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2. Bundesliga

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Hoffnung auf den ersten Heimsieg seit Ende Oktober

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Nach dem in Dresden hingelegten Befreiungsschlag, der aufgrund des eingelegten Dynamo-Protests noch ein sportgerichtliches Nachspiel hat, versucht der SV Darmstadt 98 am Sonntag gegen den SV Sandhausen nachzulegen und den ersten Sieg vor eigenem Publikum seit fast vier Monaten zu feiern (Anstoß 13Uhr30).

Zwar schwärzt nur eine Niederlage gegen Spitzenreiter und „Auswärtsmacht“ Arminia Bielefeld die 98er-Saisonheimbilanz, doch die vielen Unentschieden (am Bölle zuletzt dreimal hintereinander remisiert) konterkarieren etwas die prinzipiell ordentliche Statistik. Deswegen ist der letzte „Dreier“ im heimischen Wohnzimmer von Ende Oktober datiert (1:0 gegen Aue respektive Ex-Coach Dirk Schuster). Ähnlich wie in Dresden (zuvor fünf Punkteteilungen in Serie) soll nun jetzt auch an der Nieder-Ramstädter Straße wieder der Siegknoten platzen.

Das Erfolgserlebnis beim Ligaschlusslicht stellte einen überaus erlösenden Positivschub für Trainer und Mannschaft dar – sowohl für das Selbstverständnis, endlich wieder gewinnen zu können als auch für die Tabelle. Wie wichtig das Comeback einer kompletten Beuteverbuchung war, belegen die Konkurrenzergebnisse, denn auch die Traditionskollegen aus Nürnberg, Bochum und Hannover durften in der Fremde ausgiebig jubeln. Hätte der Sportverein sein Match im Rudolf Harbig – Stadion vergeigt, würde der Vorsprung auf die Gefahrenzone lediglich zwei statt wie jetzt fünf Zähler betragen.

Dank des geglückten Betriebsausflugs ins Sachsenland steht fortan Rang Elf zu Buche und das wegen des gelb-schwarzen Protests noch einmal an den Momentaufnahmen gerüttelt wird, daran mag man nicht glauben. Sicherlich ist der Dresdner Ärger nach dem annullierten Treffer zum vermeintlichen 3:3-Ausgleich absolut verständlich, doch die Chancen, dass der DFB die nach Videosichtung vollzogene Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters korrigiert und ein Wiederholungsspiel ansetzt, bewegen sich rund um den Nullpunkt. Da würden sich die Fußball-Häuptlinge ja ins eigene Fleisch schneiden…

Dennoch ist der Sieg noch nicht zu 100% in trockenen Tüchern, aber 98% sollten es schon sein. Bereits zum zweiten Mal in der laufenden Spielzeit müssen sich die Lilien bis zur endgültigen Definition noch etwas gedulden, denn auch beim 2:1 in Hannover konnte sich der Gastgeber nach einer aberkannten Resultatsegalisierung in Folge des „VAR“-Einschreitens nicht mit der Entscheidungsszenerie abfinden. Dieser Protest wurde ja bekanntlich in zwei Instanzen abgeschmettert und nichts anderes ist – eigentlich – beim „Deja-vu“ zu erwarten.

Zurück zur kommenden Aufgabe: Trotz der geringen geographischen Entfernung besucht am Sonntag ein kickendes Ensemble aus Sandhausen erst zum sechsten Mal das Bölle für ein Punktspielduell. Wegen der „Landesgrenze“ Hessen/Baden-Württemberg plus der langen SVS-Restriktion auf der Oberligabildfläche waren mit Ausnahme der Regionalligasaison 95/96 bis 2011 frühere Vergleiche nicht möglich. Allerdings entpuppten sich die Kraichgauer seit dem 98er-Bundesligaabstieg 2017 als unbezwingbarer Kontrahent: Drei Remis, zwei Niederlagen aus Sicht der Lilien.

Eine dieser beiden Pleiten kassierte das Grammozis-Team beim Hinspiel im Hardtwaldstadion. Zu Beginn der zweiten Hälfte schluckte man die entscheidende bittere Pille, als Marcel Heller einen eigenen Angriff nicht konsequent zu Ende spielte und der gastgebende Konter in einem „Scheibenschießen“ rund um den Darmstädter Strafraum mündete, das Erik Zenga schließlich zum „Golden Goal“ dieser Partie nutzte. Dadurch notierte der Hausherr damals seinen dritten Sieg en block und stieß auf die vierte Stelle vor, während der Sportverein im Ranking weiter abdriftete.

Inzwischen sind die beiden Klubs aber wieder eng aneinander geschmiegt. Sandhausen ist Zwölfter und hat nur einen Punkt mehr auf dem Konto (27 bzw. 26 Zähler). Mit dem ersten Sieg über den SVS seit der Durchmarschrunde 14/15 (2:1 im Hardtwald durch eine Schlussphaseneinlochung von Hanno Behrens) würden die Lilien in der Rangliste also mindestens eine Stufe nach oben klettern. Viel wertvoller als diese Randnotiz wäre selbstredend ein weiterer Vorsprungsausbau nach unten, was die Zukunftsplanungen (Vertragsverlängerungen etc.) rapide vorantreiben könnte.  

Der SV Sandhausen breitete sich nach zuvor praktisch jahrzehntelanger Fußballbeschränkung innerhalb Baden-Württembergs (zumindest Deutscher Amateurmeister 1978 & 1993) ab 2007 überregional aus. 2012 wurde der Premierenaufstieg in die Zweitklassigkeit gefeiert und seitdem verteidigen die Kurpfälzer gegen das traditionsreiche Establishment hartnäckig ihre Aufenthaltsberechtigung im Bundesligaunterbau. Jahr für Jahr zeigen sie dem Abstiegsgespenst eine lange Nase und ärgern die Alteingesessenen.

Vor diesem „gallischem Engagement“ muss man den Hut ziehen, auch wenn die Erfolgsgeschichte von den heimischen Zuschauern nur unzureichend honoriert wird. Bezüglich Attraktivität respektive Zugkraft lässt der Verein arg zu wünschen übrig und gilt als graue Maus der Liga. Im Heimspielzuschauerschnitt war das feste Abonnement der roten Laterne bis zur Beförderung des SV Wehen permanent sicher und auswärts die Anzahl der Mitreisenden - überspitzt ausgedrückt - an den Fingern beider Hände abzuzählen.

Alle Partien vom 22. Zweitligaspieltag:

Fr 14.02. 18.30

1. FC Heidenheim – 1. FC Nürnberg, FC St. Pauli – Dynamo Dresden

Sa 15.02. 13.00

Hannover 96 – Hamburger SV, Jahn Regensburg – SV Wehen, Spvgg Greuther Fürth – Arminia Bielefeld

So 16.02. 13.30

SV Darmstadt 98 – SV Sandhausen, Erzgebirge Aue – Holstein Kiel, Karlsruher SC – VfL Osnabrück

Mo 17.02. 20.30

VfL Bochum – VfB Stuttgart

 

Letzte Änderung amFreitag, 14 Februar 2020 13:49
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