log in

2. Bundesliga

A+ A A-

SV98 wieder unter Zugzwang – Heidenheim reitet gleich auf zwei Euphoriewellen

Artikel bewerten
(0 Stimmen)

Nach dem vom MSV Duisburg zugefügten Rückfall in die negative Ergebnisspirale empfängt der SV Darmstadt 98 am kommenden Sonntag (10.02.) den aufstrebenden 1. FC Heidenheim und versucht erneut, im eigenen Wohnzimmer den auswärts preisgegebenen Boden zurückzugewinnen, um einer engeren Verstrickung im Kampf um den Klassenerhalt aus dem Weg zu gehen. Anstoß am Bölle ist um 13Uhr30.

„In der Fremde nichts Neues“: Den leicht abgewandelten Titel des Literaturklassikers von Erich Maria Remarque begleitet den SV98 über die gesamte Saison. Erst recht, nachdem die auswärtsschwächste Zweitligatruppe am vergangenen Freitag sogar bei der harmlosesten Heimmannschaft die Segel streichen musste und die rote Laterne des separaten „Fernranking“ unfreiwillig verteidigte. Kurioserweise glückte der einzige Auswärtsdreier der laufenden Saison beim Hinspiel in Heidenheim.

Das 1:0 war gleichzeitig der 98er-Premierenerfolg in der Voith-Arena nach zuvor sechs vergeblichen Versuchen seit dem Paarungsdebüt der beiden Vereine 2008. Neuzugang Marcel Franke erzielte bereits nach elf Minuten das Tor des Tages, das die Lilien bis zum Abpfiff leidenschaftlich verteidigten. Da sah die Fußballwelt des Sportvereins noch rosig aus (drei Siege aus den ersten vier Rundenpartien).

Doch inzwischen hat sich das sportliche Blatt bekanntlich gewendet. Ähnlich wie vor einem Jahr rutschten die Lilien nach einem guten Auftakt im Klassement radikal ab und sind aktuell auf der vierzehnten Sprosse registriert. Der Vorsprung zur Abstiegszone ist aufgrund von nur einem Sieg aus den letzten acht Begegnungen auf sechs Punkte zusammengeschrumpft, weil die Konkurrenz (Magdeburg, Sandhausen, Duisburg) anders als in den Vorwochen plötzlich wieder Lunte riecht und auf ein Verlassen des Kellergewölbes hofft.

Der Druck hat durch den nächsten überflüssigen Auswärtsdämpfer ergo wieder zugenommen und schreit förmlich nach einer positiven Ausladung in Form eines hilfreichen Glückserlebnisses gegen den 1. FC Heidenheim, der am Bölle schon so manchen Proviant entführen konnte und erst einmal verlor. Im August 2013 setzte der Treffer von Milan Ivana unmittelbar nach der Halbzeit die Gäste von der schwäbischen Alb schachmatt. Zum Kehraus der Spielzeit 13/14 durften aber beide Seiten jubeln. Der FCH rückte als Drittligameister erstmals in die zweite Etage hoch und die Lilien folgten kurz darauf, nachdem sie in der Relegation ein Sensationsmärchen schrieben und es „Wunder von Bielefeld“ titulierten…

Heidenheim zieht nun also im fünften Jahr nonstop seine Kreise im Bundesligaunterbau. Konstanz ist ein wesentlicher Faktor des Erfolgsgeheimnisses und wird durch die beiden Urgesteine schlechthin dargestellt. Übungsleiter Frank Schmidt (dienstältester Coach im Profigeschäft) und Stürmer Marc Schnatterer prägen seit zig Jahren den Aufschwung des Klubs, der erst im Januar 2007 durch die Abspaltung der Fußballabteilung des Heidenheimer Sportbundes entstand und von da an praktisch nur nach oben schaut.

Auch in Liga Zwei geriet man prinzipiell nie in ernste Abstiegsgefahr und aktuell kann sich der FCH sogar mit zwei Nonplusultra-Coups befassen. Sechs Spiele sind die Schmidt-Schützlinge in der Liga ungeschlagen und residieren mit nur zwei bzw. drei Zählern Rückstand auf die Fleischtopfpositionen Zwei und Drei als Nummer Sechs der Rangliste. Und seit Dienstagabend gehört der FCH zum elitären Kreis von acht Wettbewerbern, die sich im DFB-Pokalviertelfinale um ein Ticket für den kommenden Mai nach Berlin mühen. Das ebenso überraschende wie hochverdiente 2:1 gegen Bayer Leverkusen lässt die Ostalb von einem Doppelcoup träumen.

Wahrlich ein von jeher und wegen der momentanen Form erst recht unbequemer Kontrahent, den der Sportverein in seinem (Fast)-Gegengeradefreien Tempel an der Nieder-Ramstädter Straße erwartet. Wertvolle Tipps, wie dem Gast der Schneid abzukaufen ist, könnte Trainer Dirk Schuster von Mathias Wittek erhalten. Schließlich trug der Defensivspieler in der Vorrunde noch das FCH-Trikot und wechselte erst vor Wochenfrist zum Sportverein. Ausgerechnet gegen seinen Ex-Brötchengeber winkt ihm nun die Feuertaufe als kickende Lilie – genau wie den anderen „Last Minute“ – Neuzugängen, die sich nach einer Woche intensiver Arbeit für die Startelf empfohlen haben.

Aber egal, wer am Sonntag aufläuft: Wir drücken die Daumen, dass der SV98 das sicherlich selbstbewusst anreisende Ensemble von der Brenz in die Knie zwingt und tabellarische Entspannungspolitik betreibt…   

Alle Partien vom 21. Zweitligaspieltag:

Fr 08.02. 18.30

1. FC Köln – FC St. Pauli, Jahn Regensburg – Arminia Bielefeld

Sa 09.02. 13.00

VfL Bochum – SC Paderborn, Union Berlin – SV Sandhausen, Spvgg Greuther Fürth – MSV Duisburg

So 10.02. 13.30

SV Darmstadt 98 – 1. FC Heidenheim, Erzgebirge Aue – FC Ingolstadt, 1. FC Magdeburg – Holstein Kiel

Mo 11.02. 20.30

Hamburger SV – Dynamo Dresden

Letzte Änderung amDonnerstag, 07 Februar 2019 18:15
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten