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2. Bundesliga

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Lilien wollen auch gegen die Revierblume in der Siegspur bleiben

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Die Brust dürfte breit sein, wenn der SV Darmstadt 98 am Samstag den blau-weißen Traditionskollegen VfL Bochum zum 25. Zweitligatanz der laufenden Saison auffordert. Neun ungeschlagene Partien respektive vier Siege in Folge schmücken die aktuelle Lilien-Vita vor dem um 13Uhr ertönenden Bölle-Anpfiff.

Das zweite Heimspiel hintereinander bietet dem Sportverein ergo eine große Möglichkeit, seine derzeitige Erfolgsstory fortzuschreiben. Selbst (oder gerade deswegen?) die wenige Tage zuvor von Dimi Grammozis verkündete Rücktrittserklärung zum Saisonende hinderte die Lilien am vergangenen Sonnabend nicht daran, gegen den Tabellenvierten 1. FC Heidenheim die wahrscheinlich überzeugendste Performance seit vielen Monaten abzuliefern.

Dass der 2:0-Heimdreier von vorne bis hinten verdient war, darüber gab es weder in Südhessen noch auf der württembergischen Ostalb zwei Meinungen. Beflügelt durch den schnellen bzw. herrlich heraus kombinierten Tordoppelpack beherrschten die 98er das Gästeensemble und glänzen im Rückrundenranking als einzig ungeschlagene Mannschaft der zweiten Halbserie auf Rang Zwei. Lediglich der mit Siebenmeilenstiefeln seiner Bundesligarückkehr entgegen steuernde Primus aus Ostwestfalen sammelte in diesem Zeitfenster noch einen Punkt mehr und hat nach der Darmstädter „Zurechtstutzung“ vom Mai 2014 demnächst endlich ein aus seiner Sicht positives Wunder von der Alm vor Augen.

Auch in manchen Fankreisen des Sportvereins mehren sich aufgrund des relativ unerwarteten sportlichen Hochs plus des Blicks auf das Gesamtklassement plötzlich die Hoffnungen auf ein Oberhauscomeback, zumal am zurückliegenden Samstag neben Heidenheim auch die Schwergewichte VfB Stuttgart und HSV leer ausgingen. Die wackelnde Raute vergeigte gar seine letzten drei Aufgaben, weshalb der SV98 satte neun Punkte auf den Ex-Dino „gutmachte“ und nur noch sechs Zähler hinter ihm lauert.

Doch man sollte auf dem Boden bleiben und die Klubaussage, dass man eher den Abstand zur „unteren Relegationsstufe“ registriert (elf Punkte Vorsprung), klingt realistisch, denn noch vor wenigen Monaten stand „nur“ der Kampf um den Klassenerhalt im Fokus. Mit weiteren positiven Resultaten jetzt gegen Bochum (15.) sowie in der Folgewoche beim KSC (16.) könnten die Lilien die diesbezüglichen Restzweifel endgültig aus der Welt schaffen. Sollten aber – warum auch immer – diese beiden Matches in die Hose gehen, würde sich trotz der jetzigen sechsten Position der warnende Zeigefinger wieder vorsichtig nach oben richten.

Also gilt es konzentriert zu bleiben und das zuletzt so produktiv dargebotene Leistungsvermögen schon am kommenden Samstag erneut abzurufen, wenn der VfL Bochum mal wieder an der Nieder Ramstädter Straße vorstellig wird und mit nur drei Punkten Vorsprung zur Abstiegszone eine Verbesserung seiner Lage anstrebt. Die zwischen 1970 und 1990 in der Bundesliga als die „Unabsteigbaren“ titulierten Ruhrpottkicker kommen seit ihrem letzten Oberhausabsturz 2010 und dem via Relegation verpassten sofortigen Wiederaufstieg 2011 in der zweiten Fußballetage nicht mehr über das Mittelmaß hinaus oder werden sogar öfters, als es für das VfL-Herz gesund ist, mit Besuchen vom Abstiegsgespenst konfrontiert.

Auch in dieser Saison will es nicht richtig rund laufen, was einen frühen Übungsleiterwechsel (Thomas Reis für Robin Dutt) zur Folge hatte. Doch auch der langjährige Bochumer Profi konnte sein Team noch nicht wie gewünscht in die gesicherten Regionen hieven. Das ist vor allem der Heimschwäche geschuldet (erst drei Siege). Dafür gab es „anne Castroper“ sieben Unentschieden zu begutachten. U.a. im Hinspiel (Marcel Heller rettete fünf Minuten vor dem Kehraus für die Lilien das 2:2) und beim letzten Einsatz gegen Sandhausen (4:4; nach 2:0- und 4:2-Führung wurden in der Schlussphase wegen zwei kassierten Handelfmetern erneut Big Points verschenkt).

Immerhin konnte der VfL seine vergangenen zwei „Sechspunktejobs“ bei der direkten Konkurrenz in Wehen und Dresden mit der optimalen Rendite erfüllen, residiert dank diesen wichtigen Zugewinnen über dem Strich und will nun am Bölle erneut auswärts zulegen. Die jüngste interne Statistik spricht sogar für die Elf aus dem Ruhrstadion. Seit dem Bundesligaabschied 2017 tüteten die 98er gegen die „Blume im Revier“ (so getauft von Herbert Grönemeyer) keinen Dreier mehr ein (zwei Remis, drei Niederlagen).

Es ist also Zeit, dass sich wieder was am (Ergebnis-)Rad dreht, um den Grönemeyer-Sprachschatz fortzuführen. Der letzte Sieg gegen Bochum datiert vom Frühjahr 2015, als Romain Bregerie und Leon Balogun mit ihren Buden zum 2:0 den Weg für den Durchmarschtriumph ebneten. Ein ähnlicher Score würde den fünften Sieg en block bedeuten. Solch ein seltenes Glücksgefühl vermittelte eine Lilienauswahl letztmals auf der Saisonzielgerade 10/11 in der Regionalliga Süd. Damals waren es sogar neun ununterbrochene Siege inklusive den legendären späten Highlighteinlochungen von Abdelaziz Ahanfouf gegen Kassel und Yannick Stark in Worms.            

Alle Partien vom 25. Zweitligaspieltag:

Fr 06.03. 18.30

VfL Osnabrück – SV Wehen, 1. FC Nürnberg – Hannover 96

Sa 07.03. 13.00

SV Darmstadt 98 – VfL Bochum, Hamburger SV – Jahn Regensburg, 1. FC Heidenheim – Karlsruher SC

So 08.03. 13.30

Holstein Kiel – Spvgg Greuther Fürth, Dynamo Dresden – Erzgebirge Aue, SV Sandhausen – FC St. Pauli

Mo 09.03. 20.30

VfB Stuttgart – Arminia Bielefeld

 

Letzte Änderung amMittwoch, 04 März 2020 22:01
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