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2. Bundesliga

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Findet der SV98 nach dem Pokalfrust zur Ligaeffektivität zurück?

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Der Stachel sitzt tief nach dem demoralisierenden Knockout vom Dienstagabend. Dieses ernüchternde Negativerlebnis muss der SV Darmstadt 98 mental so schnell wie möglich kompensieren, denn schon am Samstag bei Spvgg Greuther Fürth ist zum Abschluss der englischen Woche die nächste Zweitligahürde aufgestellt (Anstoß 13Uhr).

Ausgerechnet im lukrativsten Match (bezüglich der geplatzten Einnahmen, die beim Vorstoß ins Pokalachtelfinale über 700000 Euro in die Kassen gespült hätten) endete die ungeschlagene Heimserie. Dimi Grammozis musste erstmals als 98-Coach eine Pflichtspielniederlage an der Nieder-Ramstädter Straße resümieren, weil das dritte an Tor- respektive Chancenarmut laborierende Fifty-Fifty – Duell hintereinander diesmal nicht wie in den beiden vorausgegangenen Ligabegegnungen in einem selbst kreierten Lucky Punch, sondern in einem spät kassierten Fangschuss mündete.

Selbstredend bieten solch enge Partien nicht immer eine Happy End – Garantie. Nach dem perfekt interpretierten Schlussphasendoppelschema auf St. Pauli bzw. gegen Aue (Ecke Kempe – Kopfball Tor) ging es halt diesmal schief und der KSC machte seinem Ruf als Gastangstgegner (seit 1980 nicht mehr am Bölle verloren) alle Ehre. Der entscheidende Treffer von Philipp Hofmann, der nachweislich ebenfalls den Ball per Kopf einschweißen kann, sorgte innerhalb der Darmstädter Fangemeinde für reichlich Tristesse, die hauptsächlich in den sozialen Netzwerken zur Geltung kam und den Übungsleiter in Frage stellte.

Die Kritik der Anhängerschaft fokussiert sich u.a. auf die „Schönrednerei“ nach „überschaubaren“ Leistungen und die verordnete Offensivpassivität der Mannschaft. In der Tat reißen einem die dargebotenen Aktivitäten des Sportvereins momentan nicht gerade vom Hocker und man kann den Frust verstehen -  vor allem, wenn es wie im Pokalmatch kurz vor Schluss hinten einschlägt. Im Umkehrverfahren sprechen die jüngsten Ergebnisse (natürlich mit Ausnahme des Dienstags) für die vorsichtige Herangehensweise der Taktikvorgeber.

Bleibt zu hoffen, dass die Lilien den „Mittelweg“ (attraktiveres Auftreten plus positives Resultat) finden, damit der angekratzte Gemütszustand baldigst wieder besänftigt wird. Am besten schon am Sonnabend im fränkischen Fürth, obwohl auch dort von hüben wie drüben kein Feuerwerk zu erwarten ist. Die gastgebende Spielvereinigung leidet ebenfalls an „Abschlussphobie“ und konnte in vier der letzten fünf Partien das Runde nicht im Eckigen versenken. Mit jeweils nur elf Toren aus elf Spielen sind „Greuther“ und Lilien im Einnetzranking weit unten angesiedelt.

Das Gesamtklassement wirft die uralten Rivalen (seit 1950 kreuzt man ungeachtet längerer Auszeiten immer wieder die Klingen) mit einem mehr verbuchten Punkt pro Kleeblatt aus. Ergo dürfte sich auch der kommende Vergleich als Augenhöhenkonfrontation gestalten. Hier wie da steht die Vorsprungsverteidigung zur Abstiegszone (sechs bzw. fünf Zähler) auf der Prioritätsliste. Fürth verfügt über den eventuellen Vorteil, ausgeruhter ins Rennen zu gehen. Während sich der Sportverein vergeblich gegen den KSC mühte, konnte die Spvgg das Pokalgeschehen vom Sofa aus verfolgen, da man bereits nach der ersten Runde die Segel streichen musste (0:2 im Meidericher Zebragehege).

Außerdem sollten die  Heinerprotagonisten ausblenden, dass weder ihnen noch ihren direkten Vorgängern ein „Dreier“ am Ronhof gelang, seit der Klub den nervigen Mittelteil „Greuther“ im Klubnamen trägt (ab 1996 durch den Zusammenschluss des zwischen den Weltkriegen dreimal die Deutsche Meisterschaft feiernden Traditionsverein Spvgg Fürth und dem einstigen Bayern-Bezwinger TSV Vestenbergsgreuth). Der letzte Darmstädter Sieg bei den Franken ist vom Oktober 1980 datiert. Vor 39 Jahren sicherten die „Legenden“ Peter Cestonaro und Rudi Collet zur Vorbereitung des zweiten Bundesligaabenteuers einen 2:1-Erfolg.     

Seit Anfang Februar schwingt ein in Darmstadt wohlbekannter Übungsleiter das coachende Zepter am Ronhof. Die nicht erst seit dem Oberhausabstecher 2015-2017 sich für die Lilien interessierenden Fans wissen natürlich, dass Stefan Leitl seine Fußballschuhe zwischen 2004 und 2007 für den SV98 in der Regionalliga Süd schnürte (88 Spiele, 14 Tore). Nun verdient er also in Fürth seine Brötchen – und das beim Synonym der Zweitklassigkeit, denn das Kleeblatt ist Spitzenreiter der ewigen Tabelle!

Alle Partien vom 12. Zweitligaspieltag:

Fr 01.11. 18.30

Hannover 96 – SV Sandhausen, Jahn Regensburg – VfL Osnabrück

Sa 02.11. 13.00

Spvgg Greuther Fürth – SV Darmstadt 98, FC St. Pauli – Karlsruher SC, Erzgebirge Aue - 1. FC Heidenheim

So 03.11. 13.30

VfB Stuttgart – Dynamo Dresden, Arminia Bielefeld – Holstein Kiel, SV Wehen – Hamburger SV

Mo 04.11. 20.30

VfL Bochum – 1. FC Nürnberg

Letzte Änderung amFreitag, 01 November 2019 11:12
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