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2. Bundesliga

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Eine Viertelstunde Gegenwehr ist zu wenig – 1:3 in der alten Försterei

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Der SV Darmstadt 98 hat am 15. Zweitligaspieltag die dritte Pleite in Folge einstecken müssen. Das 1:3 bedeutete gleichzeitig die erste Niederlage als Gast von Union Berlin. Der heimische Favorit siegte hochverdient, weil die Lilien eine Dreiviertelstunde lang für ein Erfolgserlebnis viel zu wenig investierten.

Union Berlin – SV Darmstadt 98  3:1

Union: Gikiwiecz, Trimmel, Friedrich, Hübner, Reichel, Schmiedebach, Kroos (75. Zulj), Prömel, Abdullahi (60. Hertel), Mees (88. Parensen), Andersson

SVD: Heuer Fernandes, Rieder, Franke (66. Höhn), Sulu, Holland, Kempe (80. Boyd), Medojevic, Heller, Wurtz (55. Mehlem), Jones, Dursun

Tore: 1:0, 2:0 Andersson 28., 43. 3:0 Eigentor Dursun 65. 3:1 Dursun 73.

Zuschauer: 21470

In der alten Försterei konnte 98-Coach Dirk Schuster wieder seine zuletzt gegen Köln passenden Leistungsträger Tobi Kempe (nach abgesessener Gelbsperre) und Serdar Dursun (war verletzt) in die Anfangself einbauen. Die erste Hälfte der Partie wurde von einem akustischen Anfeuerungsboykott „überschattet“, der ligaweit vereinbart war und sich aufgrund der Montagskicktermine gegen die DFL richtete. Nur zweimal wurde es laut im Stadion, weil der Hausherr in Person seines Frontstürmers Andersson doppelt einnetzten durfte. Bei beiden Toren sah die 98er-Defensivabteilung mal wieder nicht gut aus. Das Ergebnis ging in Ordnung. Union wirkte eingespielter und ballsicherer, während beim Sportverein im Vorwärtsgang „Tote Hose“ war und hinten der eine oder andere Patzer das Erscheinungsbild belastete.

In der zweiten Halbzeit kam dann endlich Leben in die Bude, da die jeweiligen Fangruppen nun ihren Support aufnahmen. Die ca. 1300 mitgereisten Lilienanhänger sahen nach dem Seitenwechsel auch zwei "Treffer" ihrer Mannschaft. Weil Aytac Sulu allerdings ein Eigentor zum 3:0 für Union fabrizierte, stand ein Unentschieden praktisch zu keinem Zeitpunkt zur Debatte. Für den 98er-Kapitän war das Weiterlenken des Balles in die eigenen Maschen das negative i-Tüpfelchen eines gebrauchten Nachmittags, denn bereits kurz vor der Pause hatte er die fünfte gelbe Saisonkarte gesehen und fehlt daher seinem Team im wichtigen Heimspiel nächsten Samstag gegen den FC Ingolstadt.

Eine Viertelstunde vor dem Kehraus landete der prinzipiell erste Lilienschuss genau auf den Union-Kasten im Ziel. Nach einer schönen Vorarbeit von Jones hangelte sich Dursun um seinen Gegenspieler herum und vollstreckte zum – wie sich fünfzehn Minuten später heraus stellen sollte – Ehrentor. In Folge des Hoffnungsschimmers drängten die 98er plötzlich auf das 2:3, aber echte Gefahr brandete vor der Berliner Kiste nicht mehr auf. Das zuvor Versäumte konnte also in der Schlussphase nicht mehr wettgemacht werden und so zog die nächste Nullpunkteinfuhr in die Bilanz ein, während die Eisernen ihren unbezwungenen Lauf fortsetzten und weiterhin vom Debütbundesligaaufstieg träumen dürfen.

Wie schon erwähnt steht am nächsten Samstag das Heimmatch gegen Schlusslicht FC Ingolstadt auf dem Dienstplan. Sicherlich ein wegweisendes Duell für den Sportverein zur Klärung der Frage, ob man wieder in die positive Spur findet oder die Verstrickung im Kampf um den Klassenerhalt zunimmt.   

Letzte Änderung amSamstag, 01 Dezember 2018 15:33
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