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2. Bundesliga

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SV98 kehrt in die Siegspur zurück und angelt sich in Dresden drei ganz wichtige Punkte

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Nach zuletzt fünf Unentschieden hintereinander und sechs sieglosen Partien glückte dem SV Darmstadt 98 am Freitagabend zum Auftakt des 21. Zweitligaspieltags der ersehnte Befreiungsschlag. Beim Tabellenschlusslicht Dynamo Dresden lieferten die Lilien trotz eines frühen Rückstands eine überzeugende erste Hälfte ab und führten zur Pause 3:1, ehe in einem dramatischen zweiten Abschnitt der Sieg auf der Kippe stand. Am Ende wurde ein eminent wichtiger 3:2-Auswärtsdreier protokolliert.

Zwei abzusehende und eine etwas überraschende Personaländerung nahm 98-Coach Grammozis vor dem Wegweisermatch in „Elbflorenz“ vor. Marvin Mehlem wurde aufgrund einer Sperre (sah vergangene Woche gegen Osnabrück den fünften gelben Saisonkarton) durch Paik ersetzt und wie erwartet musste Patrick Herrmann, nachdem er sich in den letzten Partien zu viele folgenschwere Fehler leistete, auf der Bank Platz nehmen. Für ihn feierte Winterneuzugang Matthias Bader seine Premiere im blau-weißen Trikot. Dass Mathias Honsak für Tim Skarke in der Startelf stand, hatte gewiss nicht jeder auf der Rechnung.                                     

Im Rudolf Harbig – Stadion kassierte der Sportverein früh eine eiskalte Dusche. Beim ersten ernsthaften Dresdner Vorstoß war die blau-weiße Abwehr nicht im Bilde. Keeper Schuhen konnte zunächst noch gegen Wahlqvist retten, doch die zweite Vollstreckungsabsendung von Husbauer zischte unhaltbar in die Maschen. Wer nun glaubte, dass die Hausherren nach vier Punkten aus den ersten beiden Jahrespartien ohne Gegentreffer plus der frühen Führung dem nächsten Erfolgserlebnis entgegen steuerten, wurde allerdings rasch eines Besseren belehrt.

Die Lilien zeigten sich keineswegs geschockt und sendeten schnell die perfekte Antwort ab. Eine Vorarbeit von Palsson nutzte Paik zum 1:1 und damit zu seinem allerersten Ligator im 98-Dress. Doch damit nicht genug: Wiederum nur wenige Sequenzen später schoss Dynamo-Schlussmann Broll ungewollt einen Bock ab, wofür sich Honsak bedankte. Nach einem anschließenden Querschläger hatte Tobi Kempe freie Schussbahn und netzte mit einem Strahl zum 2:1 aus Darmstädter Sicht ein.

Die südhessischen Gäste drehten ergo das Geschehen binnen weniger Minuten in ihre Richtung und präsentierten sich daraufhin ballsicher, selbstbewusst und zweikampfstark. Kurz vor der Pause belohnte Goalgetter Dursun die ansehnliche Performance mit dem 3:1. Erneut verdiente Honsak eine Vorleistungsprämie, worauf der Goalgetter seine saisonale Einsetzbilanz in zweistellige Dimensionen aufstockte (zehn). Außerdem trug sich Dursun im vierten Match en block in die Torschützenliste ein und der SV98 hatte zum erst zweiten Mal in der laufenden Spielzeit dem Gegner drei Buden in einem Spiel eingeschenkt (zuvor beim 3:3 gegen den Nürnberger Club).

Den Leistungsunterschied in Abschnitt Eins pro Lilien schloss sich eine turbulente zweite Hälfte an. Dresden wehrte sich plötzlich gegen das drohende Ungemach und schöpfte nach dem einschlagenden Kopfball von Patrick Schmidt zum 2:3 natürlich Hoffnung. Nun wogte das packende Duell hin und her: Schuhen verhinderte die Egalisierung durch Horvath per Glanzparade und auf der anderen Seite endete Hollands Traum von der wahrscheinlichen Vorentscheidung an der Latte.

In der 72. Minute brandete im gelb-schwarzen Lager Jubel auf. Aber ähnlich wie beim letzten Sieg in Hannover Ende November profitierte der Sportverein vom Einschreiten des Videoassistenten. Schiri Michael Bacher annullierte nach Sichtung der TV-Bilder das vermeintliche 3:3 wegen einer Abseitsstellung eines eigentlich nicht am Tor beteiligten Dresdners. Da hatten die Lilien ein wenig den Papst in der Tasche.

Kurz darauf sah der erst wenige Minuten zuvor als Joker aktivierte Dynamo-Neuzugang Makienok wegen einem allzu rüden Einsteigen gegen Schuhen zu Recht die rote Karte. Dennoch durfte sich das Grammozis-Team noch nicht sicher sein, das wertvolle Hab und Gut komplett in die Heimat zu entführen. In der jetzt natürlich aufgeheizten Atmosphäre versuchte der rote Laternenträger alles, weshalb Schuhen noch mehrfach sein Paradenrepertoire beweisen musste und diese Anforderung auch überaus adäquat erfüllte. Für die 98er ballerte Honsak während der Nachspielphase noch einmal gegen das Aluminium. Dann war es überstanden und die Big Points im Sack.

Mit diesem erlösenden „Dreier“ betrieben die Lilien eine gelungene Tabellenentspannungspolitik und verweilen unabhängig von den noch ausstehenden Konkurrenzergebnissen auf der elften Ranglistenstelle. Inwieweit sich der Vorsprung zur Gefahrenregion vergrößert, wird man dann spätestens am Montagabend exakt registrieren. Am übernächsten Sonntag (16.02.) gilt es, gegen den Rankingnachbarn SV Sandhausen (nur ein Zähler mehr auf dem Konto) auch im heimischen Bölle-Wohnzimmer produktiv nachzulegen.   

Letzte Änderung amDonnerstag, 13 Februar 2020 10:44
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