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2. Bundesliga

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Schnelle Chance für eine Kompensation

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Das „Gute“ am ersten deftigen Saisonrückschlag ist, dass der SV Darmstadt 98 nicht lange nachkarten muss/kann und nur vier Tage später die Möglichkeit hat, sein Potenzial wieder ins rechte blau-weiße Licht zu rücken. Nach dem in Osnabrück erlittenen „Leistungs- und Ergebnisschock“ empfangen die Lilien am Freitagabend Dynamo Dresden und hoffen auf eine postwendende Wiedergutmachung (Anstoß 18Uhr30).

Die unerklärlich schwache Performance am Montagabend an der Bremer Brücke begleitet natürlich die kurze Überbrückungsphase bis zum zweiten Saisonheimspiel. Vor allem in den sozialen Netzwerken wird/wurde der völlig missglückte Dienstausflug nach Niedersachsen „ausgeschlachtet“ – so wie es in der heutigen Zeit mit Hilfe der modernen Kommunikationsmittel (oft übertrieben) gang und gäbe ist. Von praktisch einem Moment zum anderen verwandelte sich die Gesinnungsmeinung von „himmelhoch jauchzend“ in „zu Tode betrübt“.

Wahrscheinlich liegt die Realität irgendwo dazwischen. Der sehr ordentliche Saisonstart (vier Punkte aus zwei Partien plus das souveräne Erreichen der zweiten DFB-Pokalhauptrunde) kochte die Stimmung bis hin zu Aufstiegsträumen hoch und nach der Osnabrücker Dämpferkanonade herrscht bei einigen – vielleicht auch aufgrund dem jähen Tabellenabsturz von Sechs auf Dreizehn - schon wieder Abstiegspanik. Dabei sind gerade mal drei Ligapartien absolviert und der SV98 liegt mit vier Zählern absolut im Soll.

Selbstredend will niemand die überaus enttäuschende Vorstellung beim VfL schönreden, doch nach den ersten Rundeneindrücken lebt die Hoffnung, dass die Mannschaft gefestigt genug ist, um solche Nackenhiebe – selbst in dieser Resultatsdimension – zu kompensieren. Bereits am Freitag ist eine positive Reaktion gefragt und die versucht das Team vom Rasen auf die Bölle-Ränge zu übermitteln – wohl wissend, dass die Partie für die kommenden Wochen richtungweisend sein kann, denn Dynamo Dresden hat einen Punkt weniger auf dem Konto und wird für eine Bilanzaufstockung ebenfalls alles in die Waagschale werfen.

Der Gast aus „Elbflorenz“ startete mit zwei relativ unglücklichen Niederlagen gegen den „Glubb“ und beim nächsten 98er-Pokalkontrahenten KSC, ehe das 2:1 gegen Heidenheim nach 0:1-Rückstand zunächst für sportliche Erlösung sorgte. Dabei traf der spät verpflichtete schwedische Neuzugang Alexander Jeremejeff bei seinem Debüt gleich ins Schwarze und scheint die ersehnte Sturmverstärkung darzustellen. Das Momentum der zurückliegenden Ligaprüfung spricht also für Dresden. Aber nicht die erst aus vier Spielen bestehende interne Statistik. Da haben die Lilien knapp die Nase vorne – weil sie im Frühjahr die letzte Auseinandersetzung am Bölle mit einem 2:0 abschlossen.

Seinerzeit beendete der Heimerfolg eine vorausgegangene Durststrecke, die Dirk Schuster den Job kostete und dessen zweite 98er-Ära beendete. Sein Nachfolger Dimi Grammozis war vor dem Anpfiff schon engagiert. Doch gegen die kickenden Vertreter der sächsischen Landeshauptstadt stand interimsmäßig Kai Peter Schmitz in der Verantwortung, der nach dem „Dreier“ (Tore Kempe & Dursun) als „Hundertprozenttrainer“ in die Annalen einging (ein Spiel – ein Sieg).   

Dynamo Dresden ist vor allem im Osten Kult. Kein Wunder, wenn man ins Archiv der alten DDR-Oberliga blättert: Acht Meisterschaften und sieben Pokalsiege. Hinzu gesellen sich unvergessene Europapokalnächte im Rudolf Harbig - Stadion. Nach der Wende gebührte Dynamo neben Hansa Rostock ein Eingliederungsrecht für die Bundesliga, ehe man 1995 wegen finanzieller Schieflage in die Dritt- und später sogar in die Viertklassigkeit musste. Wie viele andere DDR-Klubs rutschte Dresden auf dem Spagat von „Ost nach West“ wirtschaftlich aus. Aber getragen von seinen treuen und zumindest früher manchmal zu oft auch über die Stränge schlagenden Anhängern kehrte die Elf aus der Stadt rund um Zwinger und Semperoper aus den Niederungen zurück und stieg 2004, 2011 und zuletzt 2016 zumindest wieder in die Zweite Liga auf.

Für die Darmstädter Neuzugänge Erich Berko (bislang wegen einer während der Vorbereitung erlittenen Verletzung noch nicht für den SV98 am Ball) und Dario Dumic ist das kommende Duell sicherlich eine besondere Partie, denn in der vergangenen Saison trugen sie noch das Dynamo-Trikot. Auch die blau-weißen Korsettstangen Marcel Heller und Tobi Kempe waren einst für Dresden aktiv. Diese frühere Verbundenheit wird das Quartett am Freitagabend ausblenden, um zusammen mit seinen Teamkameraden die Fans des Sportvereins für die am Wochenanfang kassierte Blamage (hoffentlich) zu versöhnen…

Alle Partien vom 4. Zweitligaspieltag:

Fr 23.08. 18.30

SV Darmstadt 98 – Dynamo Dresden, Erzgebirge Aue – VfB Stuttgart

Sa 24.08. 13.00

VfL Bochum – SV Wehen Wiesbaden, Hannover 96 – Spvgg Greuther Fürth, Jahn Regensburg – Arminia Bielefeld

So 25.08. 13.30

Karlsruher SC – Hamburger SV, 1. FC Nürnberg – VfL Osnabrück, 1. FC Heidenheim – SV Sandhausen

Mo 26.08. 20.30

FC St. Pauli – Holstein Kiel

Letzte Änderung amDonnerstag, 22 August 2019 14:28
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