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2. Bundesliga

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Das 98er – Fußballjahr beginnt mit zwei Duellen gegen „Nordlichter“

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Nach Erster und Dritter Liga beendet auch die Zweite Liga ihren Winterschlaf. Für den SV Darmstadt sieht der Pflichtspieleinstieg ins neue Jahrzehnt binnen vier Tagen zwei wichtige Duelle gegen Rivalen aus dem Norden der Republik vor. Am Mittwochabend (Anstoß 20Uhr30) gastieren die Lilien bei Holstein Kiel, um dann am Sonntag (Kick-off 13Uhr30) den VfL Osnabrück zu empfangen.

Vorab die handelsübliche Konstellationserinnerung der Tabellensituation: Der Sportverein wartet seit vier Begegnungen auf einen Sieg (eine Niederlage und zuletzt drei Unentschieden in Folge, darunter zwei zu Hause gegen die „prominenten“ Aufstiegsanwärter VfB Stuttgart & HSV) und marschiert auf Position Zwölf, aber nur mit zwei Punkten Vorsprung zum Relegationsplatz sowie vier Zählern Guthaben auf den ersten direkten Abstiegsrang in die verbleibenden sechzehn Saisonpartien.

Der Proviant zur Gefahrenzone ist also relativ dünne. Allerdings belegt auch der Rückstand auf die sechste Stelle, wo es sich der nächste Heimkontrahent VfL Osnabrück bequem gemacht hat, auch nur fünf Punkte. Diese Fakten belegen die Ausgeglichenheit der Spielklasse und offenbaren, dass der Fahrstuhl mit positiven Ergebnissen rasant schnell nach oben oder mit negativen Scores nach unten Fahrt aufnimmt.

Ergo gilt es vom Fleck weg, die nötige Konzentration in die Waagschale zu werfen, um sich nicht intensiver mit der Versetzungsbredouille zu beschäftigen. Trainer Dimi Grammozis, der nach übereinstimmenden Meldungen kurz vor der Vertragsverlängerung steht, hat den blau-weißen Kader im südspanischen Trainingslager auf die kommenden Wegweiserwochen vorbereitet und sieht seine Schützlingen gewappnet, die wartenden Herausforderungen zu meistern.

Personell gab es während der Winterpause bis dato (das Transferfenster ist ja noch bis zum 31. Januar geöffnet) lediglich einen externen Zuwachs: Nicolai Rapp von Union Berlin. Allerdings kann der Coach wieder mit den lange verletzten Felix Platte und Braydon Manu (jeweils noch ohne Rundeneinsatz) rechnen. Falls das Duo fit ist, dürfte die Offensivabteilung belebt werden, denn zwanzig Saisonbuden stellen die zweitschwächste Ligaeinetzbilanz dar. Nur Schlusslicht Dynamo Dresden traf noch seltener ins Schwarze (17x).    

Beim Kieler Storch hofft der SV98 am Mittwochabend auf einen erfolgreichen Jahreseinstieg. Der Altmeister (1912 war man die Nummer Eins in deutschen Landen) hat in der laufenden Spielzeit bereits den Trainer gewechselt (Ole Werner für Andre Schubert) und weist auf seinem Konto zwei Punkte mehr auf. Ergo könnte der südhessische Tross die weite Reise in die Hauptstadt Schleswig-Holsteins im Falle eines Auswärtstriumphs mit einem Überholmanöver vorbei an seinem Gastgeber krönen. Ein „Dreier“ in Kiel glückte bei bislang erst drei Versuchen ein einziges Mal. Zur internen Premiere gewannen die Lilien im Dezember 2013 mit 2:0 (Tore Milan Ivana und Benjamin Gorka). Das war noch in der Dritten Liga als „Vorgeplänkel“ zum Wunder von Bielefeld…

Auch das Hinspiel am Bölle endete dank Treffern von Tim Skarke und Serdar Dursun 2:0 pro SV98, was damals für einen zufriedenstellenden Saisonauftakt sorgte (vier Punkte aus den ersten beiden Matches). Nach dem neuerlichen Remis gegen den HSV noch im alten Jahr könnte sich der Sportverein bei einem Sieg auch beim Resümee der beiden Ouvertürenpartien zur zweiten Halbserie das identische Beuteschema auf die blau-weiße Fahne heften. Mit einem Remis oder gar einer Pleite beim drittschlechtesten Heimteam (so wirft es zumindest das separate Ranking aus) müssen die Heiner-Protagonisten an der Förde zwar keine Strafe in Form von Kielholen befürchten, aber eine noch engere Verstrickung im Kampf um den Klassenerhalt.

 

Vier Tage darauf bitten die Lilien zum ersten Heimspieltanz 2020. Unabhängig von der sportlichen Relevanz wird das Bölle in einem neuen Outfitglanz strahlen. Der Grund ist die Einweihung der neuen Gegengerade, die am Sonntag gegen den VfL Osnabrück nach rund einem Jahr Bauzeit erstmals im Kultstadion an der Nieder-Ramstädter Straße von den Fans komplett bevölkert wird und sowohl Kapazität als auch Atmosphäre in die Höhe schraubt.

Zu Ehren des neuen Prunk-Anlitzes will die Mannschaft von Coach Grammozis ihrem Anhang selbstredend einen Heimdreier schenken. Als Motivation hierfür dient neben der neuen imposanten Stadionoptik das Hinspiel an der Bremer Brücke, wo der Sportverein nach einer desolaten Darbietung sang- und klanglos die Segel strich und nicht nur die erste, sondern auch die mit Abstand höchste Saisonniederlage quittierte (0:4).

Gegen den Wiederaufsteiger, der im Sommer nach acht Jahren Abstinenz seine ersehnte Zweitligarenaissance bejubelte und bis zur Winterpause das Establishment verblüffte (Platz Sechs), hat der SV98 also noch ein gewaltiges Hühnchen zu rupfen. Seit 1973 (legendäre Bundesligaaufstiegsrunde, in der beide Klubs an der watschelnden Ente Lippens respektive RW Essen scheiterten) laufen sich Blau-Weiß und Lila-Weiß ungeachtet einigen längeren Unterbrechungen gerne über den Weg. Vor allem in den 1980ern gehörte die Paarung Darmstadt vs. Osnabrück zum kickenden Alltagsprogramm.

Zwei jeweils pro SV98 endende Partien jener Epoche sind besonders im Erinnerungskasten gespeichert: Ein fulminanter 7:1-Heimkracher 1986 und der erste von nur zwei Siegen an der Bremer Brücke. Am letzten Spieltag 87/88 verhalf das 2:1 in Osnabrück (Tore Dieter Gutzler und Uwe Kuhl, unvergessen der anschließende Supporter-Platzsturm) plus ein gleichzeitiger Punktverlust von Wattenscheid den Lilien auf dem finalen Drücker zum Sprung in die Bundesligarelegation, über dessen Ausgang „leider wenig übermittelt ist“. Ein gewisser Kalle Emig soll angeblich alle TV-Mitschnitte und Presseberichte vernichtet haben…

Am Sonntag folgt nun der erste Osnabrücker Bölle-Auftritt seit August 2013. Für den letzten Zweitligavergleich des VfL in Darmstadt muss man sogar ins Jahr 1992 zurück blättern (1:1, SV98-Torschütze Kassoum Ouedraogo, der später auch noch an der Bremer Brücke in Lohn und Brot stand). Einen Sieg gegen die Niedersachen durfte eine blau-weiße Auswahl letztmals im März 2013 verbuchen (1:0 in Liga Drei dank eines „Golden Goals“ von US-Boy Preston Zimmerman). Logisch, dass im ersten Heimspiel 2020 zum feierlichen Debüt der neuen Gegengerade ein ähnliches Positivresultat auf dem Wunschzettel fixiert ist.  

 

Alle Partien vom 19. & 20. Zweitligaspieltag:

 

Di 28.01. 20.30

Arminia Bielefeld – VfL Bochum 18.30, Jahn Regensburg – Hannover 96, Spvgg Greuther Fürth – FC St. Pauli, SV Wehen – Erzgebirge Aue

Mi 29.01. 20.30

VfB Stuttgart – 1. FC Heidenheim 18.30, Holstein Kiel – SV Darmstadt 98, Dynamo Dresden – Karlsruher SC, VfL Osnabrück – SV Sandhausen

Do 30.01. 20.30

Hamburger SV – 1. FC Nürnberg 

 

Fr 31.01. 18.30

Jahn Regensburg – Spvgg Greuther Fürth, Erzgebirge Aue – Arminia Bielefeld

Sa 01.02. 13.00

Hannover 96 – SV Wehen, FC St. Pauli – VfB Stuttgart, Karlsruher SC – Holstein Kiel

So 02.02. 13.30

SV Darmstadt 98 – VfL Osnabrück, 1. FC Nürnberg – SV Sandhausen, 1. FC Heidenheim – Dynamo Dresden

Mo 03.02. 20.30

VfL Bochum – Hamburger SV

Letzte Änderung amMontag, 27 Januar 2020 09:32
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