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2. Bundesliga

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Gerechte Nullnummer in Wiesbaden – Palsson sieht nach Videobeweis Rot

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Am zweiten Advent hat der SV Darmstadt 98 zumindest sein sportliches Minimalziel erreicht. Durch ein torloses Remis beim SV Wehen Wiesbaden hielten die Lilien den gastgebenden Tabellenvorletzten auf Distanz (fünf Punkte) und vergrößerten den Vorsprung zum Relegationsrang von drei auf vier Zähler. Der erhoffte große Befreiungsschlag blieb allerdings aus. Zudem passt die nach einem Videobeweis verhängte rote Karte gegen Victor Palsson sicherlich nicht ins blau-weiße Konzept.  

SV Wehen Wiesbaden – SV Darmstadt 98  0:0

SVW: Lindner, Mockenhaupt, Dams, Chato, Ajani, Dittgen, Lorch, Titsch Rivero (72. Schwede), Kyereh, Aigner, Schäffler

SVD: Schuhen, Herrmann, Dumic, Höhn, Holland, Paik (65. Stark), Palsson, Kempe, Mehlem (90. Honsak), Heller (69. Skarke), Dursun

Zuschauer: 8030

Besonderes: Rot Palsson (SVD) 75.

Mit einer personellen Veränderung gegenüber dem letztwöchigen Ende seiner „heimischen Unbezwingbarkeit“ (Marcel Heller für Tim Skarke) ging 98-Coach Dimi Grammozis das erste Zweitligaduell der hessischen Rivalen an (die früheren Auseinandersetzungen fanden alle auf dem Boden der Hessen-, Regionalliga- oder Dritten Liga statt).  Heller war übrigens der einzige Spieler auf beiden Seiten, der auch beim letzten Vergleich zwischen den beiden Hessenvereinen Anfang Mai 2014 mitwirkte. Bereits vor dem Anstoß hüllte das zahlreich per Schiff, Bahn und Auto mitpilgernde Heinervolk die Brita Arena in Blau und Weiß und zauberte – praktisch wie von früher gewohnt in der Landeshauptstadt – Heimspielatmosphäre auf die Ränge.

Hier wie da spürte man zu Beginn das Bestreben, dem jeweiligen Kontrahenten nicht ins offene Messer zu laufen. Wehen, das schon einige deutliche Heimklatschen einstecken musste, versuchte es aus einer verstärkten Abwehr heraus, während die Lilien im ersten Durchgang durch Distanzschüsse Gefahr erzeugten. Weil aber Heinz Lindner einen guten Paradentag erwischt hatte, blieben die 98er-Abschlussbemühungen erfolglos. Vor allem Tobi Kempe scheiterte zweimal trotz guter Freistoßposition und ordentlichen Absendungen am SVW-Keeper.

Die beste Einnetz-Chance bot sich jedoch den Hausherren. Nach einer Flanke köpfte Goalgetter Manuel Schäffler den Ball gegen die Querlatte. Außerdem rettete Fabian Holland in der Schlussphase von Durchgang Eins auf der Linie, so dass das 0:0 zur Pause durchaus in Ordnung ging. Zu Beginn des zweiten Abschnitts hatte der SV98 eine Viertelstunde lang Probleme und ließ sich zu sehr nach hinten drängen. Wehen konnte daraus kein Kapital schlagen und dann forcierte das Grammozis-Team wieder die Offensivbestrebungen, ohne allerdings zu glasklaren Einschussmöglichkeiten zu kommen.

Eine Viertelstunde vor Schluss standen die Lilien plötzlich nur noch mit zehn Mann auf dem Platz. Victor Palsson leistete sich wohl zu übermotiviert ein Foul, das der Schiedsrichter zunächst mit Gelb ahndete. Nach Intervention des Kölner Kellers plus Sichtung der TV-Bilder revidierte Referee Jöllenbeck seine ursprüngliche Meinung und zückte Rot. Trotz personeller Unterzahl ließ der SV98 in der verbleibenden Matchdauer allerdings nichts anbrennen, so dass die gerechte Nullnummer schließlich dokumentiert wurde.

Tabellarisch hat sich die Lage des Sportvereins also wie eingangs erwähnt nicht verschärft. 19 Punkte stehen jetzt auf dem Konto, die natürlich aber auch kein Entspannungskissen darstellen. Am übernächsten Montag (16.12.) schließen die Lilien das Vorrundenbuch mit der schweren Heimaufgabe gegen den VfB Stuttgart ab. 

 

Letzte Änderung amSonntag, 08 Dezember 2019 16:50
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