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4:0 gegen den Lieblingsgegner - Höchster Sieg seit fünf Jahren

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Egal ob mit oder ohne Zuschauer: Der FC St. Pauli bleibt am Bölle ein gern gesehener Gast. Am Samstagmittag verbuchte der SV Darmstadt 98 gegen in der zweiten Halbzeit überforderte Kiezkicker den ersten „Geisterspieldreier“ seiner Historie. Dank einem glatten 4:0-Erfolg feierten die Lilien den höchsten Pflichtspielsieg seit März 2015 (5:0 gegen Union Berlin).

SV Darmstadt 98 – FC St. Pauli  4:0

SVD: Schuhen, Herrmann, Dumic, Rapp, Holland, Palsson, Schnellhardt (75. Kempe), Heller (75. Mehlem), Honsak (75. Paik), Skarke (66. Stark), Platte (61. Dursun)

FC St. P.: Himmelmann, Ohlsson, Östigard, Lawrence, Benatelli (61. Coordes), Miyaichi, Buballa (61. Veerman), Sobota, Knoll (77. Becker), Tashchy (61. Flum), Gyökeres (61. Diamantakos)

Tore: 1:0 Honsak 7. 2:0 Stark 74. 3:0 Mehlem 78. 4:0 Palsson 89.

Besonderes: Diamantakos (St. Pauli) verschießt Handelfmeter 90. + 1

Vor dem Geisterspieldebüt für das Bölle griff Dimi Grammozis wohl noch unter dem Eindruck des enttäuschenden 0:2 im Karlsruher Wildpark ganz tief in die personelle Rotationskiste und tauschte die komplette Offensivabteilung aus. Im Vergleich zum zurückliegenden Samstag bevölkerten insgesamt fünf neue Spieler die blau-weiße Anfangsformation. Der am Saisonende scheidende Trainer fuhr ergo ein erhöhtes Risiko, um die erste Rendite nach der „Corona-Pause“ einzufahren.

Die Nominierung von einem der neuen Startelfprotagonisten machte sich bereits in der siebten Minute bezahlt. Nach überlegter Vorleistung von Palsson verarbeitete Honsak den Ball zur erhofft frühen Führung. Das rasche 1:0 spielte dem Hausherren natürlich in die blau-weißen Karten. Abgesichert von einer sicheren Defensive überließen die Lilien den Kiezkickern die Initiative und spähten nach Gegenstoßnadelstichen.

St. Pauli konnte aus seiner optischen Überlegenheit kein Kapital schlagen, weil man selbst in finaler Instanz zu harmlos war und die vielbeinige Darmstädter Abwehr stets das letzte Wort für sich beanspruchte. So sicherte der Platzhirsch das knappe Guthaben in die Pause und legte im zweiten Abschnitt eine Schippe drauf. Das 2:0 lag mehrfach in der Luft, bis der erste Joker stach.

Mit einem fulminanten Schuss ließ Yannick Stark Keeper Himmelmann keine Chance und stellte die endgültigen Weichen auf den Heimsieg. Die Mannschaft von der Reeperbahn, die vor dem kassierten zweiten Dämpfer eine „Welturaufführung“ produzierte (vier Einwechslungen auf einen Schlag) brach nun komplett zusammen.

Nach einer restlos gelungenen Kombination vollstreckte Mehlem zum 3:0 und beseitigte jegliche Restzweifel an der Kontoaufstockung auf 39 Punkte. Den höchsten Saisonerfolg respektive höchsten Sieg seit fünf Jahren perfektionierte der überragende Palsson durch einen Volleyhammer an die Latte, von wo die Kugel gegen Himmelmanns Hand und dann über die Torlinie wanderte.

Die unterschiedlichen Kräfteverhältnisse der zweiten Hälfte spiegelte abschließend wider, dass Diamantakos in der Nachspielzeit einen vom „Warteschleifen-Papa“ Fabian Holland verursachten Handelfmeter am Gehäuse von Marcel Schuhen vorbei semmelte. Das am Ende auch in der Deutlichkeit verdiente 4:0 katapultierte den Sportverein zumindest bis Sonntag auf Rang Fünf und angesichts der frisch dokumentierten Punktausbeute wirft der Klassenerhalt schon sieben Runden vor dem Kehraus eine 98-prozentige Wahrscheinlichkeit aus.

Am kommenden Dienstag (26.05.) treten die Lilien zur Absolvierung von Teil Zwei der englischen Woche zum brisanten Duell gegen den einstigen Durchmarschtrainer Dirk Schuster beim heimstarken FC Erzgebirge Aue an (Anstoß 18Uhr30).

 

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