, Jungwirth, Sulu, Rajkovic, Caldirola, Niemeyer, Gondorf, Rausch (46. Kempe), Heller (90. Platte), Rosenthal (90. Stroh-Engel), Wagner

Tore: 1:0 Ujah 33. 1:1 Wagner 44. FE 1:2 Sulu 82. 2:2 Pizarro 89.

Zuschauer: 40000

In der Heimat der Stadtmusikanten konnte Dirk Schuster beim bereits dritten „Sechspunktespiel“ der Bundesligarückrunde bis auf den verletzten Györgi Garics aus den Vollen schöpfen. Wie erwartet, kehren Aytac Sulu, Peter Niemeyer, Marcel Heller, Jerome Gondorf und Kocka Rausch nach ihren in München abgesessenen Gelbsperren allesamt in die Startformation zurück. Außerdem rückte Jan Rosenthal wieder in die Anfangself, so dass es im Vergleich zum Match in München gleich sechs personelle Veränderungen gab.

Die Zuschauer bekam einen typischen Leidenschaftsfight um den Ligaverbleib geboten. Kampf um jeden Zentimeter Boden war angesagt. In der ersten Halbzeit präsentierte sich allerdings der SV98 als das konstruktivere Team mit einem deutlichen Plus an Torchancen. Sandro Wagner (13., Schuss über den Kasten), Rausch (seinen Abschluss mit dem schwächeren rechten Fuß lenkte Keeper Wiedwald zur Ecke ab) und Gondorf (25., knapp am Winkel vorbei) verpassten drei gute Chancen zur Führung. Das rächte sich in Matchminute 33, als mehrere individuelle Fehler im Defensivverhalten Bremens Mittelstürmer Anthony Ujah gestatteten, aus der Drehung das 1:0 zu erzielen. Psychologisch enorm wichtig schlugen die Lilien unmittelbar vor dem Pausenpfiff zurück. Wiedwald holte Wagner von den Beinen (der Schlussmann war mit gelb gut bedient) und Wagner widerlegte die alte Floskel, dass der Gefoulte nicht selbst vom Punkt antreten soll. Voller Selbstvertrauen schaute er den Goalie aus und schob lässig zum 1:1 ein.

Nach dem Seitenwechsel drehten sich dann die Kräfteverhältnisse zu Gunsten der Hausherren. Bei zwei, drei brenzligen Situationen im Sechzehner roch es nach einem blau-weißen Rückstand. Der SV98 versäumte während dieser Periode, für mehr Entlastung zu sorgen. Vieles deutete vor allem in der Schlussphase eher auf ein 2:1 pro Bremen hin, ehe die Standardqualität des Aufsteigers gnadenlos zuschlug. Einen Freistoß des eingewechselten Tobi Kempe köpfte mal wieder Captain Aytac Sulu in Uwe Seeler – Manier über den verdutzten Wiedwald in die Maschen (fast eine Kopie des Siegtreffers kurz vor Weihnachten in Frankfurt). Doch der „Sechspunkte-Sieghattrick“ gelang nicht, weil „Oldie“ Pizarro sechzig Sekunden vor dem regulären Ende den Ball nach einer Ecke zum Endstand einschädelte. Ärgerlich nicht nur aufgrund des vermeidbaren Einschlags, sondern auch deswegen, weil es die Ecke eigentlich nicht hätte geben dürfen. In der vorausgehenden Aktion rettete Mathenia gegen den knapp im Abseits stehenden Pizarro, aber der Pfiff blieb aus und das Unheil von der Fahne nahm seinen Lauf.

Insgesamt ist das Remis als gerechtfertigt einzuordnen, auch wenn aufgrund der Egalisierung ein fader Beigeschmack auf den Lippen klebt. Der SV98 verteidigte dadurch seinen Vorsprung von vier Punkten zum ominösen Strich und hat jetzt 25 Zähler auf dem Konto. Schon am Mittwochabend steht die nächste Aufgabe auf dem Fahrplan, wenn der südhessische Underdog zum zweiten Part der englischen Woche den westfälischen Favoriten vom Borsigplatz empfängt (Anstoß 20Uhr).

Letzte Änderung amSamstag, 27 Februar 2016 20:57
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