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2. Bundesliga

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SV98 wird an der Bremer Brücke vorgeführt

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Alle Warnungen vor einem Montagabendmatch bei einem heißen Aufsteiger inklusive lautstarkem Anhang versickerten im niedersächsischen Boden. Der SV Darmstadt 98 stand in seinem dritten saisonalen Zweitligamatch neben sich, fand zu keinem Zeitpunkt ein Widerstandskonzept und ging beim VfL Osnabrück auch in der Höhe gerechtfertigt mit 0:4 baden.

VfL Osnabrück – SV Darmstadt 98   4:0

VfL: Körber, Van Aken, Heyer, Gugganig, Wolze, Blacha (87. Köhler), Agu, Taffertshofer, Ouahim (75. Alvarez), Heider, Amenyido (88. Farrona Pulido)

SVD: Stritzel, Egbo, Dumic, Höhn, Holland, Stark (61. Schnellhardt), Palsson, Heller, Mehlem (86. Kempe), Skarke, Dursun (46. Wittek)

Tore: 1:0 Amenyido 16. 2:0 Wolze 51. 3:0 Ouahim 72. 4:0 Alvarez 79.

Zuschauer: 14100

Gegenüber dem souveränen Pokalerfolg in Oberneuland veränderte Coach Dimi Grammozis die Anfangsformation unter dem Flutlicht der Bremer Brücke auf zwei Positionen: Mandela Egbo ersetzte den am Oberschenkel verletzten Patrick Herrmann und feierte seine blau-weiße Startelfpremiere. Außerdem rückte der etwas defensiver orientierte Victor Palsson wieder für Fabian Schnellhardt in die Mannschaft. Das gemeinsame Ziel lautete: Auch nach dem vierten Saisonpflichtspiel ungeschlagen bleiben. Von Fantastereien (ein Sieg mit drei Toren Unterschied hätte den SV98 an die Tabellenspitze katapultiert) war vernünftigerweise nichts zu hören, denn mit solchen Aussagen wären die Lilien nach dem Kehraus von einer Hämeflut überschüttet worden…

Von Beginn an übernahmen die Hausherren das Zepter und untermauerten, dass sie nur eines wollten: Den ersten Heimsieg nach dem Wiederaufstieg. In punkto Aggressivität, Zweikampfverhalten und Erfolgsgier war der VfL dem Sportverein um Welten voraus. Warum die in orange antretenden Gäste sich nach dem guten Rundenauftakt so extrem die Butter vom Brot klauen ließen, wird wohl ihr Geheimnis bleiben.

Eigentlich ist Doppelkopf ein Spiel für vier Personen. Die Lila-Weißen benötigten aber nur zwei (Heider und Amenyido), um die 98er-Abwehr in der Luft auszuhebeln und zum 1:0 einzuköpfen (16.). Der erste Saisonrückstand animierte die südhessische Mannschaft, endlich auch mal offensiv etwas zu versuchen, aber Keeper Körber wehrte den von Höhn abgesendeten Kopfball in Folge eines Stark-Freistoßes ab. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass diese Aktion praktisch als einzige echte Torchance in die Statistik eingehen würde.

Die bestimmt in der Halbzeit vorgenommen Positivvorsätze für eine Wende mündeten sieben Minuten nach dem Wiederanstoß im vorentscheidenden Dämpfer. Bei einem zugegeben optisch schön anzuschauenden VfL-Angriff standen die Lilien wieder nur Spalier und Wolze konnte Torwart Stritzel aus kurzer Entfernung überwinden. Von einem echten Aufbäumen war auch danach wenig zu sehen. Selbst die vage Hoffnung, dass Osnabrück dem hohen Anfangstempo Tribut zollen müsse (so wie vor drei Wochen beim 1:3 gegen Heidenheim nach 1:0-Führung), platzte wie eine blau-weiße Seifenblase.

Dilettantische Abwehrpatzer luden den Platzhirsch ein, das Ergebnis auf 4:0 aufzustocken. Das Beste aus 98er-Sicht war an der Bremer Brücke der erlösende Schlussgong. Die erste Saisonniederlage wurde in aller Deutlichkeit protokolliert. Ob der Busfahrer auf der Heimfahrt den Song „I don´t like Mondays“ von den Boomtown Rats aufgelegt hat, ist nicht bekannt. Auf jeden Fall sind die Lilien nach der Prologeuphorie jäh auf dem Tatsachenboden gestrandet. Aber wie sagt man so schön: Lieber einmal 0:4 als viermal 0:1. Schon am Freitagabend kann das Grammozis-Team im Heimspiel gegen Dynamo Dresden eine adäquate Antwort anbieten und die Heinerstimmungslage wieder in optimistischere Dimensionen lenken… 

Letzte Änderung amDienstag, 20 August 2019 08:16
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