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2. Bundesliga

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Videobeweis und Schuhen retten dem SV98 den vorweihnachtlichen Punkt

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Zwar war der „Heimangstgegner“ erneut nicht zu bezwingen, doch nach einem weiteren intensiven und spannenden Bölle-Fight hielt der SV Darmstadt 98 im ersten Rückrundeneinsatz respektive der abschließenden Jahresaufgabe auch dem nächsten Favoriten stand. Dank einer über weite Strecken überzeugenden Leistung verabschiedeten sich die Lilien mit einem gerechten 2:2 gegen den Hamburger SV in die Winterpause.

SV Darmstadt 98 – Hamburger SV  2:2

SVD: Schuhen, Herrmann, Dumic, Höhn, Holland, Paik (46. Schnellhardt), Stark, Kempe, Mehlem (90. Honsak), Skarke (62. Heller), Dursun

HSV: Heuer Fernandes, Narey, Letschert, Ewerton (van Drongelen), Leibold, Jung, Fein, Kittel (87. Jairo), Harnik (56. Dudziak), Hinterseer, Jatta

Tore: 0:1 Hinterseer 18. 1:1 Dursun 32. 1:2 Jatta 45. 2:2 Dursun 58.

Zuschauer: 14875

Für die finale Jahresverpflichtung vertraute 98-Coach Grammozis der identischen Startelf, die während der ähnlich schweren Heimaufgabe am vergangenen Montag dem VfB Stuttgart ein 1:1 abtrotzte. Die erwartungsfrohen Zuschauer am ausverkauften Bölle durften sich ergo auf einen ähnliche dramatische Spielkonstellation einstellen (kampfstarker Hausherr contra technisch überlegener Gast).

Wie erwartet übernahm der einstige Dino direkt nach dem Anstoß das Kommando und versuchte seinen auswärtigen Minuslauf (seit sieben Runden sieglos in der Fremde) zu kaschieren. Der Hamburger Anfangselan wurde durch einen unhaltbaren Kopfball von Hinterseer (nicht der Hansi, sondern dessen Neffe Lukas) belohnt. Wie die Lilien in der Folge auf den Rückstand reagierten, gebührt allerdings der größte Respekt. Die Befürchtungen, dass man dem hochkarätigen Kontrahenten jetzt nicht das Wasser reichen konnte, konterkarierte das blau-weiße Team mit einer mutigen und auch optisch ahnsehnlichen Performance.

Nachdem Schuhen gegen Harnik das 0:2 verhindert hatte, glich der Sportverein mit Hilfe einer klasse Stafette aus. Dumic versendete einen Diagonalpass, den Holland überragend verwertete und schließlich punktgenau zum einnetzenden Dursun weiterleitete. Das 1:1 war in dieser Phase hochverdient und schien auch den Halbzeitscore zu bedeuten, ehe sich der Platzhirsch wie schon gegen den VfB unmittelbar vor dem Pausengong einen Nackenschlag einfing.

Ein überflüssiges Foul von Stark nahe der Strafraumgrenze bescherte dem HSV eine Topp-Freistoßgelegenheit. Leibold schlenzte zunächst den Ball gefühlvoll an den Pfosten. Den Abpraller musste Jatta praktisch nur noch über die Linie bugsieren. Wie am Montagabend vorexerziert, ließen sich die Lilien vom Dämpfer zum berühmt-berüchtigten ungünstigen Zeitpunkt nicht ins Bockshorn jagen und arbeiteten nach dem Seitenwechsel redlich am neuerlichen Egalisierungsprozess.

Die Krönung dieser Bemühungen folgte nach rund einer Stunde Matchdauer. Wiederum war Holland beteiligt, dessen Vorleistung Kempe zu einem fulminanten Schuss nutzte. Ex-98-Keeper Daniel Heuer Fernandes konnte die Pille lediglich vor die abstaubbereiten Füße von Dursun abwehren und dieser schnürte entschlossen den Doppelpack. Danach ging Grammozis volles Risiko und wollte mit der Aktivierung von „Joker“ Marcel Heller sogar den kompletten Profit einfahren.

In der Schlussphase riss der HSV jedoch wieder das Zepter an sich. Die nächste Parallele zum VfB-Spiel brachte dann der erneut für den SV98 sprechende Videobeweis ans Tageslicht. Van Drongelen hatte zum 2:3 eingeköpft und die Norddeutschen feierten schon ihre dritte Führung, bis der Schiri ein Signal aus Köln erhielt und nach TV-Sichtung den Treffer wegen vorausgegangenen Abseits stornierte. Diese knifflige Situation war vielleicht „ausgleichende Gerechtigkeit“ für den im Volkspark ebenfalls nach Intervention kassierten Hinspielausgleich in der siebten Nachspielzeitminute per Elfer.

Unmittelbar vor Torschluss packte Marcel Schuhen noch eine sensationelle Glanzparade aus seinem Repertoire-Fundus und sicherte dem SV98 somit das jeweils dritte Unentschieden hintereinander in der Liga als auch insgesamt gegen den HSV zu Hause (bei vier Niederlagen). Während die Rothosen trotz Fortsetzung ihrer saisonalen Auswärtssieglosigkeit auf dem direkten Aufstiegsplatz Zwei überwintern dürfen, reduzierte sich der Lilienvorsprung zur Gefahrenzone auf zwei (Relegationsrang) bzw. vier Zähler (erste Abstiegsstelle), weil zum Jahresshowdown der Club und Wehen bereits am Freitag kräftig zulegten. Ungeachtet dessen können Mannschaft und Fans des Sportvereins nach den zuletzt dargebotenen Vorstellungen gegen die Beförderungsanwärter mit einem guten Gefühl den Weihnachtsbraten verspeisen.   

Letzte Änderung amSamstag, 21 Dezember 2019 19:02
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