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2. Bundesliga

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Desolate erste Hälfte ist nicht mehr zu kompensieren

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Wenn man mit dem Rückenwind von vier ungeschlagenen Ligapartien bei einem (vor dem Kick-off) nur einen Punkt besser positionierten Tabellennachbarn antritt und trotzdem solch eine mutlose und deshalb restlos enttäuschende erste Halbzeit abliefert, muss sich nicht wundern, wenn am Ende null Ertrag herausspringt. Am Samstag vergeigte der SV Darmstadt 98 seinen Zweitligajob bei der Spvgg Greuther Fürth mit 1:3 und muss den Rankingblick wieder verschärft nach unten richten.

Spvgg Greuther Fürth – SV Darmstadt 98  3:1

Fürth: Burchert, Meyerhöfer, Caligiuri, Mavraj, Wittek, Seguin, Green, Ernst (88. Redondo), Nielsen (70. Sarpei), Hrgota (76. Mohr), Keita-Ruel

SVD: Schuhen, Herrmann, Dumic, Höhn, Holland, Paik (81. Ozegovic), Palsson, Heller, Mehlem (46. Schnellhardt), Berko (46. Dursun), Skarke,

Tore: 1:0 Hrgota 31. 2:0 Eigentor Höhn 37. 3:0 Hrgota 48. 3:1 Palsson 87.

Zuschauer: 8230

Vor Beginn der Auswärtsaufgabe am Ronhof reagierte 98-Coach Grammozis gleich mit einem vierfachen Personalaustausch auf den frustrierenden Pokalknockout am Dienstagabend gegen den KSC. Paik, Mehlem, Berko (Startelf-Debüt) und Skarke sollten der Kreativ- respektive Offensivabteilung neue Impulse verleihen. Dafür musste u.a. etwas überraschend Stammfrontstürmer Dursun ausgerechnet an seiner alten Wirkungsstätte auf der Bank Platz nehmen, während Tobi Kempe wegen einer Kapselverletzung fehlte.

Welche Taktik für den blau-weißen Gast vorgegeben war, konnte der mitgereiste Fan im Verlauf der ersten Hälfte wohl kaum entschlüsseln. Auf jeden Fall riegelten sich die Lilien rund um den eigenen Sechzehner ein und überließen den Hausherren jegliche Initiative. Fürth erkannte schnell, dass sein Kontrahent null Interesse an eigenen Angriffen zeigte und übernahm komplett das Kommando. Nur der Gunst, dass bis zum Kehraus der ersten halben Stunde alle Abschlussversuche in der zweiten Etage landeten, verdankte der Sportverein lange das torlose Zwischenresultat.

Doch das Glück ging in die Binsen, als Hgrota unbedrängt mal wieder abziehen durfte und Keeper Schuhen der haltbare Ball aus den Handschuhen ins Netz glitt. Der Rückstand konsternierte die 98er noch mehr, während die Franken natürlich ihre Nachleg-Chance witterten. Das „zweite“ und diesmal offizielle Eigentor (Höhn lenkte eine Hereingabe ungewollt über die Linie) spiegelte die Kräfteverhältnisse wider. Nielsen bot sich kurz vor der Pause sogar die Riesengelegenheit zum 3:0, aber diesmal war Schuhen auf dem Posten. Der erlösende Halbzeitpfiff beendete einen leistungsmäßig unterirdischen ersten Heinerdurchgang.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts schickte Grammozis zwei frische Kräfte auf das Ronhof-Geläuf. Allerdings wurden sämtliche Rehabilitierungsmaßnahmen im Keim erstickt, weil kein Blau-Weißer das Kleeblatt-Wirken rund um den Strafraum inklusive dem zweiten Hrgota-Einschlag verhinderte. Damit war nach 48 Minuten prinzipiell die Messe gelesen. In der Folge mühten sich die 98er um eine Resultatsverbesserung und aktivierten endlich auch einen eigenen Vorwärtsdrang, weil Fürth angesichts seines sicheren Vorsprungs einen gewaltigen Verwaltungsapparat aufbaute und auf Konter lauerte.

Nachdem die Resultatskosmetik aufgrund eines bereits geahndeten Elfers, der aber vom Schiedsrichter wegen einer piepsenden Intervention aus dem ominösen Kölner Keller eine Stornierung erfuhr, verschoben wurde, gelang Palsson kurz vor dem Abpfiff nach Vorarbeit des in seiner kurzen Wirkungsphase viel Betrieb verursachenden Ozegovic immerhin der Ehrentreffer. Mehr war aber nicht drin und wäre auch nicht verdient gewesen.

Somit kassierte der Sportverein die zweite bittere Pflichtspielniederlage binnen weniger Tage und sollte sich schnellstens besinnen, dass eine derart ängstliche Performance wie vor dem Seitenwechsel in Fürth das Abstiegsgespenst nicht zu verscheuchen ist. Am nächsten Sonntag (10.11.) gegen den Jahn aus Regensburg ist dringend eine verbesserte Mannschaftsdarbietung nötig, um sowohl die Ligaheimserie als auch die Kluft nach unten zu verteidigen.

Letzte Änderung amSamstag, 02 November 2019 15:45
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