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2. Bundesliga

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Erhöhter Druck vor dem Duell gegen die „Urenkel“ des Turnvaters

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Am Sonntag ist der SV Darmstadt 98 gefordert, mit einer positiven Reaktion auf die zwei jüngsten Pflichtspielniederlagen zu antworten. Gegen Jahn Regensburg muss sowohl ein ergebnistechnisches Erfolgserlebnis als auch eine akzeptable Mannschaftsleistung her, damit vor der letzten Länderspielpause 2019 die blau-weißen Wogen geglättet werden. Der Anstoß am Bölle ertönt um 13Uhr30.

Der – wieder einmal – unrentable Dienstausflug zum Fürther Ronhof (es bleibt dabei, dass Rudi Collet und Peter Cestonaro seit 1980 als letzte Torschützen eines 98er-Siegs auf dem Kleeblatt-Kickgelände geführt werden) sorgte für ein enormes Missbilligungsquantum bezüglich der Performance des Sportvereins. Sicherlich darf man nach zuvor vier ungeschlagenen Ligaspielen mal wieder verlieren. Doch auf das wie kommt es an und deswegen resümierte das kritisierende Heineruniversum bei der Ursachenforschung auf einer gleichen Wellenlänge: „Das war ein Satz mit X“.

Vier Tage nach dem überflüssigen Pokalknockout gegen den KSC präsentierten sich die Lilien bis zum 0:3-Rückstand kurz nach der Pause saft- und kraftlos, uninspiriert und ohne jegliche Risikobereitschaft. Hinzu gesellten sich zwei unglückliche Eigentore (ein „halbes“ durch den Schuhen-Fauxpas und ein von Höhn fabriziertes „richtiges“) und schwups war der Käse gegessen. Erst als Fürth nach seiner dritten Bude mehrere Gänge zurück schaltete, kamen die südhessischen Gäste einigermaßen zur Geltung und schafften eine prinzipiell nicht mehr relevante Ergebniskosmetik.

So einen Auftritt, mit dem in Liga Zwei kein Staat zu machen ist, sollte sich der SV98 nicht noch einmal erlauben. Ansonsten könnte die (noch) einigermaßen komfortable Tabellenlage über dem Strich in Bälde Makulatur sein, zumal drei der letzten vier Opponenten vor der Winterpause in Bielefeld, Stuttgart und Hamburg beheimatet sind und ihres Zeichens das Führungsterzett des Klassements bilden.

Gegen das unbequeme Team vom Jahn aus der Oberpfalz muss der SV98 also mehrere Schippen drauflegen, damit die Ligaheimserie hält (unter Grammozis am Bölle noch unbezwungen) und der Pokalausflug eine Niederlageneintagesfliege im eigenen Wohnzimmer bleibt. Regensburg hat mit seinem zu Saisonbeginn vom „Co“ zum Chef beförderten Übungsleiter Mersad Selimbegovic (Nachfolger des ins Kölner Geißbockheim umgezogenen Achim Beierlorzer) seit fünf Runden nicht mehr verloren und punktete während diesem Zeitfenster sowohl gegen den HSV als auch beim Nürnberger Club. In der Gesamtrangliste klaffen zwischen den beiden Kontrahenten zwar sieben Tabellenstellen, aber lediglich zwei Zähler. Das unterstreicht, wie eng es in der Liga zugeht.

Ergo würde der Sportverein mit einem „Dreier“ den Jahn im Ranking überflügeln. Duelle Südhessen vs. Oberpfälzer gehören bereits seit 1951 (alte Zweite Liga Süd) zum guten Ton des süddeutschen Fußballgeschäfts. Vor allem zu Regionalligazeiten sammelten die 98er einige bittere Erfahrungen (z.B. die Abstiegsdeklarierung Richtung Hessenliga 2003 nach einer 1:3-Heimniederlage oder eine 2:7-Klatsche während der coachenden Labbadia-Ära 2005 in Regensburg).

Auch in den letzten Jahren war mit Ausnahme des 3:0-Triumphs vom vorletzten Spieltag 17/18 in der Continental-Arena (Grundlage des eine Woche später folgenden Klassenerhalts gegen Aue) mit dem Jahn nicht gut Kirschen zu essen. Der letzte Sieg am Bölle glückte einer blau-weißen Auswahl im Frühjahr 2014 auf der Drittligabühne (2:1). Die Tore erzielten Dominik Stroh-Engel und Marco „Toni“ Sailer. Wohlklingende Namen, deren Offensiv- und Mentalqualitäten der eine oder andere 98-er Fan beim Anfeuern der heutigen Mannschaft zeitweilig vermisst, auch wenn man aufgrund des Ligaunterschieds natürlich Äpfel nicht mit Birnen vergleichen sollte.

Alle Partien vom 13. Zweitligaspieltag:

Fr 08.11. 18.30

FC St. Pauli – VfL Bochum, Dynamo Dresden – SV Wehen

Sa 09.11. 13.00

Holstein Kiel – Hamburger SV, SV Sandhausen – Spvgg Greuther Fürth, VfL Osnabrück – VfB Stuttgart

So 10.11. 13.30

SV Darmstadt 98 – Jahn Regensburg, 1. FC Nürnberg – Arminia Bielefeld, 1. FC Heidenheim – Hannover 96

Mo 11.11. 20.30

Karlsruher SC – Erzgebirge Aue

 

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