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2. Bundesliga

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Wichtiger Punkt nach wildem Zweithalbzeitritt im Erzgebirge

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Bis eine Viertelstunde vor Schluss sah es beim erneuten Vorrundenabschluss als Gast von Erzgebirge Aue nach einem negativen Déjà-vu aus. Der SV Darmstadt 98 lag 0:2 zurück, steckte aber nicht auf und belohnte sich mit einem Doppelschlag binnen 120 Sekunden zum verdienten 2:2-Ausgleich, dank dem der Siebenpunktevorsprung zur Abstiegszone verteidigt wurde.

Erzgebirge Aue – SV Darmstadt 98  2:2

Aue: Männel, Kalig, Breitkreuz, Cacutalua, Rizzuto, Fandrich, Riese (70. Tiffert), Herrmann (46. Kempe), Hochscheidt (56. Nazarov), Testroet, Krüger

SVD:  Heuer Fernandes, Sulu, Höhn, Sirigu, Holland, Stark (36. Medojevic), Kempe, Heller (76. Platte), Wurtz (46. Mehlem), Jones, Dursun

Tore: 1:0, 2:0 Testroet 50., 64. 2:1 Höhn 76. 2:2 Mehlem 78.

Zuschauer: 7400

Nach seiner gegen Ingolstadt abgebrummten Gelbsperre kehrte Mannschaftskapitän Aytac Sulu im Erzgebirge wieder in die Startelf zurück. Das war vor dem Anpfiff des wichtigen Duells zweier punktgleicher Konkurrenten die einzige Personaländerung von Trainer Dirk Schuster gegenüber der Vorwoche.

Etwas überraschend bestimmte der SV98 die ersten 25 Minuten. Vom erwarteten Veilchen-Rückenwind aufgrund dem zurückliegenden 5:0-Ausrufezeichen in Fürth war in der Anfangsphase genau so wenig zu spüren wie von einer 98er-Verunsicherung nach zuletzt vier sieglosen Partien. Die beste Chance zur Führung bot sich Dursun, dessen Hinterkopfball knapp am Tor vorbei zischte. Erst nach einer halben Stunde meldeten sich die Hausherren produktiver vor ihrem eigenen Publikum an und bedrohten das Gehäuse von Keeper Daniel Heuer Fernandes, der sich bis zur Pause dann mehrfach auszeichnen konnte und das torlose Remis in die Halbzeit rettete.

Im zweiten Durchgang ging es dann auf beiden Seiten richtig zur Sache. Hüben wie drüben häuften sich die Offensivbemühungen. In der 50. Minute hätte der Sportverein eigentlich vorlegen müssen. Nach einem gelungenen Spielzug visierte Dursun in bester Abschlussposition nur den Pfosten an. Der abprallende Ball leitete dann einen Aue-Konter ein, den die Gästeabwehrspieler wegen reichhaltiger Passivität im Zweikampfverhalten nicht unterbinden konnten. Testroet bedankte sich für den geschenkten Freiraum und lochte ein.

Statt 1:0 hieß es also 0:1 aus 98-Sicht und eine Viertelstunde darauf kam es noch dicker. Wiederum ließ die Darmstädter Defensivabteilung einen konsequenten Eingreifaktionismus vermissen und gestattete leichtfertig eine Flanke, die Testroet zum Bejubeln seiner zweiten Bude praktisch einlud. Jetzt roch es nach einem Abrutsch in die engere tabellarische Gefahrenzone, zumal Sandhausen und Ingolstadt auf den Parallelschauplätzen führten. Doch der Sportverein steckte den Kopf nicht in den Sand und wehrte sich gegen das drohende sportliche Unheil.

Der nicht als Goalgetter bekannte Immanuel Höhn sorgte nach einer verunglückten Flugparade von Aues Goalie Männel für das Zuversichtscomeback. 120 Sekunden später durften die ca. 300 mit ins kalte Erzgebirge gereisten Fans sogar den Ausgleich feiern. Der heute vielleicht beste Lilienprotagonist Fabian Holland legte perfekt für Marvin Mehlem auf und der zur zweiten Hälfte eingewechselte „Joker“ netzte trocken zum 2:2 ein. Dieser Doppelpack innerhalb von zwei Minuten schockte natürlich die Sachsen. In der verbleibenden Zeit war der SV98 dem Sieg dann näher, aber eine glasklare Möglichkeit zum Lucky Punch konnten sich die Schützlinge von Dirk Schuster trotz optischer und spielerischer Überlegenheit nicht mehr erarbeiten.

Der durch eine Leistungssteigerung inkl. starker Moral erbeutete und deshalb vollauf gerechtfertigte Punkt plus den späten Egalisierungen in Ingolstadt und Sandhausen verhalf den Lilien zu einem versöhnlichen Vorrundenkehraus. Zwar steht nach dem neuerlichen Showdown der ersten Zweitligahalbserie in Aue „nur“ ein Zähler mehr als im Vorjahr auf dem blau-weißen Konto (Neunzehn gegenüber Achtzehn) und die Sieglosstrecke beträgt nun fünf Matches, aber dafür ist man im Ranking drei Stufen besser gelistet (Dreizehnter) und vor allem weist das Guthaben zum versetzungsgefährdeten Areal sieben Punkte aus. Am nächsten Sonntag müssen die Lilien letztmals vor der Winterpause ran und bestreiten im ersten Rückrundeneinsatz beim zu Hause unbezwungenen Aufsteiger SC Paderborn eine Herkulesaufgabe.   

Letzte Änderung amSonntag, 16 Dezember 2018 16:41
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