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1. Bundesliga

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2:2 gegen Augsburg - „Konzessionsentscheidung“ kostet zwei wichtige Punkte

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Aufgrund eines umstrittenen Elfmeterpfiffs in der Schlussminute musste sich der SV Darmstadt am Samstagnachmittag mit einem 2:2 gegen den direkten Klassenerhaltskonkurrenten FC Augsburg begnügen und büßte zwei schon sicher geglaubte Punkte ein, denen man in der Endabrechnung vielleicht noch einmal bitterlich nachtrauern wird.

SV Darmstadt 98 – FC Augsburg  2:2

Aufstellungen:

SVD: Mathenia, Jungwirth, Sulu, Rajkovic, Caldirola, Niemeyer (71. Sirigu), Gondorf, Vrancic (81. Gorka), Heller, Kempe (88. Holland), Wagner

FCA: Hitz, Feulner, Hong, Klavan (87. Altintop), Stafilydis (54. Max), Kohr (54. Ajeti), Baier, Esswein, Koo, Caiubi, Finnbogason

Tore:

1:0 Vrancic 12. 2:0 Wagner 40. 2:1 Feulner 63. 2:2 Finnbogason 90. FE

Zuschauer:

16000

Apropos Trauer: Die Minuten vor dem Anpfiff standen natürlich im Zeichen der Anteilnahme für den am Dienstagabend nach langem Leiden verstorbenen Jonathan Heimes. Mit etlichen Plakaten (auch der Augsburger Anhang zeigte Fingerspitzengefühl und rollte ein  Transparent aus), Trauerflor und einer hochemotionalen Schweigeminute zollte jeder im Stadion mit Pipi im Auge den verdienten Respekt für Johnny.

Den Spielern des SV98 dürfte es nicht leicht gefallen sein, nach diesen bewegenden Momenten den Fokus auf das wichtige Bundesligakellerduell zu richten. Und in der Tat kamen die bayrischen Schwaben besser in die Partie. Just in der Phase, als durchaus ein Rückstand drohte, gelang der Befreiungsschlag zur raschen Umkehr der Kräfteverhältnisse. Florian Jungwirth umkurvte geschickt einen Gegenspieler und hielt einfach mal drauf. FCA-Keeper Hitz konnte den Ball nur vor die abstaubbereiten Füße von Mario Vrancic abstauben, der als einzige Änderung zum Mainz-Match für Kocka Rausch in die Startelf gerutscht war und seine erste Bundesligabude für die Lilien bejubeln durfte.

Das während dieser Periode nicht unbedingt in der Luft liegende Tor drehte die Begegnung. Auf einmal war der Sportverein Herr im eigenen Haus und beherrschte die Szenerie. Fünf Minuten vor dem Halbzeitgong wehrte Hitz einen Distanzversuch von Tobi Kempe zur Ecke ab. In freudiger Vorahnung des blau-weißen Standardrepertoires eilte Kempe flugs zur Fahne und servierte die Kugel maßgerechnet für „Kopfballungeheuer“ Sandro Wagner, der mit brachialer Urgewalt die Pille zum 2:0 einschädelte.

Die voreilige Freude zur Pause von einigen „unerfahrenen Neufans“ über den sich scheinbar anbahnenden zweiten Heimsieg wurde nach dem Seitenwechsel gedämpft. Augsburg übernahm nun das Kommando, ohne sich aber zunächst Chancen zu erarbeiten. Erst als beim Schuss von Feulner kein Blatt mehr zwischen dem Pfosten und dem Handschuh von Christian Mathenia passte und die Resultatsverkürzung auf der Anzeigetafel blinkte, nahm das Unheil seinen Lauf. Zunächst hatten die nun zu passiv operierenden Hausherren noch das Quäntchen Glück. Cajubi köpfte gegen den Pfosten und Mathenia entschärfte per Sensationsparade einen Hammer von Finnbogason. Als Caiuby dann kurz darauf ins Netz köpfte, schien der Ausgleich perfekt. Doch Schiedsrichter Dankert ließ Gnade vor Recht walten und hatte zuvor ein Foul von Klavan erkannt. Da konnte man noch aufatmen, denn neun von zehn Referees hätten diesen Einschlag wohl anerkannt.

Ob diese Entscheidung den Pfiff in der Schlussminute beeinflusste, ist natürlich Spekulation. Auf jeden Fall wehte ein deutlich riechender Konzessionsgeruch über dem Bölle, als Dankert nach einer minimalen Kontaktaufnahme des eingewechselten Sandro Sirigu auf den Punkt deutete. Gnadenlos verwandelte Finnbogason den höchst fragwürdigen Elfer. In der Nachspielzeit hatte Fabian Holland auch noch Pech, dass seine Volleyabnahme nur die Lattenoberkante küsste. 

Sicherlich ist das Ergebnis nach zwei grundverschiedenen Hälften letztendlich gerecht, doch wegen den beiden umstrittenen Szenen klebt ein fader Beigeschmack auf den Lippen. So beträgt der Vorsprung zur Abstiegszone „nur“ drei statt im Falle des erhofften „Heim(es)siegs" beruhigende fünf Zähler. So ist es halt, wenn ein „Sechspunktespiel“ unentschieden endet. Ärgerlich, dass wie vor wenigen Wochen in Bremen wichtiger Profit gegen einen Nebenbuhler kurz vor dem Abpfiff flöten ging. Immerhin ist der erste Kontozuwachs am Bölle in 2016 unter Dach und Fach. Der spannungsgeladene Fight um den Ligaverbleib geht am kommenden Samstag in der Volkswagenniederlassung des VfL Wolfsburg in die nächste Runde. „Du musst weiter kämpfen, SV98“ – ganz im Sinne von Johnny…

Letzte Änderung amSonntag, 13 März 2016 12:09
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