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2. Bundesliga

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SV98 will sich im Florian Wellmann – Stadion keine Blöße geben

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Pause vom Zweitligastress, aber nicht vom Pflichtspielalltag: Nach dem guten Saisonstart streben die Lilien mit einem von allen Seiten erwarteten Sieg den Einzug in die zweite DFB-Pokalhauptrunde an. Als ca. 98:2 gehandelter Favorit schlägt die blau-weiße Mannschaft von Dimi Grammozis am Sonntag beim Bremer Fünftligisten FC Oberneuland auf (Kick-off 15Uhr30).

Auf der DFB-Pokalbühne musste sich der Sportverein im aktuellen Jahrtausend nur ein einziges Mal einem klassentieferen Herausforderer beugen. Die durch eine vom damaligen Trainer Norbert Meier unglücklich gewählte Formation respektive Taktik mündete 2016 in der 0:1-Blamage beim Regionalligisten Astoria Walldorf. Dieser Ausrutscher soll eine Eintagsfliege bleiben. Davor und danach wurden die Lilien gegen die sogenannten Underdogs ihrem Favoritenstatus gerecht.

Auch im Bremer Stadtteil zählt natürlich nichts anderes als ein souveränes Weiterkommen. Der Rundeneinstieg (1:1 beim HSV und 2:0 gegen Kiel) sollte dem Team genügend Sicherheit übermitteln, um mit der Mischung einer respektvollen Einstellung plus dem Abruf des im Vergleich zum Gastgeber selbstredend weitaus adäquater vorhandenen Leistungspotenzials kein blaues Wunder zu erleben, auch wenn man berücksichtigt, dass die Außenseiter oft über sich hinauswachsen und der Pokal angeblich seine eigenen Gesetze hat (drei Euro für´s Phrasenschwein sind bezahlt).

Der FC Oberneuland ist in der Bremen-Liga zu Hause (ungefähr vergleichbar mit der Hessenliga) und für die Lilien ein völlig unbeschriebenes Blatt. Zumindest was den gastgebenden Matador betrifft, denn im Florian Wellmann – Stadion trat der SV98 im gleichen Wettbewerb schon einmal an. Dorthin wich nämlich der FCO-Lokalrivale Bremer SV 2016 aus, um seinen Cupkracher gegen den Sportverein auszutragen. Der seinerzeitige Bundesligist gewann überaus standesgemäß 7:0, ehe es eine Runde später das erwähnte böse Erwachen in Walldorf gab.

Bekanntester Protagonist in den Reihen des zwischen 2008 und 2013 seine größten Erfolge feiernden Klubs (vier Jahre in der Regionalliga Nord) ist sicherlich der sportliche Leiter. Günter Hermann war einst ein vielbeschäftigter Bundesligaprofi (262 Partien für Werder und Wattenscheid). Außerdem stehen zwei Länderspiele in seiner Vita und Hermann darf sich Weltmeister 1990 nennen, obwohl er als Mitglied des kaiserlichen Italienaufgebots zu keinem Einsatz kam. 

Erst eine Woche nach den Lilien startete der FCO in seine Punktspielsaison auf dem Areal der Bremen-Liga, wo man als heißer Anwärter auf die Meisterschaft gilt. Diesen Vorschusslorbeeren wurde Oberneuland dank einem 5:1 beim ESC Geestemünde und dem 3:0 gegen den Brinkumer SV binnen 48 Stunden vollauf gerecht und holte sich durch das sofortige Erklimmen der Tabellenspitze den Appetit, um nun überregional auf eine Überraschung zu hoffen. Doch wenn die Lilien mit der ihnen von Übungsleiter Grammozis eingeimpften Ernsthaftigkeit zu Werke gehen, sollte eigentlich beim dritten von vier Saisoneinstiegspartien gegen kickende Vertreter aus dem hohen Norden (Montag in einer Woche folgt beim VfL Osnabrück die Rückkehr auf das Zweitligaparkett) für das Abholen des Zweitrundentickets nichts anbrennen.

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