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SV98 gibt im DFB-Pokal seine Premiere in der MDCC-Arena

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Nach dem von Dämpfern und Rückschlägen begleiteten Kiez-Ausflug nimmt der SV Darmstadt 98 wie jeder andere Profiklub eine Ligaauszeit und konzentriert sich auf die erste Runde im saisonalen DFB-Pokalwettbewerb. Hierfür müssen die Lilien erneut am Freitagabend auswärts ran: Beim Zweitligaaufsteiger und daher neuen Ligarivalen 1. FC Magdeburg (Anstoß 20Uhr45 in der MDCC-Arena).

Für die südhessischen Fans ist ein Duell mit dem Traditionsverein aus der sachsen-anhaltinischen Hauptstadt absolutes Neuland. Das liegt daran, dass der einzige DDR-Europapokalsieger nach der Wende nicht mehr an die Erfolge anknüpfen und sich für die Bundes- oder Zweite Liga qualifizieren konnte. Der FCM führte ein sportliches Schattendasein in der Dritt- und sogar Viertklassigkeit, ehe vor wenigen Monaten als Drittligameister endlich der Debütsprung in die Zweite Liga glückte. So kommt es dazu, dass sich die vorher noch nie gegenüberstehenden blau-weißen Klubs in dieser Saison gleich drei Mal duellieren: Jetzt im Pokal und im weiteren Rundenverlauf zwei Mal auf der Punktspielbühne.

Pflichtspiele zwischen beiden Vereinen gab es bis zum kommenden Freitagabend also noch nie. Wohl aber Vergangenheitsverbindungen von 98er-Trainern zum FCM. Das ist in erster Linie natürlich Dirk Schuster zu nennen, der am Anfang seiner aktiven Karriere (1988-1990) in den finalen Zügen der altehrwürdigen DDR-Oberliga das Magdeburger Trikot trug und danach erstmals in den „Westen“ zu Eintracht Braunschweig wechselte. An das verdiente Standing des aktuellen Lilien-Coach im Verein und im Umfeld kam einer seiner vielen Vorgänger, der dafür als Fußballer den „etwas“ berühmteren Namen trug, beileibe nicht heran.

Die Rede ist von Jürgen Sparwasser, der sich vom Sommer 1990 bis November 1991 mit bescheidenem Erfolg als Übungsleiter des Sportvereins versuchte. Der Glanz beschränkte sich eigentlich auf seine vorausgegangene Kickära in Magdeburger Diensten. Sparwasser kickte nie für einen anderen Verein und die großen DDR-Triumphe des 1965 gegründeten FCM sind eng mit ihm verknüpft: Dreimal Meister, siebenmal Pokalsieger und als i-Tüpfelchen der gleichsam historische wie sensationelle 2:0-Coup anno 1974 im Rotterdamer „De Kuip“ gegen den damals übermächtigen bzw. von Karl-Heinz Schnellinger und Trainer Trappatoni regierten AC Mailand. Wie bereits erwähnt war dieser Husarenstreich der einzige Europacupsieg einer Mannschaft aus dem Arbeiter- und Bauernstaat, was Sparwasser wohl wenige Wochen später anspornte, während der WM das Duo Sepp Maier/Berti Vogts zu düpieren und im Hamburger Volkspark das glorreichste Tor der DDR-Geschichte zu erzielen.

Zurück zur jetzigen Ouvertürenkonfrontation in der MDCC-Arena, die 2006 an Stelle es abgerissenen Ernst Grube – Stadions aus dem Boden gestampft und durch ein zeitweiliges Hüpfverbot der Supporter bekannt wurde. Der Ligaauftakt verlief für den Neuling durchwachsen. Einer 1:2-Heimpleite gegen St. Pauli folgte eine Nullnummer in Aue. Magdeburg wartet also noch auf sein erstes Erfolgserlebnis in der neuen Umgebung. Das tat auch Jahn Regensburg vor gut einem Jahr. In der Vorsaison mussten die Lilien ebenfalls während der ersten Pokalrunde bei einem bis dato sieglosen Aufsteiger in einem „unbekannten Stadion“ auflaufen und verloren sang- und klanglos 1:3. Oberste Priorität hat jetzt selbstredend, dass sich dieses Szenario nicht wiederholt und der SV98 im Vergleich zur zweiten Hälfte auf St. Pauli mit einer verbesserten Defensivarbeit den Weg in die lukrative zweite Pokalrunde findet… 

 

 

Letzte Änderung amDonnerstag, 16 August 2018 10:56
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