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Alte Dame in der zweiten Hälfte zu rüstig – Am Samstag Heimpremiere gegen Magdeburg

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Auf der Pokalebene ist für den SV Darmstadt 98 gegen Hertha BSC einfach kein Kraut gewachsen. Auch im vierten Vergleich in diesem Wettbewerb war der Hauptstadtklub am Dienstagabend Endstation. Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte zogen die Berliner in der zweiten Halbzeit die Zügel an und erzielten durch zwei Einwechselspieler die entscheidenden Tore am Bölle.

SV Darmstadt 98 – Hertha BSC Berlin  0:2

SVD: Heuer Fernandes, Rieder (83. Boyd), Franke, Sulu, Holland, Kempe, Medojevic (73. Wurtz), Gertner (68. Jones), Heller, Mehlem, Dursun

BSC: Kraft, Lazaro, Stark, Rekik, Plattenhardt, Darida, Maier, Kalou (90. Leckie), Duda, Dilrosun (83. Mittelstädt), Selke (64. Ibisevic)

Tore: 0:1 Ibisevic 64. 0:2 Mittelstädt 88.

Zuschauer: 15000

98-Coach tauschte vor dem Pokalhit seine Startelf auf zwei Positionen aus. Eine verletzungsbedingt und eine freiwillig: Für Mehlem (lädiertes Sprunggelenk) und Jones (Bank) rutschten Stark und Hertner in die Anfangsformation. Schusters Gegenüber Pal Dardai griff derweil weitaus tiefer in die Rotationskiste und nahm gleich fünf Veränderungen vor. Diese Maßnahme war wohl kaum dem verspäteten Anstoß geschuldet. Auf jeden Fall verzögerte sich der Kick-off, weil der Hertha-Bus während der Anreise zu lange im Stau fest steckte.

Zumindest in der ersten halben Stunde war kein Klassenunterschied festzustellen. Die Lilien hielten einsatzfreudig dagegen, agierten auf Augenhöhe und erarbeiteten sich teilweise sogar ein Übergewicht, ohne zu klaren Tormöglichkeiten zu kommen. Erst gegen Ende des ersten Durchgangs demonstrierten der Favorit zumindest ansatzweise, wer der Bundesligist ist und Keeper Daniel Heuer Fernandes durfte sich erstmals auszeichnen, indem er einen Schuss von Plattenhardt glänzend entschärfte.

Nach dem Wiederbeginn erhöhte die Hertha den Druck und drängte auf die Führung. Heuer Fernandes verhinderte mehrfach einen Rückstand, aber in der 64. Minute war auch er machtlos, obwohl er nach einem Abschluss von Duda wiederum glänzend parierte. Der Abpraller flutschte allerdings vor die Füße des Sekunden zuvor eingewechselten Routiniers Ibisevic, der mit seinem ersten Arbeitsnachweis den Ball mühelos in den Kasten abschickte.

Der SV98 musste jetzt natürlich seine Abwehrmühle mehr öffnen, fahndete gegen die Berliner Mauer jedoch meist vergebens nach einem Durchgang. Mit einer Ausnahme: Dursun hatte den Ausgleich auf dem Schlappen, als er frei vor dem Gehäuse wahrscheinlich zu überrascht von einer scharfen Jones-Hereingabe ein Luftloch schlug und die Kugel verfehlte. In der Schlussphase machte die Hertha in Person eines weiteren Jokers (Mittelstädt) den Sack zu. Trotz des Pokalknockouts wurden die 98er mit Beifall verabschiedet. Schließlich boten sie dem klassenhöheren Kontrahenten lange Paroli und durften erhobenen Hauptes das Grün des Bölle verlassen.

 

Gegen Magdeburg steht der zweite Ligasieg hintereinander auf dem Wunschzettel

Nach dem Pokalintermezzo muss der SV Darmstadt 98 den Schalter nun schnellstens wieder auf Ligaalltagmodus umknipsen, denn bereits am Samstagmittag rollt zum Kehraus der englischen Heimspielwoche der 1. FC Magdeburg erstmals in seiner Historie ans Bölle an (Anstoß 13Uhr).

Für beide blau-weiße Parteien ist es ein wichtiges Duell. Die Lilien wollen nach dem 2:0 gegen Fürth ihren zweiten Sieg in Serie einfahren und damit das Guthaben zur Gefahrenzone verteidigen respektive ausbauen, während der dort kauernde einstige bzw. einzige DDR-Europapokalgewinner sich aus dem Keller befreien will.

Die Magdeburger Debütwochen auf der Zweitligabühne (vor wenigen Monaten glückte als Drittligameister endlich die Beförderung) kann man nicht gerade als perfekt bezeichnen. Nach elf Partien stehen erst neun Zähler auf der Habenseite, wobei lediglich ein Sieg die Bilanz bereichert (1:0 in Sandhausen). Zu Hause in der schmucken MDCC-Arena warten die „Enkel“ des größten Vereinsidols Jürgen Sparwasser (unvergessen seine goldene Bude zum 1:0 während der WM 1974 im deutsch-deutschen Aufeinanderprall) immer noch auf den ersten „Dreier“. Auch in der ersten Pokalrunde gelang dies nicht, weil der SV98 bei seiner Premiere in der sachsen-anhaltinischen Hauptstadt durch einen verwandelten Elfer von Tobi Kempe früh in Führung ging, diesen Vorsprung danach mit etwas Glück und viel Souveränität über die Zeit schaukelte und sich dadurch das lukrative Heimspiel gegen die alte Dame Hertha verdiente.

In der Fremde trat der FCM auf der Zweitligajungfernfahrt bislang effektiver auf, was den Sportverein als Warnung dienen sollte. Falls die Mannschaft von Dirk Schuster ähnlich wie gegen das Kleeblatt die Räume eng macht, hinten nichts anbrennen lässt und vorne seine Chancen nutzt, ist gegen den in den Ostkultverein (in der DDR-Epoche dreimal Meister, siebenmal Pokalsieger und als i-Tüpfelchen der gleichsam historische wie sensationelle 2:0-Coup anno 1974 im Rotterdamer „De Kuip“ gegen den damals übermächtigen bzw. von Karl-Heinz Schnellinger und Trainer Trappatoni regierten AC Mailand)  die anvisierte Katapultierung von vierzehn auf siebzehn Punkte drin.  

Alle Partien vom 12. Zweitligaspieltag:

Fr 02.11. 18.30

Dynamo Dresden – SV Sandhausen, Spvgg Greuther Fürth – VfL Bochum

Sa 03.11. 13.00

SV Darmstadt 98 – 1. FC Magdeburg, Holstein Kiel – FC Ingolstadt, MSV Duisburg – SC Paderborn

So 04.11. 13.30

Arminia Bielefeld – FC St. Pauli, Jahn Regensburg – Union Berlin, 1. FC Heidenheim – Erzgebirge Aue

Mo 05.11. 20.30

Hamburger SV – 1. FC Köln

Letzte Änderung amMittwoch, 31 Oktober 2018 13:48
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