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2. Bundesliga

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Wetter mies, Spiel mies, Ergebnis mies

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Die Talfahrt des SV Darmstadt 98 nimmt beängstigende Dimensionen an. Am vierzehnten Zweitligaspieltag verloren die Lilien am Bölle völlig zu Recht 1:2 gegen den SV Sandhausen und müssen nach der achten sieglosen Partie in Serie mehr denn je den tabellarischen Blick nach unten richten.

SV Darmstadt 98 – SV Sandhausen  1:2

SVD: Mall, Bangaard, Sulu, Holland, Kamavuaka (40. Stark), Altintop, Sirigu (67. Sobiech), Von Haacke (40. Maclaren),  Großkreutz, Mehlem, Boyd 

SVS: Schuhen, Klingmann, Kister, Knipping, Paquarada (39. Karl), Linsmayer, Kulovits (56. Jansen), Daghfous, Steifer, Sukuta-Pasu, Höler (87. Derstroff)

Tore: 0:1, 0:2 Sukuta-Pasu 17., 71. 1:2 Banggaard 84.

Zuschauer: 14650

Sicherlich waren beim ersten Gegentor irreguläre Begleitumstände im Spiel. Aber das entschuldigt kaum den desolaten Auftritt des Sportvereins praktisch über die komplette Distanz. Es machte den Anschein, als hätte die Popgruppe „Erste Allgemeine Verunsicherung“ ihren Namen dem kickenden blau-weißen Ensemble ausgeliehen. Ohne Spielwitz, Durchsetzungskraft und Torgefährlichkeit schlitterten die Lilien in den nächsten Ergebnisrückschlag. Den einzigen „Sieg“ vor einer saisonalen Minuskulisse (weniger als 15000 fanden sich bei herbstlichem Schmuddelwetter im Stadion ein) landeten die Hausherren im Ranking der gelben Karten (6:2 pro SV98).

Nach der zweiwöchigen Länderspielpause versuchte Trainer Torsten Frings, mit zwei Startelfveränderungen gegenüber dem 2:2 in Braunschweig dem lästigen Sieglosminuslauf Einhalt zu gebieten. Wie erwartet kehrte Hamit Altintop nach seiner abgesessenen Sperre in die Mannschaft zurück und den Job des Frontstürmers vertraute der 98er-Chefcoach diesmal Terrence Boyd an. Für das „neue“ Personalduo mussten Yannick Stark und Artur Sobiech weichen und fanden sich auf der kalten Ersatzbank wieder. Sandro Sirigu war trotz der Biada-Attacke vom BTSV-Match wieder einsatzfähig.

Die für Gegner bekannt unbequeme körperbetonte bzw. defensiv stabile Spielweise der Gäste aus dem Hardtwald nervte die Lilien prinzipiell vom Anstoß weg. Viele Foulunterbrechungen beherrschten das Geschehen, zu dem der nicht unbedingt Souveränität ausstrahlende Schiedsrichter seinen Teil beitrug. Auch beim 0:1 präsentierte sich Referee Dietz nicht auf der Höhe. Richard Sukuta-Pasu setzte sich zwar gekonnt durch und lochte zum 0:1 ein, doch dem Treffer ging bei der vorarbeitenden Leistung ganz klar eine unerlaubte Mithilfe der Hand voraus.

Der frühe Dämpfer entpuppte sich als pures Gift für den Sportverein, der keine adäquaten Mittel fand, um den geschickt verteidigenden SVS-Abwehrblock auszuhebeln. Immer wieder verhedderte man sich im den engen kurpfälzischen Netz. Hinzu gesellten sich viel zu viele einfache Abspiel- respektive Aufbaufehler. So hatte Sandhausen es relativ leicht, seinen Vorsprung zu verwalten. Einzig Aytac Sulu konnte das frierende Publikum mit einem über den Kasten zischenden Kopfball erwärmen. Auf der anderen Seite bot sich den Gästen ein liegen gelassener Hochkaräter, um auf 2:0 zu stellen.

Coach Frings reagierte noch vor der Pause auf die enttäuschende Performance seiner Schützlinge und vollzog einen Doppelwechsel (Maclaren und Stark für Kamavuaka und Von Haacke). Aber besser wurde es nicht. Der blau-weiße Kampf mündete auch während der zweiten Hälfte zumeist im Krampf. Ausgleichschancen wurden schon im Keim erstickt. Als sich dann auch noch die Defensivabteilung entblößte, fuhr Sandhausen den entscheiden Konter zum 0:2 und die Messe war eigentlich gelesen.

Dass die Lilien noch einmal hoffen durften, verdanken sie in der Helmut Rahn – Minute vom Berner Wunder nur der Tatsache, dass die Kurpfälzer in der Absicherung einmal nicht konzentriert agierten und Patrick Banggaard zur Anschlussbude einschieben konnte. Doch am Bölle blieb das „Wunder“ aus. Die Egalisierungsambitionen verpufften in der Harmlosigkeit. Da passte es ins negative Bild, dass Marvin Mehlem in der Nachspielzeit eine überflüssige Andy Möller – Gedächtnisschwalbe produzierte.

Jetzt gilt es sich zu schütteln und irgendwie den Kopf aufzurichten, auch wenn in den weiteren Spieltagsduellen ein weiterer Positionsverlust im Klassement droht. Aktuell kann der SV98 eine Verstrickung in den Klassenerhaltsfight nicht mehr ausschließen. Der trübe Herbst geht also weiter. Vielleicht folgt ja am nächsten Freitag eine positive Reaktion, wenn die Lilien lediglich als Außenseiter beim Aufstiegsanwärter Union Berlin an der alten Försterei auflaufen…  

 

Letzte Änderung amFreitag, 17 November 2017 22:59
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