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2. Bundesliga

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Bitterer „Enttäuschungshattrick“

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Am Freitagabend setzte sich die sportliche Talfahrt des SV Darmstadt 98 fort. Die Lilien verloren beim seinen dritten Sieg in Folge feiernden SV Sandhausen 0:1 und warten jetzt seit 295 Minuten auf einen Zweitligatreffer. In der momentanen Verfassung (wenig Selbstvertrauen und schwaches Umschaltspiel) ist ein längerfristiger Aufenthalt im Tabellenkeller zu befürchten. Auch das in der Entstehung kaum fassbare Tor des Tages spiegelt die missliche Ist-Situation wider.

SV Sandhausen – SV Darmstadt 98  1:0

SVS: Fraiusl, Diekmeier, Zhirov, Nauber, Paqarada, Zenga (90. Frey), Linsmayer, Förster, Engels (79. Scheu), Behrens, Gislason (81. Türpitz)

SVD: Stritzel, Herrmann, Dumic, Höhn (79. Berko), Holland, Schnellhardt (62. Stark), Palsson, Heller (68. Egbo), Mehlem, Skarke, Dursun

Tor: Zenga 47.

Zuschauer: 7680

Besonderes: Gelb-Rot Palsson (SVD) 58.

Mit zwei personellen Startelfveränderungen (Patrick Herrmann als „neuer“ Außenverteidiger für Mandela Egbo und Fabian Schnellhardt im Mittelfeld für den erstmals in dieser Saison aus der Anfangsformation rutschenden Yannick Stark) ging 98-Coach Dimi Grammozis das erhoffte Unternehmen „Auswärtsbeuteentführung“ an. Die lautstarke Unterstützung der den Akustiksound im Hardtwaldstadion bestimmenden eigenen Fans war den Lilien schon lange vor dem Anstoß gewiss.

Während der ersten Viertelstunde durfte die zahlreich angereiste blau-weiße Anhängerschar ein befreiendes Positiverlebnis ins Kalkül ziehen. Der SV98 legte offensiv unerwartet forsch los und erarbeitete sich - überspitzt formuliert - mehr Torraumszenen wie in den beiden vorausgegangenen Partien zusammen. Schon nach 22 Sekunden hätte es klingeln können, aber Mehlems Abschluss wurde von zwei Sandhäuser Körpermassen abgeblockt.

Die herbeigesehnte frühe Führung blieb trotz weiterer Chancen aus, weshalb die Lilien nach und nach den Faden verloren und die Hausherren immer besser ins Match fanden. Bis zur Pause wurde allerdings hüben wie drüben eine mögliche Einnetzung verpasst - weil auch beim SVS die Knipserfähigkeiten auf Eis lagen und Keeper Stritzel stets auf der Hut war. Mit der ersten erwähnenswerten Aktion nach dem Wiederanpfiff kassierten die 98er geradezu „amateurhaft“ den Rückstand. Ein eigener Angriff, den Marcel Heller nicht konsequent genug zu Ende spielte, mündete in einem Konter und einem „Scheibenschießen" rund um den Darmstädter Sechzehner. Mehrere Male hätte die Kugel geklärt werden können, doch die Abwehrstrategen schafften es nicht, den Ball Richtung Hardtwald zu jagen. Die wiederholten Gastgeschenke nutzte letztendlich Erik Zenga zum „Golden Goal“ der Begegnung.

Zehn Minuten später durfte Victor Palsson beizeiten unter die Dusche. Mit Gelb vorbelastet (völlig überflüssig zehn Sekunden vor der Halbzeit) leistete sich der Isländer eine Art Notbremse und Schiedsrichter Pfeifer (nur mit zwei statt drei "F") zückte regelkonform die Ampelkarte. Das personelle Übergewicht spielte Sandhausen bei der abendlichen Hitze natürlich noch mehr in die Karten. Mit einem Mann weniger stemmten sich die Lilien gegen die nahende Niederlage, allerdings ohne die nötige Ruhe respektive das Durchsetzungsvermögen produktiv zu aktivieren. Eine dicke Gelegenheit bot sich dann doch noch, aber Dumic gelang es freistehend kurz vor Schluss nicht, die Pille an einem SVS-„Störenfried“ vorbei zu bugsieren.

Der finale Gong besiegelte den nächsten Dämpfer und der SV98 hatte den Ergebnissalat. Nur ein Darmstädter (oder besser Ober-Ramstädter) durfte zum Kehraus jubeln: Lilienurgestein Gerhard „Kleppo“ Kleppinger, der seit gefühlt ewigen Zeiten als Co-Trainer in Sandhausen angestellt ist. Seine blau-weißen Nachfolger sind derweil von der Rolle. Vielleicht erweist es sich als günstige Fügung, dass jetzt über vierzehn Tage der Punktspielbetrieb ruht, um im Trainingsalltag den Negativlauf zu analysieren und mit frischem Elan die nächste wichtige Aufgabe am 15. September anzuvisieren. Hierfür gibt sich kein Geringerer als der 1. FC Nürnberg – seines Zeichens Dauererzrivale der 1970er-Jahre – am Bölle die Ehre.

Letzte Änderung amSamstag, 31 August 2019 00:03
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