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2. Bundesliga

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Zu wenig für ein Erfolgserlebnis – Gerechte Heimpleite gegen Heidenheim

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Fünf neue „Spielerschwalben“ in der Startelf machen noch keinen Sommer – vor allem nicht im harten Zweitligawinter. Am Sonntagnachmittag quittierte der SV Darmstadt 98 eine vollauf verdiente 1:2-Heimniederlage gegen den formstarken 1. FC Heidenheim. Nach der Fortsetzung der Ergebnistalfahrt (nur ein Sieg aus den letzten neun Begegnungen) ist ein Zittern um den Klassenerhalt bis Saisonende zu befürchten. 

SV Darmstadt 98 – 1. FC Heidenheim  1:2

SVD: Heuer Fernandes, Herrmann, Franke, Wittek, Holland, Palsson, Moritz (62. Mehlem), Heller, Kempe (75. Wurtz), Bertram (46. Jones), Dursun

FCH: Müller, Busch (72. Strauß), Reithmeir, Beermann, Theuerkauf, Griesbeck, Dorsch, Andrich (67. Schnatterer), Dovedan, Thomalla, Glatzel (72. Schmidt)

Tore: 0:1, 0:2 Glatzel 35., 60. FE 1:2 Wurtz 84.

Zuschauer: 10120

Sicherlich eine äußerst seltene, aber im Vorfeld nicht unerwartete Personalmaßnahme: Alle fünf Winterneuzugänge bevölkerten die Anfangsformation der 98er. Palsson und Herrmann kannten schon dieses Gefühl, Moritz und Bertram (das Duo erzielte als Jokertandem die beiden Tore beim 2:3 in Duisburg) gaben ihr Startelfdebüt genau wie Wittek, der sich ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein, bei dem er noch bis Ende Januar unter Vertrag stand, erstmals das Lilientrikot überstreifte. Man durfte ergo gespannt sein, wie sich die so noch nie zusammen auflaufende Mannschaft gegen das Überraschungsteam der vergangenen Monate aus der Affäre ziehen würde. Neben den „Neuen“ meldete sich der zuletzt passende Tobias Kempe für eine Nominierung zurück, so dass Dirk Schuster gleich vier Veränderungen gegenüber dem an der Wedau erlittenen Rückschlag vornahm.

Von einer 98er-Leistungssteigerung war im ersten Abschnitt leider herzlich wenig zu sehen. Das Ensemble von der Ostalb, dem man die Strapazen vom Pokalcoup unter der Woche nicht anmerkte, zeigte sich als Chef im südhessischen Ring. Die Gäste agierten eingespielter und homogener, während bei den Lilien vieles Stückwerk blieb. Wille und Einsatz stimmten zwar auf Seiten vom blau-weißen Platzhirsch, doch wie man Zweikämpfe energisch gewinnt und nach vorne kombiniert wird, demonstrierte prinzipiell lediglich der FCH.

Zwar besaß Tobi Kempe nach einer Viertelstunde eine ordentliche Führungschance (scheiterte an Keeper Müller), aber zu diesem Zeitpunkt hätten eigentlich schon die Kicker von der Sprenz führen müssen. U.a. entschärfte Heuer Fernandes mit einer Glanztat einen Schuss von Dovedan. Ein katastrophaler Fehlpass mündete dann in der 35. Minute im 0:1. Für die Lilien viel zu gedankenschnell schaltete der FCH in den Angriffsmodus um und Glatzel bugsierte den Ball über die Linie.

Das Beste aus 98er-Sicht zur Pause war, dass sich der fast schon obligatorische Rückstand in aufholbaren Dimensionen bewegte. Und in der Tat schienen die Schützlinge von Dirk Schuster nach dem Wiederanstoß das Blatt rasch wenden zu wollen, aber Dursuns Gewaltgeschoss krachte nur gegen das Aluminium. Leider verpuffte diese Ausgleichsgelegenheit im kurzfristigen Strohfeuer. Gegen die stabile Gästeabwehr war kaum ein Kraut gewachsen. Kreativ bot der Sportverein limitierte Mittel an und schluckte nach einer Stunde die zweite bittere Gegentorpille. Ein Diagonalpass konnte nicht verhindert werden und Palsson kam an der Strafraumkante um Sekundenbruchteile zu spät, um Andrich regelkonform zu stoppen. Den Elfer nutzte Glatzel zu seiner zweiten Bude.

Wie in den beiden Partien zuvor durfte der Sportverein in der Schlussphase noch einmal Hoffnung schöpfen. Dursun setzte sich robust durch und die Kugel landete vor den Füßen des eingewechselten Wurtz, der wenig Mühe hatte, im vierzehnten 98er-Ligamatch endlich seinen ersten Treffer zu bejubeln. Doch analog zum Match in Duisburg fiel das Anschlusstor zu spät. Eine Egalisierung hätte – so ehrlich muss man sein – dem Spielverlauf auch nicht entsprochen.

Auch wenn der Vorsprung zur Abstiegszone fortan sechs Zähler beträgt (Sandhausen, Ingolstadt und Duisburg sind jetzt unter dem Strich gleichauf), muss man sich nach der heutigen Performance ernsthafte Gedanken machen, wie lange das Guthaben noch in dieser Form existiert. Diesbezüglich hat der SV98 nächsten Freitag eine Big Point – Aufgabe  beim SV Sandhausen zu absolvieren. Vor den Toren Heidelbergs muss gepunktet werden, damit die Alarmglocken nicht in voller Lautstärke ertönen.  

Letzte Änderung amSonntag, 10 Februar 2019 16:43
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