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2. Bundesliga

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Weder Fisch noch Fleisch

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Das Warten auf den Befreiungsschlag wird auch die nächste Länderspielpause überschatten. Am Freitagabend kam der SV Darmstadt 98 gegen den Karlsruher SC nicht über ein 1:1 hinaus und ist jetzt seit sieben Runden sieglos. Genauso trist wie das am Bölle vorherrschende Fritz Walter – Wetter gestaltet sich - ungeachtet des zehnten ungeschlagenen Heimspiels hintereinander - fortan die sportliche Lage im Zweitligatabellenkeller.

SV Darmstadt 98 – Karlsruher SC  1:1

SVD: Stritzel, Herrmann, Dumic, Höhn, Holland, Paik, Palsson, Stark (46. Skarke), Mehlem (69. Honsak), Heller (82. Berko), Dursun 

KSC: Uphoff, Gordon, Pisot, Lorenz (90. Fröde), Stiefler, Wanitzek, Groiß, Thiede, Carlson, Grozurek (62. Choi), Hofmann (86. Pourie)

Tore: 1:0 Dumic 7. 1:1 Hofmann 9.

Zuschauer: 14850

Zum ersten Wiedersehen mit dem KSC seit dem unvergessenen Montagabend im Mai 2015 kehrten mit Yannick Stark und Marcel Heller zwei altgediente 98er in die Darmstädter Startelf zurück. Jener Heller also, der damals im Wildpark die wohl sensationellste Torvorarbeit seiner Karriere auf das Trapez zauberte.

Gegen den statistisch ausgewiesenen „Angstgegner“ erwischten die Lilien einen Auftakt nach Maß. Nach einer Ecke landete ein verunglückter Direktschuss von Stark vor den Füßen Dario Dumics. Der Verteidiger behielt blank vor dem Kasten lauernd die Nerven und lochte zum 1:0 ein. Wie schon beim letzten Heimspiel gegen den Club konnte sich der blau-weiße Hausherr allerdings nicht lange über die frühe Führung freuen. Obwohl die Standardstärke des KSC bekannt war, durfte Philipp Hofmann in Folge einer Ecke in den zweiten Stock steigen und köpfte zum raschen Ausgleich ein. Bei dieser Aktion sah die gesamte Abwehrriege inklusive Keeper Stritzel nicht allzu glücklich aus.

Dass dieser bereits nach neun Minuten erzielte Score später auch das Endergebnis darstellte, konnte zu diesem Zeitpunkt keiner der teilweise durchnässten Bölle-Besucher ahnen, die trotz des Dauerregens natürlich zahlreich (fast 15000) den Weg ins altehrwürdige Stadion an der Nieder-Ramstädter Straße fanden. Der SV98 eroberte sich in der Folge ein deutliches optisches Übergewicht und bilanzierte beim Abpfiff rund zwei Drittel Ballbesitz, doch das Manko von der Ungefährlichkeit im gegnerischen Sechzehner war nicht wegzuradieren.

Der Ball wurde über weite Strecken ansehnlich nach vorne getragen und auch der Einsatz stimmte. Beim Erarbeiten von glasklaren Torchancen präsentierte man sich dann leider zu oft mit dem Latein am Ende. Trotz aller Bemühungen versandete meist der letzte Pass oder wurde von der abgezockten Badener Defensivabteilung geklärt. Der KSC vertraute seiner eingespielten Absicherungskette und lauerte praktisch über die gesamte Partie auf Konter. Kurz vor der Halbzeit wäre diese Taktik beinahe aufgegangen, als Hofmann in bester Abschlussposition seine zweite Bude verpasste.

Auch nach dem Wiederbeginn bemühte sich das Grammozis-Team, den erlösenden „Dreier“ zu erzwingen, fand jedoch selten eine Lücke. In der Schlussphase wäre der Schuss beinahe vollends nach hinten los gegangen, doch das Glück respektive der Pfosten stand nach einem abgefälschten Karlsruher Versuch Pate, dass zumindest der unbezwungene Heimlauf eine Fortsetzung findet. Kurz vor dem Kehraus bugsierte Dursun die Kugel dann noch einmal ins Netz. Allerdings verebbten die Jubelschreie Sekunden später, weil der Frontstürmer eindeutig im Abseits stand.

Somit verteidigte der KSC seine aktuelle Serie (vier Spiele ungeschlagen, davon drei Mal in Folge 1:1) bzw. seine „Gabe“, seit 1980 am Bölle nicht mehr verlieren zu können. Die nächste Möglichkeit, dies zu verändern, bietet sich den Lilien ja bereits am 29. Oktober im DFB-Pokal. Jetzt ist zunächst Länderspielpause angesagt, in der dem Sportverein vor der nächsten Ligaverpflichtung beim FC St. Pauli der Blick auf das Ranking nicht gefallen wird. Mit nur acht Zählern aus neun Spielen ist das Verweilen in der ungeliebten Tabellenzone Fakt und zudem rückt von hinten der SV Wehen nach seinem Sensationscoup in Stuttgart den 98ern auf die Pelle. 

Letzte Änderung amFreitag, 04 Oktober 2019 22:09
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