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2. Bundesliga

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Diesmal kommt die Aufholjagd zu spät – Bitteres 2:3 in Duisburg

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Weil sich der SV Darmstadt 98 am Freitagabend bei den ersten drei Gastgebermöglichkeiten wie ein Hühnerhaufen im Zebragehege anstellte, ging wichtiger Proviant flöten. Nach dem 0:3 kämpften sich die Lilien noch einmal zurück, doch für einen Ausgleich war die verbleibende Zeitspanne zu kurz. Durch das überflüssige 2:3 beim MSV Duisburg wurde der Vorsprung zur Gefahrenzone von neun auf sechs Punkte minimiert.

MSV Duisburg – SV Darmstadt 98  3:2

MSV: Wiedwald, Seo, Bornheuer, Nauber, Wolze, Hajri (82. Sukuta-Paso), Engin, Schnellhardt, Iljutcenko (78. Verhoek), Oliveira Souza (62. Fröde), Nielsen

SVD: Heuer Fernandes, Herrmann, Franke, Höhn, Holland, Palsson, Stark (60. Moritz), Heller, Mehlem (77. Platte), Jones (54. Bertram), Dursun

Tore: 1:0 Wolze 8. 2:0 Nielsen 25. 3:0 Iljutcenko 59. 3:1 Bertram 73. 3:2 Moritz 88.

Zuschauer: 11210

Am Dienstagnachmittag verpflichtet, am gleichen Abend gegen St. Pauli erste Darmstädter Einsatzluft geschnuppert und drei Tage später schon in der Startelf: Patrick Herrmann, der sich von einem Storch in eine Lilie verwandelt hat, untermauerte mit seiner Nominierung für das für beide Parteien wegweisende Duell an der Wedau sein Standing bei Dirk Schuster. Ansonsten vertraute der 98er-Coach der gleichen Anfangsformation, die gegen den Kiezklub ein 0:1 in einen 2:1-Triumph umbog.

Nach der ersten Hälfte lag das tabellarisch schlechteste Auswärtsteam bei der schwächsten Heimmannschaft mit 0:2 hinten. Die Zebras nutzten ihre beiden einzigen Chancen dank der 98er-Defensivlethargie eiskalt aus. Beim 0:1 wurde die Abwehrreihe mit einem simplen Pass überrumpelt, so dass Kevin Wolze freie Schussbahn hatte und unhaltbar für Heuer Fernandes einlochte. Der zweite Meidericher Treffer war noch einfacher gestrickt: Niemand verhinderte die Flanke und Nielsen durfte unbedrängt einköpfen. Auf der anderen Seite gefährdeten die Lilien das Hausherrengehäuse kein einziges Mal ernsthaft.

Nach dem Seitenwechsel erarbeiteten sich die Gäste mehr und mehr ein optisches Übergewicht, strahlten aber fortan keine Entschlossenheit im Vorwärtsdrang aus. Dagegen demonstrierte der MSV gnadenlose Effektivität und legte mit der dritten Einschussgelegenheit nach. Erneut lautete die banal gestrickte Lösung, um die Absicherungsabteilung auszuhebeln: Flanke, Kopfball, Goal. Kurz darauf hätte es gar 0:4 aus Darmstädter Sicht stehen müssen, doch Engin nahm die Einladung eines kapitalen Fehlpasses nicht an und ballerte frei vor der 98er-Kiste am Ziel vorbei.

Erst als die erste Jokerneuverpflichtung stach, kam noch einmal Leben in die südhessische Bude. Sören Bertram verkürzte per Direktabnahme und aktivierte das Hoffnungscomeback. Zwei Minuten vor dem offiziellen Kehraus nickte der erst gestern am „Deadline-Day“ vom HSV ausgeliehene Christoph Moritz zum 2:3 ein und entfachte eine wilde Schlussphase, aber der Ball wollte kein drittes Mal über die MSV-Linie. Anders als gegen St. Pauli war dem SV98 nach einem Rückstand diesmal kein Happyend vergönnt und so durften die Zebras nach zuletzt fünf kassierten Pleiten den zweiten Saisonheimsieg feiern und die rote Laterne abgeben, während die 98er nach ihrem Höhenflug gegen St. Pauli ausgebremst wurden und in der Fremde mal wieder in die Röhre schauten.

Wie bereits erwähnt, hat sich das Guthaben zum Abstiegsreal auf sechs Zähler reduziert. Am übernächsten Sonntag (10.02.) versuchen die Lilien dann im Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim, den im westlichen Ruhrpott unnötig preisgegebenen Boden zurückzuerobern.

Letzte Änderung amSamstag, 02 Februar 2019 06:54
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