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2. Bundesliga

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Mit Rückenwind zum „Lieblingsgegner“ auf den Kiez

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Am Freitagabend (Anstoß zur „Prime-Time“ um 20Uhr30) will der SV Darmstadt im Kultklubduell beim FC St. Pauli seinen ordentlichen Rundenstart vergolden. Falls die Lilien ihre aktuelle Erfolgsserie mit einem „Dreier“ fortsetzen, würden sie erstmals seit der Regionalligaspielzeit 05/06 mit zwei Siegen in eine Saison einsteigen.

 

Das gleiche Ziel – also sechs Punkte zur Ouvertüre – verfolgt aber auch der der Kiezklub. St. Pauli überstand die Zweitligapremiere seines Gastgebers 1. FC Magdeburg schadlos und lieferte mit dem 2:1-Auswärtstriumph Anschauungsunterricht, wie man beim ehemaligen Europacupsieger bestehen kann (am darauffolgenden Freitag reist der Sportverein im Rahmen der ersten DFB-Pokalhauptrunde erstmals zum sachsen-anhaltinischen Neuling). Ob sich Dirk Schuster mit seinem Kollegen Markus Kauczinski über diese kommende Aufgabe kurzschließt, ist allerdings eher nicht zu erwarten.

Vor dem Kick-off am legendären Millerntor dürfte ergo der Selbstvertrauentank sowohl auf Hamburger als auch auf südhessischer Seite reichlich gefüllt sein. Der SV98 erarbeitete sich den gelungenen Auftakt durch ein verdientes 1:0 über Wiederaufsteiger SC Paderborn, der am Bölle nicht viel von seiner in der letzten Drittligarunde noch so effektiv demonstrierten Offensivstärke zur Schau stellen konnte. Das sattelfeste blau-weiße Bollwerk gestattete dem Zweitligaheimkehrer praktisch nichts – natürlich mit Ausnahme der einen großen Ausnahme. Als Keeper Daniel Heuer Fernandes einen Foulelfmeter verschuldete, reparierte er den drohenden Flurschaden höchstpersönlich und wehrte gegen seinen Ex-Klub den Strafstoß bravourös ab.

Damit waren die saisonalen drei Debütpunkte im Sack, für die der erst drei Tage zuvor verpflichtete Serdar Dursun den Grundstein gelegt hatte. Schuster schickte den vom Ronhof ans Bölle gewechselten Stürmer sofort in die Anfangself. Das Vertrauen wurde nachhaltig und eindrucksvoll bestätigt. Der „doppelte Übersteiger“ samt perfektem Abschluss stempelte Dursun neben dem Schlussmann zum „Man of the Match“ und seine Einlochung zum „Golden Goal“.

Dass ein 1:0-Startsieg  auf eigenem Grund und Boden nicht automatisch eine sorgenfreie Runde bedeutet, ist beim Studieren der vergangenen Spielzeit nachzulesen. Andererseits beflügelte 2014 das knappste aller Erfolgsergebnisse (gegen Sandhausen) den SV98 zum Durchmarsch in die Bundesliga. So oder so darf der oft etwas skeptisch dreinschauende Heiner nach dem Erleichterung produzierenden Prolog guter Dinge sein, dass sich die Lilien von den Niederungen der Zweitligatabelle fernhalten. Der Abwehrverbund steht, im Offensivzentrum zieht ein neuer Hoffnungsträger seine Knipserkreise und das Comeback von Flügelflitzer Marcel Heller steht vor der Tür.

Zieht man die zurückliegenden Vergleichswerte gegen den FC St. Pauli zu Rate, dann kann der Sieger eigentlich nur Sportverein Darmstadt heißen. Inklusive des DFB-Pokaltriumphs 2001 gingen die Lilien in den letzten fünf Begegnungen immer als Gewinner vom Platz. Die letzten vier Zweitligakonfrontationen (14/15 und 17/18) entschieden die 98er sogar ohne jegliches Gegentor zu ihren Gunsten – darunter das selbstverständlich unvergessene 1:0 im Mai 2015, als Tobi Kempes direkt verwandelter Freistoß das Bölle in ein Tollhaus verwandelte und den sensationellen Einzug ins Oberhaus protokollierte.

Leider garantieren positive Statistiken nicht automatisch ein Erfolgserlebnis. Der einstige „Weltpokalsiegerbesieger“ will sicherlich die lokale Gunst der Stunde nutzen und versuchen, seinem übermächtigen Schatten, der einst den stolzen Spitznamen Dino trug und jüngst beim ersten Zweitligaeinsatz der Vereinsgeschichte bitterböse auf die Nase fiel, den Rang abzulaufen. St. Pauli kennt sich im Unterbau auf jeden Fall besser aus als der nicht mehr ganz so hoch fliegende Nachbar vom Volkspark. Das Team vom Heiligengeistfeld unweit der Reeperbahn tourt seit 2011 nonstop durch die Zweitklassigkeit und darf sich auch dank der Rückendeckung seiner im positiven Sinne verrückten Fans als feste Traditionsgröße im deutschen Kickzirkus fühlen.

Es ist ein spannender „Abnutzungskampf“ auf Augenhöhe zu erwarten. Wir drücken natürlich den Lilien die Daumen, dass der saisonübergreifenden Erfolgsstory (ein Dutzend Partien ungeschlagen, vier Siege en block ohne Gegentreffer) ein weiteres erfreuliches Kapitel hinzugefügt wird…      

Alle Partien vom zweiten Zweitligaspieltag:

Fr 10.08. 18.30

FC Ingolstadt – Spvgg Greuther Fürth, SC Paderborn- Jahn Regensburg, FC St. Pauli – SV Darmstadt 98 20.30

Sa 11.08.

MSV Duisburg – VfL Bochum 13.00, Arminia Bielefeld – Dynamo Dresden 15.30

So 12.08. 15.30

SV Sandhausen – Hamburger SV 13.30, Holstein Kiel – 1. FC Heidenheim, Erzgebirge Aue – 1. FC Magdeburg

Mo 13.08. 20.30

1. FC Köln – Union Berlin

Medien

Letzte Änderung amDonnerstag, 09 August 2018 10:05
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