log in

Gruppenliga Darmstadt

A+ A A-

Die Gruppenliga legt endlich wieder los

Artikel bewerten
(0 Stimmen)

Analog zur Verbandsliga musste die Gruppenliga Darmstadt ihre Vereinskapazität nur um eine Stelle von siebzehn auf achtzehn erhöhen. Zum einheitlichen Anstoßtermin am Sonntag um 15Uhr30 geht das Darmstädter Fußballoberhaus kompakt mit neun Partien auf die erste von 34 Runden der Saisonstrecke 20/21. 

Das übersichtliche Teilnehmerquantum nach dem abrupt erteilten Duellverbot seit Anfang März verdankt die Gruppenliga zwei Aufsteigern Richtung Verbandsliga (SV Münster als Abbruchtabellenführer und SG Rüsselsheim als bestem „Quotienten-Vize“) sowie dem freiwilligen Ausstieg des VfL Michelstadt, der eine Stufe tiefer in der Kreisoberliga Dieburg/Odenwald eine vernünftigere Basis für die nahe Zukunft sah. Sportliche Absteiger gab es ja keine, wovon in erster Linie der zum Zeitpunkt der Stoppschildverankerung hoffnungslos abgeschlagene TSV Lengfeld Nutzen zog.

Neu in der altehrwürdigen Spielklasse sind drei alte Bekannte und ein absoluter Novize, denn der FV Mümling-Grumbach wurde zuvor noch nie so hoch gelistet. Die Mannschaft aus dem Höchster Stadtteil debütiert zunächst als Außenseiter und freut sich neben vielen Matchpremieren natürlich auf die Derbys gegen den auf diesem Kicklevel schon lange etablierten Lokalrivalen TSV. Beim SV Geinsheim erwartet den Newcomer eine große Ankunftsherausforderung, zumal der Hausherr seinen für ihn (noch) relativ unbekannten Gast als frischgebackener Gewinner des Groß-Gerauer Kreispokals empfängt (2:0 gegen HSC Mörfelden).

Von den drei Rückkehrern hat der FC Fürth die kürzeste Gruppenligaauszeit hinnehmen müssen (lediglich zwölf Monate). Nach der prompten Betriebsunfallreparatur beginnt das Ensemble aus dem Odenwald mit einem Heimspiel gegen die Heppenheimer Sportfreunde. Drei Jahre währte die Abstinenz des FC Arheilgen. 2018 drohte dem einstigen Hessenligisten sogar der Absturz in die A-Klasse (Rettung via Relegation).

Seitdem fährt der Klub aus dem Darmstädter Norden die extrem kontrovers diskutierten Route, Spieler aus aller Herren Länder an den Gehmer Weg zu lotsen (meist für ein halbes Jahr). Das bei der Konkurrenz sehr umstrittene Konzept bugsierte auf jeden Fall den Erfolg zurück nach Arheilgen. Die erneut fast völlig neu zusammen gestellte „internationale Auswahl“ stellt für die Gruppenliga zunächst eine kaum einschätzbare Wundertüte dar. Es kann aber durchaus damit gerechnet werden, dass der in der zurückliegenden KOL-Saison komplett ungeschlagene und am Sonntag beim TSV Höchst startende FCA auch einen Stock höher ein gewichtiges Wörtchen in den Spitzengruppenregionen mitredet.   

2013 schnürte eine Mannschaft des VfR Groß-Gerau letztmals die Gruppenligastiefel. Siebzehn lange Jahre fristete der frühere Hessenligist (1972-1979) ein „Nonstop-Schattendasein“ in der Kreisoberliga Darmstadt/GG, ehe nun mit Hilfe des höheren Abbruchpunktzahl gegenüber den Widersachern aus den beiden anderen KOL´s (Bergstraße & Dieburg/Odenwald) endlich die Renaissance glückte. Gleich zur Wiedereingliederung steht dem VfR eine Standortbestimmung ins eigene Haus, wenn Meisterschaftsmitfavorit VfR Fehlheim seine Visitenkarte abgibt.

Neben Fehlheim und dem FC Arheilgen trauen viele Insider der Gruppenligaszene am ehesten den letztjährigen Aufsteigern SG Langstadt/Babenhausen und FSG Riedrode ein Mitmischen in der Beförderungshatz zu. Die SG schlägt beim Prolog gegen den SKV Büttelborn auf, der nach einigen personellen Abgängen wohl „nur“ den Klassenerhalt im Visier hat, während die FSG in ihrem Wohnzimmer am Riedroder Bahnhof auf den FC Alsbach prallt. Nach den erreichten Abschlusssprossen Fünf und Sechs wollen die anreisenden Schützlinge von Übungsleiter Sebastian Heß auch im dritten Jahr nach dem Ende ihrer epochalen Verbandsligaära 2018 ähnlich zufriedenstellend abschneiden.

Parallel zum Bergsträßer Nachbarn FC Alsbach musste der FC Bensheim ebenfalls 2018 Adieu zur Verbandsliga sagen. Auch die seitherigen Endplatzierungen sind identisch (Fünf und Sechs). So gilt am Weiherhaus die gleiche Fortschrittsdevise wie am Hinkelstein: Peu á peu konsolidieren und den Blick vorsichtig nach vorne richten. Vor dem Abbruch blieb das Team von Spielertrainer Elton Da Costa sechzehn Begegnungen unbezwungen! An diese Serie möchte man ungeachtet der halbjährigen Unterbrechung selbstredend nahtlos anknüpfen und gegen den TSV Lengfeld den saisonalen Erstlingsdreier einfahren.

Der FCB sollte allerdings gewarnt sein. Das enttäuschende Leistungsbild der Otzberger bis zum Shutdown im März (u.a. ohne jeglichen Auswärtspunkt) war gestern. Heuer schickt der TSV wieder einen wettbewerbsfähigen Kader ins Rennen, was das jüngst kurz vor ultimo gegen Germania Ober-Roden unglücklich 2:3 verlorene Kreispokalfinale untermauert. 

Die beiden restlichen Paarungen führen Türk Gücü Rüsselsheim und Eintracht Bürstadt sowie Hassia Dieburg (am Wolfganghäuschen ist jetzt der zuvor für Viktoria Klein-Zimmern tätige Timo Röder für die coachenden Geschicke verantwortlich) und den SV Nauheim zusammen. Bleibt noch zu hoffen, dass sich alle neun Partien auf den sportlichen Wettstreit fokussieren können und „Corona-Rückschläge“ ausbleiben.

Alle Partien vom ersten Gruppenligaspieltag:

So 06.09. 15.30

FC 07 Bensheim – TSV Lengfeld, SG Langstadt/Babenhausen – SKV Büttelborn, FSG Riedrode – FC Alsbach, Türk Gücü Rüsselsheim – Eintracht Bürstadt, Hassia Dieburg – SV 07 Nauheim, VfR Groß-Gerau – VfR Fehlheim, FC Fürth – Sportfreunde Heppenheim, SV Geinsheim – FV Mümling-Grumbach, TSV Höchst – FCA Darmstadt

Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten