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2. Bundesliga

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Von A bis Z überzeugender Heimsieg – 98er-Erfolgslauf geht in die nächste Runde

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Weder die unter der Woche ausgesprochene Rücktrittserklärung zum Saisonende von Trainer Grammozis noch der „Angstgegner“ 1. FC Heidenheim hielten den SV Darmstadt 98 am Samstagmittag ab, seine beeindruckende Positivserie fortzusetzen. Der erste Zweitligaheimsieg gegen den Tabellenvierten (2:0) schraubten die aktuellen Statistikwerte auf vier „Dreier“ respektive neun ungeschlagene Partien. Die Lilien glänzen jetzt als einzige Zweitligaauswahl ohne Rückrundenniederlage.

SV Darmstadt 98 – 1. FC Heidenheim  2:0

SVD: Schuhen, Bader, Dumic, Höhn, Herrmann, Stark, Palsson, Kempe, Mehlem (71. Paik, Honsak (79. Skarke), Dursun (87. Platte)

FCH: Müller, Busch, Mainka, Hüsing, Föhrenbach (25. Schimmer), Dorsch, Multhaup (60. Schnatterer), Griesbeck, Theuerkauf, Mohr, Otto (60. Leiperz)

Tore: 1:0 Dursun 11. 2:0 Honsak 16.

Zuschauer: 13020

Besonderes: Rot Hüsing (FCH) 90.

Zum „Auftakt“ seiner Abschiedstournee am Bölle veränderte Dimi Grammozis seine Startelf auf drei Positionen: Für Holland (sah beim Club die fünfte gelbe Karte), Rapp und Paik rückten Höhn (zurück nach abgesessener Einspielsperre) sowie die zuletzt meist nur die Bank drückenden Herrmann und Mehlem in die Anfangsformation.

Die zumindest bei einigen Fans im Hinterstübchen schwirrenden Befürchtungen, dass sich die zum Saisonende proklamierte Trainerdemission negativ auf das Leistungsgefüge der Mannschaft auswirkt, wurden rasch zerstreut. Im Gegenteil: Der SV98 lieferte vom Fleck weg nicht nur eine konzentrierte Performance ab, sondern überraschte zudem mit optisch sehr schön anzuschauenden Kombinationen.

Bereits nach elf Matchminuten zappelte der Ball im Heidenheimer Netz. Nach vorzüglicher Vorarbeit des neu ins Team beförderten Duos Herrmann/Mehlem hielt Serdar Dursun exakt so den Schlappen hin, wie es einem routinierten Goalgetter gebührt. Das frühe 1:0 bugsierte natürlich noch mehr Selbstvertrauen in die gastgebenden Reihen, was rasch mit dem 2:0 belohnt wurde. Wie Palsson einen Kempe-Pass per Hacke auf Honsak weiterleitete und dieser zu seiner ersten Zweitligabude im 98er-Dress einlochte, erinnerte an die gern zitierte Augenweide.

In der Folge hatten die Lilien sogar noch Möglichkeiten, zum 3:0 aufzustocken. Der FCH bekam zwar durch eine personelle Veränderung seines Trainers mehr Zugriff auf die Partie, doch hinten ließ der Hausherr nichts anbrennen und setzte nach vorne immer wieder Nadelstiche, so dass das Zweitoreguthaben zur Halbzeit absolut in Ordnung ging.

Auch nach dem Seitenwechsel beherrschte der Sportverein mit einer beeindruckenden Selbstsicherheit die Szenerie am Bölle. Das 3:0 lag eher in der Luft als der Anschlusstreffer. Erst als der FCH mit einem Doppelaustausch (u.a. kam Vereinslegende Schnatterer) alles auf eine Karte setzte, musste der blau-weiße Platzhirsch einige brenzlige Situationen überstehen. Doch die Defensivabteilung stand so sicher wie Fort Knox und auf der gegenüberliegenden Seite rochen die Lilien mehrfach an der dritten Einlochung.

In der Schlussphase erhielt Gästeakteur Hüsing noch die rote Karte, was allerdings nicht mehr ins Gewicht fiel. Kurz darauf beendete der Schiri eine mehr als zufrieden stellende Darbietung der Zweitligamannschaft der Stunde, denn diesen „Titel“ dürfen sich die 98er momentan auf die blau-weißen Fahnen heften. Das Rückrundenranking wirft den Sportverein für mindestens 24 Stunden sogar als Nummer Eins aus!! (diesen Status kann Bielefeld am Sonntag mit einem Heimsieg gegen Wehen allerdings noch ändern).

Angesichts der schwächelnden Spitzenteams dürfen manche Berufsoptimisten sogar träumen, noch im Kampf um den Aufstiegsrelegationsplatz einzugreifen (nur noch sechs Punkte Rückstand). Realistisch sollte man jedoch die Kirche im Dorf lassen und sich über die angenehme sportliche Momentaufnahme freuen, die man am nächsten Samstag in einem weiteren Heimspiel gegen den VfL Bochum noch weiter verbessern möchte.   

 

Letzte Änderung amSamstag, 29 Februar 2020 16:58
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