log in

2. Bundesliga

A+ A A-

Erster Heimsieg gegen den KSC seit 1980 auf dem Wunschzettel

Artikel bewerten
(0 Stimmen)

Nach dem spät eingetüteten Minimalziel zum 2:2 in Bochum empfängt der SV Darmstadt 98 am Freitagabend zum ersten von zwei Oktoberheimspielen gegen den KSC (die DFB-Pokalverpflichtung folgt am 29.10.) den alten blau-weißen Erzrivalen mit der glasklar formulierte Vorgabe, den nun sechs Etappen andauernden Siegloslauf zu stoppen und mit einem erleichterten Gefühl in die anschließende Länderspielpause zu marschieren (Anstoß 18Uhr30).

Am Bölle erwartet die Zuschauer das erste Wiedersehen mit den Badenern seit jenem unvergessenen Maiabend 2015, als der Sportverein im Spitzenspiel des drittletzten Zweitligaspieltags live auf Sport 1 beim direkten Aufstiegskonkurrenten mit 1:0 triumphierte und gut zwei Wochen später den sensationellen Durchmarsch in die Bundesliga feierte. In der 66. Minute drehte Marcel Heller ein Remake über Ingemar Stenmark und startete vom eigenen Sechzehner einen unwiderstehlichen Slalomlauf durch den gesamten Wildparkparcours.  Im entgegen gesetzten Strafraum krönte Heller seinen wilden Stangenritt und bediente mustergültig den vollendenden Tobi Kempe. Dieses „Golden Goal“ bedeutete neben dem verwandelten Kempe-Freistoß gegen St. Pauli der entscheidende Big Point für die Beförderungssensation.

Dagegen musste der KSC durch die Relegationshintertür sein Aufstiegsglück suchen und scheiterte auf tragischste Art und Weise am HSV. Ältere 98-Fans konnten die Wuttränen der Badenser nachvollziehen. Jener sportliche Peitschenhieb erinnerte frappierend an den 1988 in einem Ludwigspark nahe der französischen Grenze am eigenen Heinerleib gespürten Schmerz. So wie damals die Lilien knabberte auch der einst in Europa für Furore sorgende KSC (die Story vom legendären 7:0 gegen den FC Valencia mit Oliver Kahn im Kasten und einem gewissen Dirk Schuster als Verteidiger kennt im westlichen Teil von Baden-Württemberg wohl jedes Kind) lange an der verpassten Großchance. Höhepunkt der daraus resultierenden Tristesse war 2017 die Degradierung auf Drittliganiveau. Erst vor wenigen Monaten gelang nach einer nervenden zweijährigen Äquivalenz mit Sonnenhof Großaspach zumindest wieder das Comeback in die Zweitklassigkeit, wo man sich nun wieder festbeißen will.

Für den ersten Schritt dieses Plans sieht es aktuell gut aus. Elf Punkte nach acht Partien sind für einen Neuling aller Ehren wert. Vier Zähler weniger hat der SV98 auf dem Konto, der am Freitag mit der Verbuchung des Ertragoptimums seinem Gast auf die Pelle rücken und sich etwas Luft im gefährdeten Tabellenbereich verschaffen möchte. Das spät erzielte Jokertor von Marcel Heller „anne Castroper“ hielt zwar den VfL Bochum auf Distanz, konnte allerdings nicht die Übernahme der ungeliebten Relegationssprosse Sechzehn verhindern. Die Luft in den unteren Rankingsphären wird ergo dünner und die Sehnsucht nach einem befreienden Erfolgserlebnis größer. Sechs sieglose Spiele stellen uneingeschränkt eine Durststrecke dar und deshalb streben die Lilien nun mit allen Mitteln einen Riesenschluck aus der Siegpulle an.

Dafür müssen sie jedoch einen ausgewiesenen „Angstgegner“ bezwingen, denn der KSC hat sich ungeachtet des erwähnten Auswärtscoups vor über vier Jahren ein bisschen zu oft als Darmstädter Spielverderber profiliert. Lediglich acht Siege und sechs Unentschieden stehen in den seit 1968 dreißig ausgetragenen Duellen zu Buche. Satte sechzehn Mal schaute der SV98 komplett in die Röhre, wenn der Abpfiff des Schiedsrichters ertönte. Als Beweis der unrühmlichen Statistik dient das Datum des letzten Heinersieges am Bölle über eine kickende Auswahl aus Karlsruhe. Am 10. Mai 1980 schickten die einnetzenden Walter Bechtold, Jürgen Kalb und Peter Cestonaro den 1952 durch eine Fusion zwischen dem VfB Mühlburg und Phönix Karlsruhe gegründeten Klub mit einer 3:0-Packung zurück in den momentan im Umbau befindlichen  Wildpark. Langs ist´s her, weshalb am Freitag mit Hilfe der Heimstärke (seit neun Spielen im eigenen Wohnzimmer nicht mehr verloren) zumindest tendenziell die Zeit reif sein sollte für eine Ergebniswiederholung.

Alle Partien vom 9. Zweitligaspieltag:

Fr 04.10. 18.30

SV Darmstadt 98 – Karlsruher SC, VfB Stuttgart – SV Wehen Wiesbaden

Sa 05.10. 13.00

Hamburger SV – Spvgg Greuther Fürth, Dynamo Dresden – Hannover 96, SV Sandhausen – Erzgebirge Aue

So 06.10. 13.30

Holstein Kiel – Jahn Regensburg, 1. FC Nürnberg – FC St., Pauli, 1. FC Heidenheim – VfL Bochum

Mo 07.10. 20.30

VfL Osnabrück – Arminia Bielefeld

Letzte Änderung amMittwoch, 02 Oktober 2019 15:51
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten