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SV98 vor der ersten englischen Geisterspielwoche

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Am Samstagmittag erlebt das Bölle erstmals in seiner langen Geschichte ein Ligageisterspiel. Das Heimmatch gegen den FC St. Pauli ist für den SV Darmstadt 98 der Auftakt zu einer englischen Woche, die danach zwei weitere Partien bei Erzgebirge Aue und zu Hause gegen Greuther Fürth vorsieht.

Sicherlich aktivieren Fabian Heller, Tobi Kempe und Marcel Heller eine Portion Wehmut, wenn sie am Sonnabend das Kultstadion an der Nieder-Ramstädter Straße betreten und die leeren Ränge erblicken. Fast auf den Tag genau fünf Jahre ist es, dass dieses immer noch bzw. längst wieder den blau-weißen Dress tragende 98er-Trio im Rahmen des finalen Zweitligaspieltags 14/15 vor überfüllten Rängen gegen den gleichen Gast aufliefen, um den letzten Schritt für das Durchmarschwunder Richtung Bundesliga zu bewerkstelligen.

Das Datum 24. Mai 2015 ist in den Darmstädter Annalen längst Legende und hat seinen Ruhmesplatz für alle Zeiten sicher. Kempes direkt versenkter Freistoß ins Glück verwandelte das Bölle in ein Tollhaus. Zwanzig Minuten später war inklusive der Oberligabeförderung 1950 der vierte Aufstieg in eine höchste deutsche Spielklasse perfekt und die Fans überfluteten die grüne Wiese.

Das wird am 23. Mai 2020 wegen den bekannten Gründen definitiv nicht passieren – egal wie der abschließende Score lautet. Eingerahmt von den verwaisten Tribünen müssen die Lilien mit der ungewohnten Totenstille leben und versuchen, es besser zu machen wie vergangenen Sonntag im Badenser Land, wo eine enttäuschende Performance zur Geisterspielpremiere in der ersten Rückrundenniederlage mündete.

Der Re-Start nach der langen „Corona-Pause“ ging sportlich ergo in die Hose, weshalb gegen die anreisenden Kiezkicker Wiedergutmachung auf dem Wunschzettel steht. Trotz seines optisch immer noch komfortablen Vorsprungs zur Abstiegszone (acht Punkte, vor dem zurückliegenden Spieltag waren es allerdings elf Zähler) darf sich die Mannschaft des SV98 noch nicht zu sicher sein, den Klassenerhalt im Sack zu haben.

Ein weiterer Meilenstein für das vorzeitige Erreichen dieses Ziels wäre selbstredend jetzt ein Heimdreier. Die Statistik spricht ganz klar pro Hausherr: Achtmal trat St. Pauli bislang am Bölle an und fuhr mit Ausnahme von zwei mickrigen Unentschieden sonst immer frustriert respektive ohne Rendite zurück zur Reeperbahn. Diese Serie gilt es am Samstag bestmöglich auszubauen, auch wenn die gewohnte Akustikunterstützung unabänderlich fehlen wird.

Nächsten Dienstag (26.05.) sieht der engmaschige Nachholplan dann den Dienstausflug ins Erzgebirge vor. Fürwahr erneut eine brisante Begegnung, denn Aues Trainer hört auf den Namen Dirk Schuster und der hat während seinen zwei Amtsperioden als 98er-Coach unverwischbare Spuren hinterlassen. Der Triumphzug vom sportlichen Abstieg in die Regionalliga 2013 bis zum Bundesligaklassenerhalt 2016 sollte jedem, der es mit den Lilien hält, bekannt sein.

Den Sportverein erwartet in Sachsen nicht nur aufgrund der gastgebenden Übungsleiterpräsenz ein heißer Tanz. Hinzu gesellt sich die „Wismut“-Stärke im eigenen Wohnzimmer. Aue verlor in der laufenden Saison zu Hause lediglich gegen Holstein Kiel und rangiert in der Heimbilanz nicht von ungefähr auf Position Zwei.

Am Freitag darauf (29.05.) schließt der Job gegen die Nummer Eins der ewigen Zweitligatabelle die erste englische Geisterspielwoche ab. Auch Greuther Fürth wird von einer Ex-Lilie trainiert. Stefan Leitl war bei seiner einzigen Berufsverpflichtung außerhalb Bayerns von 2004 bis 2007 für den SV98 in der Regionalliga Süd am Ball und genießt dank dieser Anwesenheitsperiode rund um Darmstadt einen guten Ruf.

Bleibt zu hoffen, dass die 98er an den bevorstehenden Runden 27, 28 und 29 so viel Profit wie möglich sammelt, um die wegen der derzeitigen Sicherheitsvorkehrungen bestimmt nicht einfachen Planungen für eine weitere Zweitligasaison – dann unter der coachenden Regie von Markus Anfang – voranzutreiben. In der ersten Halbserie überwies das Grammozis-Team gegen St. Pauli, Aue und Fürth sechs Punkte auf´s Konto – eine Ausbeute, mit der die blau-weißen Verantwortlichen sicherlich auch beim Resümee-Ziehen nach den Rückspielen zufrieden wären…

Alle Partien vom 27. Zweitligaspieltag:

Fr 22.05. 18.30

1. FC Nürnberg – Erzgebirge Aue, 1. FC Heidenheim – SV Wehen

Sa 23.05. 13.00

SV Darmstadt 98 – FC St. Pauli, SV Sandhausen – Jahn Regensburg, VfL Osnabrück – Hannover 96

So 24.05. 13.30

Karlsruher SC – VfL Bochum, Hamburger SV – Arminia Bielefeld, Holstein Kiel – VfB Stuttgart

Verlegt auf 09.06.: Dynamo Dresden – Spvgg Greuther Fürth

 

Alle Partien vom 28. Zweitligaspieltag:

Di 26.05. 18.30

Erzgebirge Aue – SV Darmstadt 98, Jahn Regensburg – 1. FC Nürnberg, Spvgg Greuther Fürth – VfL Osnabrück, SV Wehen – SV Sandhausen

Mi 27.05. 18.30

Hannover 96 – Karlsruher SC, FC St. Pauli – 1. FC Heidenheim, VfL Bochum – Holstein Kiel

Do 28.05. 20.30

VfB Stuttgart – Hamburger SV

Verlegt auf 15.06.: Arminia Bielefeld – Dynamo Dresden

 

Alle Partien vom 29. Zweitligaspieltag:

Fr 29.05. 18.30

SV Darmstadt 98 – Spvgg Greuther Fürth, VfL Osnabrück – Jahn Regensburg

Sa 30.05. 13.00

Holstein Kiel – Arminia Bielefeld, 1. FC Nürnberg – VfL Bochum, SV Sandhausen – Hannover 96, Karlsruher SC – FC St. Pauli

So 31.05. 13.30

Hamburger SV – SV Wehen, 1. FC Heidenheim – Erzgebirge Aue, Dynamo Dresden – VfB Stuttgart

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