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2. Bundesliga

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Lilien wollen gegen die Revierblume für den zeitigen Klassenerhalt nachlegen

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Nach dem erfolgreich absolvierten Wegweiserschritt in Magdeburg könnte der SV Darmstadt am Sonntagmittag im Falle eines Sieges gegen den blau-weißen Kultkollegen VfL Bochum bereits im fünftletzten Saisonligaeinsatz die vorentscheidende Hürde auf dem Weg zum vorzeitigen Klassenerhalt überspringen. Anstoß am Bölle ist um 13Uhr30.

Das war schon ein kleiner Tanz auf dem Drahtseil am vergangenen Samstag in der sachsen-anhaltinischen Hauptstadt. Was im Blätterwald der Heinermetropole und noch mehr in den sozialen Medien losgewesen wäre, wenn statt Marcel Heller ein Kicker des FCM in der 87. Minute das entscheidende Tor dieser Big Point – Begegnung erzielt hätte, wollen wir uns gar nicht vorstellen.  So aber erlöste Heller das mit den Lilien mitfiebernde Südhessenland und legte nicht nur das Worst Case – Szenario von nur drei Punkten Vorsprung zum Relegationsplatz ad acta, sondern schraubte das Guthaben auf beruhigende neun Zähler hoch.

Diese aktuelle Konstellation ist natürlich weitaus angenehmer, um in den verbleibenden Aufgaben den Ligaverbleibsack zuzuschnüren und den Zweitligakontrakt für ein drittes Jahr en block zu unterschreiben. Wenn der Sportverein gewinnt und Magdeburg gleichzeitig in Regensburg leer ausgeht, wäre der Klassenerhalt schon am Sonntagnachmittag zu 98% perfekt (eine Hundertprozentsicherheit würde das Torverhältnis verbieten). Ein Sieg gegen Bochum garantiert auf jeden Fall, dass die Lilien nicht mehr direkt absteigen können, egal wie die beiden Schlusslichter Duisburg (gegen Sandhausen) und Ingolstadt (in Bielefeld) abschneiden.

Das sind natürlich statistische Spielereien, die Trainer Dimitrios Grammozis nur ganz am Rande interessieren dürften. Sein Hauptaugenmerk wird wieder einer ausgefeilten Taktik gelten, um den Gast aus dem Pott kämpferisch und spielerisch in die Knie zu zwingen. Dafür stehen ihm wieder mehr Personalalternativen zur Verfügung. Yannick Stark hat seine Gelbsperre abgesessen und Marvin Mehlem könnte nach überstandenem Infekt, der ihm das kickende Mitwirken bei den beiden Auswärtspartien in Fürth und Magdeburg untersagte, wieder seine technische Kreativität unter Beweis stellen.

Mit dem VfL hat der SV98 noch einige Rechnungen offen, weil die letzten drei Begegnungen gegen die „Revierblume“ allesamt mit einem Tor Unterschied in den Sand gesetzt wurden (u.a. beim 0:1 im Hinspiel „anne Castroper“). Dieser Minuslauf schwärzte ein wenig die zuvor so glänzenden Vergleichsstatistiken, so dass inzwischen die Summe der Duelle komplett ausgeglichen ist (je vier Siege bei einem Unentschieden). Jetzt steht also die zehnte blau-weiße Konfrontation auf der Agenda und da wollen die Lilien bezüglich der internen Treffen wieder „in Führung gehen“.

Für die Bochumer kommt die laufende Saison eher einer Enttäuschung gleich. Von einem erhofften Angriff Richtung Spitzengruppe konnte nie die Rede sein. Immerhin war die Mannschaft aber auch stark genug, um dem Abstiegsgespenst einen Besuch des Ruhrstadions zu verbieten. Momentan ist das Team von Coach Robin Dutt auf der zehnten Stelle notiert und hat zwei Punkte mehr als der SV98 auf dem Konto. Auffälligster Kicker ist Goalgetter Lukas Hinterseer, der in der Vorwoche beim 3:2 gegen Fürth die Franken praktisch im Alleingang besiegte. Sein Trefferdreierpack bugsierte ihn hinter dem uneinholbar vorauseilenden Simon Terodde auf den zweiten Platz der Torschützenliste.

Von der ruhmreichen Vergangenheit, in der der VfL Bochum mit einem Doppelpass jeden Gegner nass machte, ist nicht mehr allzu viel übrig geblieben. Trotz einigen erstklassigen Episoden in der alten Oberliga West reichte es im Schatten der übermächtigen Schalker für eine Starterlaubnis in der 1963 gegründeten Bundesliga nicht aus. Man musste den Umweg über die Verbandsliga Westfalen gehen, um 1965 erst in die Regionalliga und dann 1972 mit dem legendären Knipser Hans Walitza endlich in die neue Beletage aufzurücken. Dort erarbeite sich der VfL den Ruf der „Unabsteigbaren“. Jahr für Jahr gelang oft auf dem letzten Drücker das Happyend, ehe 1993 trotz allem Grubengold Schicht im Schacht war und die Umgestaltung zur Fahrstuhltruppe Gestalt annahm.

Bis 2011 gelang nach einem Absturz immer der sofortige Wiederaufstieg. Als vor acht Jahren die Gladbacher Fohlen in der Relegation den längeren Atem bewiesen, musste der VfL sein Himmelbett für Tauben fest für die Zweite Liga buchen und zitterte sogar einige Male vor einem Absturz in die dritte Etage. Beim insgesamt fünften Gastspiel am Bölle soll Bochum wie bei den ersten drei Stippvisiten (unvergessen ist das Debüt Ende 1978 aufgrund des Darmstädter „One Night – Stands“ eines gewissen Bum Kun Cha) mit leeren Händen heim ins Ruhrgebiet touren. So lautet zumindest die Wunschvorstellung aller Heiner, damit die Deklaration des Klassenerhalts wieder ein Stückchen näher rückt.

Alle Partien vom 30. Zweitligaspieltag:

Sa 20.04. 13.00

Hamburger SV – Erzgebirge Aue, Holstein Kiel – SC Paderborn, MSV Duisburg – SV Sandhausen, Spvgg Greuther Fürth – Union Berlin

So 21.04. 13.30

SV Darmstadt 98 – VfL Bochum, Arminia Bielefeld – FC Ingolstadt, Jahn Regensburg – 1. FC Magdeburg, 1. FC Heidenheim – FC St. Pauli, Dynamo Dresden – 1. FC Köln 

 

Letzte Änderung amDonnerstag, 18 April 2019 13:47
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