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2. Bundesliga

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Unterschreiben die Lilien ausgerechnet beim Geißbock den Fortbestand ihrer Zweitligazugehörigkeit?

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Mit dem SV Darmstadt 98 und dem 1. FC Köln stehen zwei Traditionsklubs kurz vor dem Erreichen ihrer differenzierten sportlichen Ziele. Am Freitagabend prallen die rheinischen und südhessischen Fußballaushängeschilder im Müngersdorfer Rheinenergiestadion direkt aufeinander, wobei vier Runden vor dem Saisonende allerdings nur die Lilien den Sack bereits zumachen können (Anstoß 18Uhr30).

Der „Effzeh“ schwächelte in den letzten drei sieglosen Partien als stolzer respektive klar führender Tabellenführer und hat deshalb selbst bei einem Kantersieg keine Chance, die Saisonernte bereits am 31. Spieltag einzufahren. Dagegen verfügt der Sportverein über zwei Möglichkeiten, dass eine verfrühte Fete steigt: Erstens aus eigener Kraft mit einem Sensationsdreier beim Primus (was sich angesichts des krassen Außenseiterstatus zunächst einmal unrealistisch anhört) oder im Falle einer von den Experten erwarteten Niederlage zweitens, wenn der FC Ingolstadt (kickt gleichzeitig zu Hause gegen Dresden) nicht gewinnt und der 1. FC Magdeburg (Heimspiel am Samstag gegen Fürth) verliert. Theoretisch könnten Spieler und Fans der Lilien also auch am Sonnabend auf dem heimischen Sofa sitzend den definitiven Ligaverbleib begießen.

Die aufgelisteten Rechenexempel sind natürlich äußerst vakant und deshalb gilt die ganze Konzentration der Mammutaufgabe, wie man dem sicherlich auf Wiedergutmachung für das zurückliegende 0:3 in Dresden erpichten Favorit Paroli bieten kann. Vor allem die blau-weiße Defensivabteilung muss Schwerstarbeit einkalkulieren, denn das Kölner Prunkstück ist zweifellos die Angriffsmaschinerie, die vom herausragenden Zweitligaknipser Simon Terodde (28 Einschweißungen in 29 Einsätzen und deshalb vorab unangefochtener Torschützenkönig) und dem ebenfalls überaus treffsicheren Jhon Cordoba (16 Buden) dirigiert wird. Insgesamt hat der Effzeh 75mal das Runde ins Eckige bugsiert, was selbstredend den Bestwert darstellt.

Das Kölner Team ist aber auf allen Positionen überdurchschnittlich besetzt. Die Bundesligarückkehr nach dem neuerlichen Betriebsunfall der vergangenen Saison (sechster Abstieg aus dem Oberhaus seit 1998) ist prinzipiell beschlossene Sache. Den Achtpunktevorsprung auf Rang Drei wird sich die Mannschaft von Trainer Markus Anfang, der sich vor der laufenden Runde von einem norddeutschen Storch in einen rheinischen Geißbock verwandelte, nicht mehr nehmen lassen. Für diese Mutmaßung muss man kein Prophet vor dem Herrn sein.

Wie also soll beim designierten kommenden Zweitligameister die Gegenwehr adäquat funktionieren? So oder ähnlich lautet wohl die Kardinalfrage bei den zahlreich mit in die Domstadt reisenden Fans. Die Antwort könnte Übungsleiter Dimitrios Grammozis wissen, der in seiner noch jungen Amtsperiode mehrfach unter Beweis stellte, dass er dem Gegner überraschende und schwer lösbare Taktiken anbietet. Auch fern des Bölle bei höher dotierten Herausforderern, obwohl der SV98 immer noch die rote Auswärtslaterne trägt. Man frage nach beim HSV…

Auf jeden Fall sollten die Lilien nicht nur auf ein Abwehrbollwerk bauen. Das würde aufgrund der Kölner Vorwärtsgangqualität wahrscheinlich in die Hose gehen. Vorsichtiger Mut zum Risiko könnte eine Marschroute sein – natürlich leichter geschrieben als getan. So oder so ist der Blick in die Duellstatistik gegen den FC den 98er-Kickern nicht zu empfehlen. Der erste deutsche Bundesligameister 1964 (insgesamt küssten kölsche Jungs dreimal die Salatschüssel) hat sich bislang als unbezwingbarer Kontrahent erwiesen.

Achtmal in der Beletage, zweimal im DFB-Pokal und auch beim Hinspiel zur internen Zweitligapremiere am restlos ausverkauften Bölle (3:0 für den FC wegen drei Toren zwischen der 55. und 70. Minute, obwohl der Sportverein in der ersten Hälfte die bessere Performance ablieferte) erwiesen sich die Idole vom Kultmaskottchen Hennes (benannt nach Hennes Weisweiler) bis auf zwei Remis immer als eine Nummer zu groß.

Doch jede Serie reißt bekanntlich einmal. Also warum sollten ungeachtet des Underdog-Modus sich die 98er in Müngersdorf beim amtierenden achten Geißbock nicht die diesbezüglichen Jungfrauhörner abstoßen? Die Hoffnung stirbt ja zuletzt. Und falls ein Paukenschlag wirklich glückt, wären zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Debütsieg gegen den Effzeh und noch wichtiger: Der unabänderliche vorzeitige Klassenerhalt!

Alle Partien vom 31. Zweitligaspieltag:

Fr 26.04. 18.30

1. FC Köln – SV Darmstadt 98, FC Ingolstadt – Dynamo Dresden

Sa 27.04. 13.00

SV Sandhausen – Holstein Kiel, FC St. Pauli – Jahn Regensburg, 1. FC Magdeburg – Spvgg Greuther Fürth

So 28.04. 13.30

Union Berlin – Hamburger SV, Erzgebirge Aue – VfL Bochum, SC Paderborn – 1. FC Heidenheim

Mo 29.04. 20.30

MSV Duisburg – Arminia Bielefeld

Letzte Änderung amMittwoch, 24 April 2019 18:44
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