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2. Bundesliga

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Gegen St. Pauli noch nie zu Hause verloren – Am Freitagabend an der Wedau

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Mit einem Matchdoppelpack binnen weniger Tage marschiert der SV Darmstadt 98 aus der Winterpause. Am Dienstagabend empfangen die Lilien den FC St. Pauli (Anstoß 20.30) und am Freitagabend steht die Aufgabe beim MSV Duisburg (Kick-off 18.30) auf dem kurzweiligen Jahrespflichtspielstartprogramm.

Wunschziel dürfte ein ordentlicher Auftakt von mindestens vier Punkten sein, damit der Proviant zur Abstiegszone von keiner Reduzierung gefährdet wird. Um vier Zähler aus zwei Partien einzufahren, muss man laut dem Fußballregelwerk einmal gewinnen. Auf das Glücksgefühl eines Punktspielsieges warten die Lilien jetzt schon seit Anfang November, als der 1. FC Magdeburg mit einem 3:1 am Bölle abgefertigt wurde. In den restlichen sechs Begegnungen bis zur Winterpause durften sich die Fans nur noch über zwei Unentschieden freuen, während es vier Niederlagen hagelte. Vor allem die in der Schlussphase aus den Fugen geratende finale Jahresausgabe (2:6 in Paderborn) überschattete die blau-weiße Freude auf das Weihnachtsfest.

Glücklicherweise aus Darmstädter Sicht strauchelten die unter dem SV98 (Platz Dreizehn) positionierten Teams im gleichen Zeitfenster ebenfalls regelmäßig, so dass das Vorratsvolumen zum Relegationsrang (sechs Punkte) bzw. zum direkten Gefahrenterrain (acht) fortan relativ komfortabel ist. Doch ein noch so üppig scheinendes Guthaben stellt im kickenden Geschäft bekanntlich keine Garantie dar und so sollte der Sportverein selbst das Heft das Handelns in die Hand nehmen, damit keine Pufferminimierung die Nerven flattern lässt.

Größter Aufreger der Winterpause war natürlich der Abflug von Aytac Sulu. Nach sechs überaus erfolgreichen Jahren sucht der langjährige Kapitän, der schon beim eigentlich sportlichen Abstieg 2013 in die Regionalliga auf dem Platz stand und danach als wichtiger Eckpfeiler der Durchmarschorgie ins Oberhaus fungierte, noch einmal eine neue sportliche Herausforderung in der dritten türkischen Liga. Seine Turbaneinsätze, die verlorenen Zähne oder seine Golden Goals in Leverkusen und Frankfurt werden unvergessen bleiben. Er hat seinen Stellenwert in der blau-weißen „Hall of Fame“ für immer sicher.

Neu am Bölle sind Victor Palsson (vom FC Zürich, Defensive) und Sören Bertram (Erzgebirge Aue, Offensive), die das 98er-Spiel hinten stabilisieren bzw. vorne antreiben sollen. Beiden ist zuzutrauen, dass sie sich im spanischen Trainingslager für die Startelf gegen St. Pauli empfohlen haben. Womit wir zum ersten Bölle-Gast in 2019 kommen. Der Kiezklub residiert derzeit als Tabellendritter respektive erster Verfolger des favorisierten Führungsduos (Lokalrivale HSV und Köln). Diesen Status erarbeitete sich der Kultverein dank sieben ungeschlagenen Matches vor der Fußballunterbrechung. Die letzten drei Partien konnte das Ensemble von Trainer Markus Kauczinski sogar allesamt für sich entscheiden – genauso wie das Hinspiel, als Neudecker und Buchtmann im Comeback-Einsatz von Marcel Heller (zurück nach einem zwölfmonatigen Intermezzo in der Augsburger Puppenkiste) ein 2:0 für den Gastgeber heraus ballerten.

Ein sechster Bundesligaeinzug (zuletzt 10/11 auf der höchsten Ebene) ist also möglich, zumal Torjäger Alex Meier nach einem im Adlerhorst am Main ewig langen „verbüßten“ Exil heimkehrte und nun wieder seine Buden am Millerntor schießt. Also hoffentlich noch nicht am Bölle, wo der FC St. Pauli bis auf zwei Remis noch nie etwas reißen sprich gewinnen konnte. Fünfmal blieben die Lilien Herr im eigenen Haus, wobei das 1:0 im Mai 2015 selbstredend herausragt. Durch den direkt verwandelten Freistoß von Tobi Kempe am abschließenden Zweitligaspieltag wackelte das altehrwürdige Stadion an der Nieder-Ramstädter Straße in seinen Grundfesten, denn dadurch wurde der sensationelle Durchmarsch in die kickende Beletage protokolliert. Diese (fast) makellose Heimserie will der SV98 am Dienstagabend trotz des tabellarischen Unterschieds unbedingt verteidigen und mit einem Erfolgserlebnis aus den winterlichen Startlöchern krabbeln.

 

Von der Ranking-Konstellation ausgehend ist die erste Auswärtshürde am Freitagabend in Duisburg enorm wichtig und wegweisend. Der MSV sitzt auf dem Abstiegsrelegationsplatz (sechs Punkte auf die Lilien schwach) und möchte raus aus dem Keller, während für die 98er eine Distanzwahrung oder besser noch ein Vorsprungsausbau auf die Zebras oberste Priorität besitzt. Das Papier deckt schonungslos auf, dass der Aufeinanderprall zwischen der schwächsten Heimmannschaft (zu Hause vor den treuen, aber meist enttäuschten Fans, sprang lediglich ein einziger Sieg und ansonsten nur Niederlagen heraus) contra der zweitschlechtesten Auswärtstruppe (nur Ingolstadt hat in der Fremde weniger Punkte als die Südhessen gesammelt) eine hohe Wertigkeit besitzt.

Anfang Oktober wurde Ilia Gruev aufgrund einer sieglosen Saisonouvertürenperiode  an der Wedau entlassen. Sein Nachfolger Torsten Lieberknecht (am Ende der vergangenen Spielzeit mit Braunschweig abgestürzt) stieg mit einem Paukenschlag (2:1 in Köln) beim Meidericher Traditionsverein ein und hievte seine neuen Schützlinge zunächst über den Strich, ehe vier Pleiten vor der Winterpause die Eröffnungsbilanz radikal schwärzten, weshalb das Abstiegsgespenst sein zwischenzeitliches Lager in der Schauinsland-Reisen-Arena (dort wo früher das Wedaustadion glänzte, in dem die Lilien 1978 beim Debütduell MSV vs. SVD durch ein spektakuläres 4:4 den ersten Bundesligaauswärtspunkt ihrer Historie einfuhren) erneut aufschlug.

Dem MSV steht also ein dornenreicher Weg bevor, um im zweiten Jahr nach dem Wiederaufstieg die Klasse zu halten. Der SV98 hofft natürlich, in dem brisanten blau-weißen Vergleich die Nase vorne zu haben. So ähnlich wie im Hinspiel, als Marcel Heller mit seinem Führungstreffer in der 68. Minute gegen seinen Ex-Klub den Bann brach, ehe Dursun und Kempe das Ergebnis noch auf ein 3:0 in die Höhe schraubten (bis dato höchster Rundendreier).     

 

Alle Zweitligapartien vom 19. & 20. Zweitligaspieltag:

 

Di 29.01. 20.30

VfL Bochum – MSV Duisburg 18.30, SV Darmstadt 98 – FC St. Pauli, Spvgg Greuther Fürth – FC Ingolstadt, 1. FC Magdeburg – Erzgebirge Aue

Mi 30.01. 20.30

Jahn Regensburg – SC Paderborn 18.30, Hamburger SV – SV Sandhausen, 1. FC Heidenheim – Holstein Kiel, Dynamo Dresden – Arminia Bielefeld

Do 31.01. 20.30

Union Berlin – 1. FC Köln

 

Fr 01.02. 18.30

MSV Duisburg – SV Darmstadt 98, FC Ingolstadt – 1. FC Magdeburg

Sa 02.02. 13.00

Arminia Bielefeld – Hamburger SV, 1. FC Heidenheim – Dynamo Dresden, SC Paderborn – Spvgg Greuther Fürth

So 03.02. 13.30

Holstein Kiel – Jahn Regensburg, SV Sandhausen – VfL Bochum, Erzgebirge Aue – 1. FC Köln

Mo 04.02. 20.30

FC St. Pauli – Union Berlin

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