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2. Bundesliga

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SV98 will mit einem Positiverlebnis in die Länderspielpause

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Der fünfte saisonale Zweitligajob führt den SV Darmstadt 98 am Freitagabend in den Rhein-Neckar-Kreis zum derzeit überzeugend auftretenden SV Sandhausen. Die Mannschaft von Trainer Dimi Grammozis hat ergo eine hohe Hürde vor Augen und muss gegenüber den letzten beiden Partien sicherlich eine Schippe drauflegen, damit die anschließende Landerspielpause nicht von der zweiten Niederlage überschattet wird. Anstoß im BWT-Stadion am Hardtwald ist um 18Uhr30.

Blickt man auf die jüngsten Leistungszeugnisse hier wie da, muss der Gastgeber zunächst einmal als Favorit eingestuft werden. Während der SV98 vor allem bei der 0:4-Klatsche in Osnabrück auf der ganzen Linie enttäuschte und auch beim anschließenden 0:0 gegen Dynamo Dresden prinzipiell „nur“ über den glücklichen Punktgewinn froh sein konnte, spulte Sandhausen ein imponierendes Programm ab und wies sowohl zu Hause den 1. FC Nürnberg (3:2) als auch auswärts im BW-Derby den 1. FC Heidenheim (2:0) in die Schranken.

Das Selbstvertrauen dürfe aktuell beim SVS opulenter vorhanden sein. Die Lilien wissen also um die Schwere der Aufgabe, die sie da nur rund sechzig Kilometer von der Heimat entfernt erwartet. Vor allem bezüglich dem Umschaltspiel Richtung Offensive sollte sich das blau-weiße Team steigern. Auf die Defensivabteilung war ja in dieser Saison mit Ausnahme des desolaten Auftritts an der Bremer Brücke bislang Verlass.

Die nach vier absolvierten Runden sicherlich noch nicht richtig aussagekräftige Tabelle wirft die Nordbadener als Nummer Vier mit sieben Punkten und die Südhessen als Elfter mit fünf Zählern aus. Beide Klubs eint der Fakt, die einzige Saisonniederlage gegen den VfL Osnabrück kassiert zu haben. Die übersichtliche Bilanz zwischen den beiden Sportvereinen von 1916 und 1898 ist ausgeglichen. In den erst zehn Vergleichen (trotz der geringen geographischen Distanz sind Blau-Weiß und Schwarz-Weiß wegen der „Landesgrenze“ Hessen/Baden-Württemberg plus der langen SVS-Restriktion auf der Oberligabildfläche erst zum sechsten Mal zusammen in einer Spielklasse notiert) konnte sich bei vier Unentschieden jede Partei dreimal durchsetzen.

Allerdings warten die Lilien seit der erneuten Zusammenführung nach dem Bundesligaabstieg 2017 auf einen Sieg. Die letzten beiden „Dreier“ (darunter der einzige Sieg in Sandhausen) sind aus der legendären Zweitligasaison 14/15 (Durchmarsch ins Oberhaus) notiert. Kurioserweise endeten die vergangenen drei Gegenüberstellungen allesamt 1:1, wobei das letzte in diesem Format dokumentierte Resultat noch in bester Erinnerung ist.

Am 15. Februar duellierten sich die Kontrahenten ebenfalls an einem Freitagabend im Hardtwald. Nach dem 1:1 beurlaubten die 98er-Offiziellen Dirk Schuster und legten damit auch das zweite Trainerkapitel des Doppelaufstiegsheroen ad acta. Erst vor wenigen Tagen wurde Schuster nach einem halben Jahr coachender Tatenlosigkeit von der Darmstädter Gehaltsliste gestrichen und übernahm die Übungsleitertätigkeit beim Ligarivalen Erzgebirge Aue, weshalb es Ende Oktober zum Wiedersehen am Bölle kommt.

Zurück zum nächsten Lilienherausforderer: Der SVS breitete sich nach zuvor praktisch jahrzehntelanger Fußballbeschränkung innerhalb Baden-Württembergs (zumindest Deutscher Amateurmeister 1978 & 1993) ab 2007 überregional aus. 2012 wurde der Premierenaufstieg in die Zweitklassigkeit gefeiert und seitdem verteidigen die Kurpfälzer gegen das traditionsreiche Establishment hartnäckig ihre Aufenthaltsberechtigung im Bundesligaunterbau. Jahr für Jahr zeigen sie dem Abstiegsgespenst eine lange Nase und ärgern die Alteingesessenen.

Vor diesem „gallischem Engagement“ muss man den Hut ziehen, auch wenn die Erfolgsgeschichte von den heimischen Zuschauern nur unzureichend honoriert wird. Bezüglich Attraktivität respektive Zugkraft lässt der Verein arg zu wünschen übrig und gilt als graue Maus der Liga. Im Heimspielzuschauerschnitt ist das feste Abonnement der roten Laterne permanent sicher und auswärts die Anzahl der Mitreisenden überspitzt ausgedrückt an den Fingern beider Hände abzuzählen.

Auch am Freitagabend dürfte erneut die akustische Dominanz der 98er-Fans das Hardtwald-Stadion beherrschen. Ob die blau-weiße Mannschaft ähnlich produktiv den kickenden Widersacher in Schach hält, werden die eventuell wegweisenden neunzig Minuten zeigen. Mindestens ein Punkt wäre Gold wert, um dann nach einer zweiwöchigen Pause gut gelaunt den süddeutschen Evergreen gegen den "Glubb" zu intonieren.  

Alle Partien vom 5. Zweitligaspieltag:

Fr 30.08. 18.30

SV Sandhausen – SV Darmstadt 98, 1. FC Nürnberg – 1. FC Heidenheim

Sa 31.08. 13.00

Arminia Bielefeld – Spvgg Greuther Fürth, Dynamo Dresden – FC St. Pauli, SV Wehen Wiesbaden – Jahn Regensburg

So 01.09. 13.30

Hamburger SV – Hannover 96, VfL Osnabrück – Karlsruher SC, Holstein Kiel – Erzgebirge Aue

Mo 02.09. 20.30

VfB Stuttgart – VfL Bochum

Letzte Änderung amDonnerstag, 29 August 2019 11:27
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