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2. Bundesliga

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1:1 - SV98 fightet das Remis im Kollektiv über die Zeit

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Zum Kehraus der ersten Zweitligahalbserie erlebte das Bölle am Montagabend ein heißes und intensives Duell. Mit etwas Glück, aber wegen des leidenschaftlichen Einsatzes bis zur letzten Sekunde beileibe nicht unverdient, rang der SV Darmstadt 98 dem favorisierten VfB Stuttgart ein 1:1 ab und überwies den zwanzigsten Saisonpunkt auf das blau-weiße Konto.

SV Darmstadt 98 – VfB Stuttgart  1:1

SVD: Schuhen, Herrmann, Dumic, Höhn, Holland, Paik (79. Berko), Stark, Kempe, Mehlem (90. Pfeiffer), Skarke (76. Honsak), Dursun

VfB: Bredlow, Stenzel, Phillips, Badstuber, Sosa, Endo, Ascacibar, Castro, Wamangituka (65. Gonzales), Förster, Gomez (70. Al Ghaddaoui)

Tore: 1:0 Kempe 20. 1:1 Sosa 45.

Zuschauer: 14700

Mit je einer zwangsbedingten (Yannick Stark für den gesperrten Viktor Palsson) und einer freiwilligen Personaländerung (Tim Skarke für Marcel Heller) ging 98-Coach Dimi Grammozis das Unternehmen Vorrundenabschluss unter dem Bölle-Flutlicht an. Das erste Zweitligaduell der süddeutschen Traditionsvereine seit Februar 1977 (damals sorgten Jockel Weber und Rudi Koch durch ihre Tore zum 2:1 auch für den letzten Liliensieg gegen den Verein für Bewegungsspiele) war für beide Seiten von enormer Bedeutung: Der Hausherr zum Zementieren bzw. Ausbau des Vorsprungs zur Abstiegszone, während die Schwaben im Falle eines Auswärtsdreiers den HSV von Platz Zwei verdrängen konnten.

Zu Beginn demonstrierten die angereisten „Ländle“-Hauptstädter gleich ihre spielerische Überlegenheit. Allerdings erwies sich ihre Dominanz und Ballbesitzübergewicht als Muster ohne Wert, weil der SV98 hinten kompakt stand und mit fairer Aggressivität voll dagegen hielt. Das Heimteam lauerte auf die Lücke, die sich in der 20. Minute prächtig entfaltete. Nach einem rasch ausgeführten Einwurf leitete Marvin Mehlem den Ball per Geistesblitz in den Lauf von Tobi Kempe, der im Eins gegen Eins seinem Widerpart keine Eingreifmöglichkeit gestattete und technisch versiert ins linke Eck vollstreckte.

Nun stand das Bölle natürlich Kopf. Die Zuschauer trieben ihre Lilien an und die Parolimaßnahmen gestalteten  sich immer produktiver. Dumic und Mehlem boten sich gar gute Chancen zur Resultatserhöhung, während der VfB sichtlich beeindruckt mehr oder weniger der Musik hinterher lief. Unglücklich aus 98er-Sicht fiel dann mit der allerletzten Aktion des ersten Abschnitts dann doch noch der Ausgleich. Castro kam frei zum Kopfball, Schuhen parierte, klatschte jedoch die Kugel zentral in die Mitte, wo Sosa dankbar lauerte und genauso trocken wie „humorlos“ zum 1:1 einnetzte.

Trotz der verpassten Halbzeitführung ließen sich die Lilien auch nach dem Wiederanstoß nicht aus der Ruhe bringen und verteidigten konsequent ihren Sechzehner. Mit fortlaufender Dauer trumpfte der VfB allerdings stärker auf und das Unentschieden wackelte einige Male bedenklich. Dem Einschlag von Gomez, der zehn Minuten zuvor frei über den Kasten semmelte, wurde zu Recht wegen Abseits die Anerkennung versagt. Der ehemalige Nationalstürmer müsste ja beim Blick auf die zurückliegenden Partien inzwischen gewohnt sein, dass sein Einschweißjubel im Keim erstickt… 

Als Förster nur den Pfosten anvisierte und Ascacibars Nachschuss am Block von Höhn scheiterte, konnte man sich langsam damit anfreunden, dass ein wichtiger Zähler die Lilienbilanz bereichert. In der Schlussphase wurde der Schwabendruck zwar immer extremer, aber der aufopferungsvolle und an eine „Abwehrschlacht“ erinnernde Fight des Platzhirschen wurde nach weiteren Zittereinheiten bis zum Ausklang der fünf Nachspielminuten schließlich belohnt.

So wollen die Fans ihre Mannschaft sehen: Kampf praktisch bis zum Erbrechen. Somit beträgt das Guthaben zum Relegationsrang fortan vier und zur ersten direkten Abstiegsstelle jetzt sogar sechs Zähler. Mit dieser Mentalität können die 98er hoffen, am kommenden Samstag im abschließenden Match vor der Winterpause gegen den HSV auch dem nächsten hochkarätigen Herausforderer etwas Zählbares abzujagen.     

 

Letzte Änderung amMontag, 16 Dezember 2019 23:36
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