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Kreisliga B Darmstadt

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1:0-Triumph – Unter dem Bayer-Kreuz stimmt die Lilienchemie in Perfektion

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Vom 15. Mai 1982 (2:0 beim MSV Duisburg) bis zum 12. September 2015 sind es ein „paar Tage“. Solange dauerte es, bis die überglücklichen Fans des SV Darmstadt 98 einen Bundesligasieg bejubeln durften. Am Samstagnachmittag schnürten die Lilien das Sensationspaket. Bereits in der achten Minute köpfte Captain Aytac Sulu zum entscheidenden und historischen Tor den Ball beim Champions League – Aktivisten in die Maschen.

Bayer 04 Leverkusen – SV Darmstadt 98   0:1

Bayer: Leno, Hilbert, Tah, Papadopoulos, Wendell, Bender, Kramer (58. Martinez), Bellarabi, Calhanoglu (58. Kampl), Brandt (74. Mehmedi), Kießling

SVD: Mathenia, Garics, Sulu, Caldirola, Holland, Gondorf, Niemeyer, Heller, Rausch (75. Kempe), Rosenthal (84. Sailer),  Stroh-Engel (66. Wagner)

Tor: Sulu 8.

Zuschauer: 28700

Der wie immer als Außenseiter gehandelte Neuling lief in der BayArena mit einer personellen Veränderung auf. Trainer Dirk Schuster beförderte Jan Rosenthal für Marco „Toni“ Sailer in die Anfangself. Zum ziemlich genau exakten Matchzeitpunkt wie beim ersten Auswärtsauftritt vor drei Wochen auf Schalke schockte der Sportverein früh den gastgebenden Favoriten. Konstantin Rausch zwirbelte einen Freistoß gefühlvoll in die Gefahrenzone und Aytac Sulu verlängerte die Kugel unhaltbar per Kopf ins Netz (Premierenbude des Teamkapitäns im Fußballoberhaus). Dieser Blitzauftakt hemmte sichtlich den Werksklub, der keine Mittel fand, den 98er-Strafraum zu bedrohen. Symptomatisch, dass der ersten Leverkusener Schuss auf den Kasten von Christian Mathenia erst nach einer halben Stunde über die Bühne ging. Geschickt, leidenschaftlich und für einen Neuling erstaunlich abgebrüht verwalteten die Lilien ihr Guthaben bis zum Gang in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Bayer erwartungsgemäß den Druck. Mathenia wehrte einen Bellarabi-Drehschuss ab und der Standardversuch des Freistoßvirtuosen Hakan Calhanoglu aus bester Position landete glücklicherweise auf den Rängen. Die 98er-Entlastung wurde nun weniger, aber das rächte sich nicht, weil Mathenia, dem man die Bestnote attestieren durfte, die wenigen gefährlichen Chancen entschärfte. Angefeuert von ca. 2500 ungläubig und nervös auf die Uhr blickenden blau-weißen Fans spülte der SV98 das 1:0 clever über die Runden. Der erlösende Schlusspfiff nach vier Minuten Nachspielzeit verwandelte dann das bibbernde Daumendrücken in grenzenlose Euphorie.

Der erste Bundesligasieg nach 33 Jahren Wartezeit ist also unter Dach und Fach – und das bei einem Schwergewicht der Liga. Dafür gebührt jedem teilnehmenden Protagonisten ein Sonderlob. Und was noch besser ist: Der SV98 als vielleicht krassester Underdog der jüngeren Kickhistorie ist auch nach der vierten Begegnung immer noch unbezwungen. Aufgrund dieser Superlativen freut sich ganz Südhessen nun am kommenden Samstag auf das Topphighlight gegen den verlustpunktfreien Rekordchampion von der Isar. Fassen wir es einmal so zusammen: Es ist angerichtet am Bölle und der FC Bayern kann kommen…

Medien

Letzte Änderung amSamstag, 12 September 2015 18:45
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