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2. Bundesliga

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Der neue Coach startet auf einer nicht ganz unbekannten Alm

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Seit dem Befreiungsschlag unter der Interimsobhut von Kai Peter Schmitz gegen Dynamo Dresden (2:0) sitzt also Dimitrios Grammozis im Trainersattel des SV Darmstadt 98. Seine erste Punktspielaufgabe führt ihn am Sonntag zur Arminia nach Bielefeld, wo er natürlich hofft, nicht gleich in seinem Zweitligaübungsleiterdebüt vom Pferd zu fallen (Anstoß 13Uhr30).

Für den neuen Hoffnungsträger stellen die Lilien ergo die Premierenstation als verantwortlicher Chef im Aktivenbereich dar. Seine ersten coachenden Meriten verdiente er sich bei der Nachwuchsabteilung des VfL Bochum. Ins überregionale Rampenlicht rückte er zuvor während seiner aktiven Karriere. Bereits als Teenager kickte der Deutsch-Grieche für den KFC Uerdingen in Liga Zwei, ehe es ihn zu den Bundesligafleischtöpfen zog (HSV, Lautern und beim Kölner Eff-Zeh).

Im Herbst seiner Laufbahn feierte Dimitrios seinen größten Kick-Triumph und wurde in Nikosia zypriotischer Meister. Jetzt beginnt also nach den tief im Westen erworbenen ersten Eindrücken auf der Bank die sicherlich genauso reizvolle wie schwierige Aufgabe bei den Lilien, die nach dem Aus der zweiten Schuster-Ära auf eine langfristige und fruchtbare Zusammenarbeit hoffen. Der vom Sportkoordinator zum sportlichen Leiter aufgestiegene Carsten Wehlmann hält große Stücke auf Grammozis – ungeachtet, dass er auf dem coachenden Profisektor noch ein absolutes Greenhorn ist.

Doch die Erfahrung lehrt: Jeder soll eine faire Chance erhalten und die Vergangenheit übermittelt genügend positive Beispiele, dass solch eine auf den ersten Blick riskante Beförderung in erfolgreichen Sphären enden kann. Warten wir also ab, wie sich der „Neue“ schlägt. Die Daumen sind gedrückt, dass er den SV98 wieder in ruhigere Fahrwasser manövriert.

Von der Tabellensituation ausgehend ist Grammozis dank des gegen Dresden eingefahrenen erlösenden zweiten Jahressieges der größte Druck genommen. Mit sieben Punkten Vorsprung zur Abstiegszone – auch wenn dieses Quantum natürlich in keinem Schaufenster als Ruhekissen ausgestellt wird – kann man bestimmt beruhigter loslegen als wenn unbedingt gewonnen werden muss. Dennoch dürfte es bei ihm spätestens in den Stunden vor dem Kick-off kribbeln – genau wie den mitreisenden Fans beim Anblick der Stätte eines der emotionalsten Triumphe der Vereinsgeschichte.

Immer und immer wieder kommt der 19. Mai 2014 auf das Trapez. Kein Wunder. Wer es erlebt hat – egal ob auf den Alm-Rängen oder vor dem TV – wird es nie vergessen. Vor allem nicht den heilbringenden Verlängerungsnachspielzeitkracher des „alten“ Brasilianers Elton Da Costa sowie den anschließenden Pfostentreffer auf der Gegenseite, der fast noch das Zweitligacomeback streitig gemacht hätte. Aber nur beinahe. Denn unmittelbar darauf war Schicht im Schacht. Legendäre Geschichte, ohne die der Sportverein heute sportlich nicht das wäre, was er jetzt im fünften Jahr wieder ist: Nämlich ein gestandener Profiverein.

Damit es so bleibt, dafür soll jetzt auch Grammozis sorgen. Noch ist der Klassenerhalt lange nicht in trockenen Tüchern, denn die Konkurrenz wird keine Frühjahrsmüdigkeit vortäuschen. Ein positives Resultat bei der zweiten Rückkehr auf den „Wunderschauplatz“ (in der vergangenen Saison schluckte der SV98 dort eine bittere 0:2-Pille) wäre natürlich für eine weitere Nervenberuhigung äußerst hilfreich, denn in den Folgewochen bitten die heißen Aufstiegsanwärter zum Tanz.

Dass der Name Bielefeld nicht immer angenehme Erinnerungen garantiert, lehrte nicht nur der Vorjahresausflug auf die Alm, sondern auch das Hinspiel am Bölle, als sich die Arminia auf ihre Art für das Wechselbadgefühl anno 2014 „rächte“. Bis zur Schlussminute führten die Lilien 1:0 und der „Dreier“ war prinzipiell bereits fest verbucht, ehe ein ostwestfälischer Nachspielzeitdoppelschlag eine unglaubliche Matchwende initiierte. Neben dieser Rückschau sollte sich Dimitrios Grammozis auch den Blick auf die saisonale Auswärtsbilanz verkneifen, die den SV98 gnadenlos als Träger der rote Laterne auswirft. Aber vielleicht kehrt der neue Trainerbesen diese miese Fremdstatistik ja gleich auf Anhieb auf die Müllhalde, zumal der Tabellennachbar aus Bielefeld (zwei Punkte mehr auf dem Konto) große Probleme vor dem heimischen Publikum beklagt (zu Hause erst drei Siege in elf Spielen).      

Alle Partien vom 24. Zweitligaspieltag:

Fr 01.03. 18.30

Holstein Kiel – Union Berlin, MSV Duisburg – 1. FC Magdeburg

Sa 02.03. 13.00

SV Sandhausen – Erzgebirge Aue, 1. FC Heidenheim – Jahn Regenburg, SC Paderborn – FC St. Pauli

So 03.03. 13.30

Arminia Bielefeld – SV Darmstadt 98, FC Ingolstadt – 1. FC Köln, Dynamo Dresden – VfL Bochum

Mo 04.03. 20.30

Hamburger SV – Spvgg Greuther Fürth

 

Letzte Änderung amFreitag, 01 März 2019 08:20
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