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2. Bundesliga

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„Joker“ Heller betreibt Schadensbegrenzung

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Die Sieglosserien hielten hüben wie drüben: Im Zweitligakellerduell trennten sich der VfL Bochum und der SV Darmstadt 98 am Samstagmittag 2:2. Aufgrund des spät erzielten Ausgleichstreffers und der dadurch entstandenen Distanzverteidigung zu ihrem Gastgeber können die Lilien sicherlich mit dem Pünktchen etwas besser leben.

VfL Bochum – SV Darmstadt 98  2:2

VfL: Riemann, Gamboa, Danilo (46. Tesche), Decarli, Lorenz, Losilla, Pantovic (79. Bapoh), Blum, Janelt, Ganvoula, Zoller (66. Wintzheimer)

SVD: Stritzel, Herrmann, Dumic, Höhn, Holland, Paik (76. Honsak), Palsson, Schnellhardt (46. Heller), Mehlem (66. Ozegovic), Skarke, Dursun

Tore: 1:0 Ganvoula 10. HE 1:1 Höhn 13. 2:1 Ganvoula 25. 2:2 Heller 85. 

Vor dem Kick-off des tabellarischen Krisengipfels tief im Westen respektive mitten im Pott veränderte Coach Grammozzis an seiner vorherigen Wirkungsstätte (zwischen 2013 und 2019 lernte er im VfL-Jugendbereich das Trainer-ABC) die 98er-Startelf nur auf einer Position. „Stammplatzdauerbrenner“ Marcel Heller musste zunächst auf der ungewohnten Ersatzbank eine freie Stelle suchen und Marvin Mehlem den Einsatzvorzug gewähren, übernahm aber in der Schlussphase noch eine wichtige Hauptrolle.

Schon in der zweiten Minute durchlebte der SV98 knapp einen sportlichen Schreckensmoment. Nach einer Flanke konnte der grätschende Pantovic den Ball nicht über die Linie, sondern nur neben den Kasten bugsieren. Doch der frühe Rückstand war lediglich aufgeschoben und nicht aufgehoben. In Folge einer Hereingabe prallte Immanuel Höhn die Kugel unabsichtlich gegen die Hand. Sofort meldete sich der Kölner Keller zu Wort und forderte Schiedsrichter Rohde zum TV-Schauen auf. Dieser befolgte die Anordnung und deutete dann auf den Punkt, weshalb die Lilien erneut negative Erfahrungen mit dem Videobeweis machten. Ganvoula verwandelte den Elfer zum 1:0.

Das Grammozis-Team erholte sich schnell von diesem Dämpfer und antwortete mit der ersten Auswärtsbude nach zuvor 327 torlosen Minuten. Schnellhardt schaufelte einen Freistoß auf Höhn, der völlig blank lauernd per Kopf das 1:1 erzielte. Das Match wogte fortan hin und her. Der nächste Treffer lag hier wie da in der verregneten Revierluft und fiel dann pro VfL. Wiederum stand Höhn im Fokus. Nach Strafstoßverursachung und geglückter Egalisierung fälschte er diesmal die Pille ungewollt auf den sich mit einem Flugkopfball ins verwaiste Gehäuse bedankenden Ganvoula ab.

Kurz vor der Halbzeit forderten die 98er den Zuspruch eines Elfmeters, aber trotz einer ähnlichen Situation wie beim Handspiel auf der anderen Seite erhielt der Referee diesmal kein Signal für eine Fernsehpause. Die unterschiedlichen Ahndungskriterien bei Handberührungen im Sechzehner bleiben ein Mysterium. Wahrscheinlich hätte nicht einmal Albert Einstein die differenzierten VAR-Blickwinkel erklären können.

Nach dem Wiederanstoß verflachte die Begegnung. Der Sportverein versuchte zwar spielerisch limitiert, doch mit reichlich kämpferischem Engagement, das ergebnistechnische Worst Case - Szenario zu verhindern, während Bochum praktisch nur noch auf die Absicherung seines herbeigesehnten Saisondebütdreiers erpicht war. Von wenigen Ausnahmen abgesehen reduzierten sich deshalb die gefährlichen Torraumszenen gewaltig und den zahlreich mitgereisten Fans drohte der nächste Resultatstiefschlag, ehe es doch noch im VfL-Kasten klingelte.

Ausgerechnet Marcel Heller, den Grammozis zu Beginn der finalen Hälfte ins Gefecht warf, nickte im zweiten Anlauf (den ersten Versuch parierte noch Keeper Riemann) zum inzwischen verdienten 2:2 ein. Sechzig Sekunden darauf hätte die Partie vollends kippen können, aber Riemann wischte reflexartig einen Kopfball von Dursun aus dem Winkel und verhinderte so die dritte 98er-„Birneneinlochung“. Weil in der Nachspielzeit auch Florian Stritzel bei einer Hackenverwertung von Ganvoula auf dem Posten war, ging das letztendlich gerechte Unentschieden in die Bilanz ein.

Somit wartet der VfL immer noch auf den ersten Saisondreier (seit diesem Spieltag übrigen als einzige Mannschaft) und stagniert im Klassement hinter dem Sportverein. Die Lilien sind jetzt sechs Runden sieglos und weiter knapp über dem Strich (15.) aufgestellt, könnten am Sonntag aber noch auf Stufe Sechzehn abrutschen (falls Kiel in Fürth gewinnt). Am nächsten Freitag kommt es am Bölle gegen den KSC zur Reaktivierung eines alten Südklassikers.   

Letzte Änderung amSamstag, 28 September 2019 16:32
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