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2. Bundesliga

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Tabellenentspannung verpasst – Am Bölle geht die Remisserie in die fünfte Runde

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Der erhoffte Befreiungsschlag in Form eines Sieges blieb aus. Trotz Dominanz, guten Torchancen und einer halbstündigen Überzahl musste sich der SV Darmstadt 98 am Sonntagnachmittag mit einem 2:2 gegen den VfL Osnabrück begnügen und versäumte es, sich etwas von den Abstiegsrängen abzusetzen. 

SV Darmstadt 98 – VfL Osnabrück  2:2

SVD: Schuhen, Herrmann (46. Rapp), Dumic, Höhn, Holland, Stark, Palsson (81. Schnellhardt), Kempe, Mehlem, Skarke (62. Platte), Dursun

VfL: Körber, Ajdini, Van Aken, Heyer, Agu (87. Trapp), Taffertshofer, Blacha, Schmidt, Ouahim (80. Köhler), Alvarez (67. Heider), Girth

Tore: 1:0 Dursun 35. 1:1 Alvarez 43. FE 1:2 Girth 78. 2:2 Platte 84.

Zuschauer: 14830

Besonderes: Gelb-Rot Blacha (VfL) 64.

Mit einer Personalveränderung schickte Coach Grammozis seine Elf zum erstmaligen Punktspielanblick des kompletten Panoramas der neuen Gegengerade. Im defensiven Mittelfeld übernahm Yannick Stark den Posten von seinem Teamkollegen Seung-ho Paik. Der Hausherrenauftrag war deutlich fixiert: Ein Sieg musste her, um sich tabellarische Luft nach unten zu verschaffen und sowohl das katastrophale Hinspiel an der Bremer Brücke als auch die schwache erste Halbzeit vom letzten Mittwoch in Kiel vergessen zu machen.

Nach einer beeindruckenden Debütchoreographie beim Einlaufen auf der neuen Gegengerade entwickelte sich ein vom Kampf geprägtes Duell der beiden alten Rivalen. Die Lilien kauften mit fortlaufender Matchdauer ihren niedersächsischen Gästen immer konsequenter den Schneid ab, so dass spätestens nach einer halben Stunde die Führung in der Luft lag.

„Kopfballungeheuer“ Fabian Holland scheiterte in der 32. Minute noch an VfL-Keeper Körber, doch wenig später zappelte der Ball im Osnabrücker Netz. Goalgetter Serdar Dursun profitierte vom Durchsetzungsvermögen Palssons und wuchtete die Pille zu seinem neunten Saisontreffer fulminant in die Maschen. Als praktisch jedermann mit dem knappen Vorsprung zur Pause rechnete, sorgte ein völlig überflüssiges und in einem korrekten Strafstoß mündendes Tackling im Sechzehner doch noch für den 1:1-Halbzeitstand.

Herrmann, der zuvor schon einige Male wie ein „echter Cherusker“ aufgeräumt hatte und mit Gelb vorbelastet war, räumte Agu ab und der Schiri deutete folgerichtig auf den Punkt. Zwar konnte der Außenverteidiger von Glück reden, dass Referee Koslowski von einer Doppelbestrafung (also Ampelkarte) absah, doch das „Geschenk“ zur Egalisierung ließ sich VfL-Routinier Alvarenz nicht nehmen.

Grammozis musste natürlich reagieren und ersetzte zum zweiten Abschnitt den akut von einem Platzverweis gefährdeten Herrmann durch den sein 98-Debüt feiernden Winterneuzugang Nicolai Rapp. Jetzt drängten die Lilien den Neuling immer mehr zurück und veranstalteten ein regelrechtes Powerplay. Leider stellte sich in dieser Drangphase mal wieder unbarmherzig heraus, dass der Sportverein über ein Chancenverwertungsproblem klagt. Beste Gelegenheiten wurden nicht genutzt – auch als Osnabrück ab der 64. Minute nur noch mit zehn Mann auf dem Platz stand (gelb-rot Kapitän Blacha).

Statt des überfälligen 2:1 lautete der Score dann plötzlich 1:2, weil der VfL bei seinem zweiten ernsthaften Offensivvortrag nach dem Seitenwechsel (in der 62. Minute köpfte Van Aken an die Latte) Tacheles redete und Girth vollstreckte. Mit reichlich Wut im Bauch wehrten sich die Lilien in der Folge gegen das Worst Case – Szenario und erzwangen den hochverdienten Ausgleich. Felix Platte gönnte sich in seinem zweiten Jokereinsatz nach ewig langer Verletzungsauszeit eine große Portion Balsam für die Seele und schweißte dank abfälschender Hilfe zum 2:2  ein.

Zum kompletten Resultats-Happyend reichte es allerdings nicht mehr. In der Schlussphase musste sogar Keeper Schuhen einen weiteren Dämpfer verhindern, ehe Tobi Kempe beim finalen Aufreger Sekunden vor dem Abpfiff die Pille statt ins Tor auf die Tribünen zimmerte. Somit war das fünfte Unentschieden en block und die sechste sieglose Partie hintereinander perfekt. Zwar wurde die elfte Rankingstelle verteidigt, doch das Guthaben zur Abstiegszone bleibt dünn und kann sich am Montag sogar noch weiter verringern – falls Bochum gegen den HSV punktet. Der Druck ist vor der nächsten heiklen respektive wegweisenden Hürde am kommenden Freitag beim Schlusslicht Dynamo Dresden ergo fortan spürbar.

Letzte Änderung amSonntag, 02 Februar 2020 18:47
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