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2. Bundesliga

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Meilenstein für den Klassenerhalt dank Hellers spätem Golden Goal

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Es hatte sich nicht gerade abgezeichnet: Im Wegweisermatch beim 1. FC Magdeburg zitterte sich der SV Darmstadt 98 am Samstagnachmittag einem torlosen Remis entgegen, ehe Marcel Heller in der 87. Minute zur glückbringenden Bude einlochte. Der dritte Saisonauswärtssieg beschert den Lilien vor den letzten fünf Ligaspielen einen beruhigenden Neunpunktevorsprung zum FCM und damit zum Relegationsplatz.

1. FC Magdeburg – SV Darmstadt 98   0:1

Aufstellungen:

FCM: Brunst, Rother, Müller, Erdmann, Perthel, Kirchhoff, Laprevotte, Preißinger, Türpitz (25. Beck), Lohkemper (80. Chahed), Bülter

SVD: Heuer Fernandes, Herrmann, Wittek, Höhn, Holland, Palsson, Moritz, Heller (90. Sirigu), Kempe (90. + 3 Kamavuaka), Jones (88. Bertram), Dursun

Tor: Heller 87.

Zuschauer: 17410

Für Marcel Franke (verletzt), Yannick Stark (brummte eine Gelbsperre ab) und Johannes Wurtz (Bank) schickte Coach Dimitrios Grammozis gegenüber dem 1:2 in Fürth Mathias Wittek, Christoph Moritz und Joevin Jones auf den Rasen der MDCC-Arena. Außerdem fehlte weiterhin Mittelmotor Marvin Mehlem wegen einem noch nicht vollständig auskurierten Infekt. In der Hauptstadt Sachsen-Anhalts lautete vor dem Anpfiff das Motto für die auf dem Papier schwächste Ligaauswärtsmannschaft, beim zweiten Match hintereinander in der Fremde unbedingt etwas Zählbares nach Südhessen zu entführen, um den Gastgeber auf Distanz zu halten.

In der ersten halben Stunde konnten die Lilien praktisch null Akzente nach vorne setzen und beschränkten sich komplett auf die Defensivarbeit. Wenn einer der beiden Seiten bezüglich dem Ziel eines Einnetzerfolgs Engagement zeigte, war es der Hausherr. Zum Glück aus 98er-Sicht fehlte den offensiv bekannt harmlosen Magdeburgern auch heute jegliche Durchschlagkraft, so dass die Nullnummer selten in Gefahr geriet. Außerdem spielte dem Sportverein die Verletzung vom FCM-Leistungsträger Philip Türpitz in die Karten, dessen Ausfall die angreifenden Bemühungen stocken ließ.

Auch nach dem Seitenwechsel passierte in den jeweiligen Strafräumen nicht wirklich viel. Die Lilien standen vor allem dank den beiden „Sechsern“ Palsson und Moritz relativ sicher, während die Gegenzüge meist im Ansatz verpufften. Die kreativen Ideen von Mehlem fehlten ähnlich wie in Fürth an allen Ecken und Enden. In der Schlussphase sickerte zudem die Kunde von der Sandhäuser Führung gegen Dresden durch, was den Mut für einen Lucky Punch nicht gerade befeuerte. Ein Tor für Magdeburg und der Vorsprung wäre binnen einer Woche von neun auf drei Zähler geschmolzen.

Das Minimalziel Unentschieden sollte also verteidigt werden und erfuhr kurz vor dem Ende sogar eine Beförderung in die optimale Resultatsdimension. Tobi Kempe löffelte einen Freistoß nicht wie gewohnt hoch Richtung „Fünfer“, sondern legte den Ball flach zu Dursun ab, der ihn auf Heller weiter lenkte. Der Flügelflitzer, der diesem Ruf heute eigentlich nicht gerecht wurde, dachte sich wohl, dass er es eher mal als Knipser versuchen sollte. Gesagt, getan: Sein Abschluss zischte leicht abgefälscht in die Maschen und erlöste Trainer, Spieler und die ca. 500 mitgereisten Fans nicht nur vor der Befürchtung eines Worst Case – Szenarios, sondern katapultierte das Guthaben zur Relegationsstelle auf satte neun Zähler, die eigentlich reichen sollten, um auch in der kommenden Saison im Zweitligageschäft die Lilie auf der Brust zu präsentieren.

Der 1. FC Magdeburg hat sich also endgültig zum neuen Darmstädter „Lieblingsgegner“ entpuppt. Nach den Erfolgen im Pokal und beim Hinspiel sackte der SV98 auch beim dritten Vergleich binnen einer Spielzeit die volle Beute ein und blickt den restlichen Rundenaufgaben jetzt ohne die größte Nervenbelastung entgegen. Am Ostersonntag könnten die Lilien zu Hause gegen VfL Bochum einen weiteren Riesenschritt zum vorzeitigen Happyend hinlegen. 

Letzte Änderung amSamstag, 13 April 2019 15:57
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