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2. Bundesliga

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Gebrauchter Dienstausflug in die Oberpfalz

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Siebzig Prozent Ballbesitz sind keine Garantie für ein Erfolgserlebnis. Trotz drückender Überlegenheit und über eine halbe Stunde in Überzahl quittierte der SV Darmstadt 98 am Samstag die zweite Rückrundenniederlage. Zwei Gegentore nach Ecken und ein dicker Abwehrpatzer besiegelten inklusive einer Kempe-Elferfahrkarte das 0:3 beim zuvor sieben Partien sieglosen Jahn in Regensburg und damit die zweithöchste Rundenpleite.

Jahn Regensburg – SV Darmstadt 98  3:0

Jahn: Meyer, Saller (89. Makridis), Gimber, Correia, Okoroji, Geipl, Besuschkow (89. Lais), Wekesser, Stolze (72. Hein), George (77. Knipping), Albers (79. Grüttner)

SVD: Schuhen, Herrmann (61. Bader), Rapp, Dumic, Holland, Palsson, Kempe, Heller (61. Manu), Schnellhardt (75. Pfeiffer), Honsak (46. Paik), Platte (46. Dursun)

Tore: 1:0 Correia 7. 2:0 Besuschkow 52. 3:0 George 77.

Besonderes: Gelb-Rot Wekesser (Jahn) 57.; Kempe (SVD) verschießt FE 66.

Mit drei Startelfveränderungen gegenüber dem letztwöchigen 1:1 gegen Fürth ging Dimi Grammozis seine fünftletzte Aufgabe als 98er-Zweitligatrainer an. In der Viererkette erhielt Herrmann diesmal den Vorzug gegenüber Bader, im Mittelfeld rückte Kempe für Stark in die Anfangsformation und in vorderster Linie gab der Coach Platte statt Dursun eine Profilierungschance.

Bereits in der siebten Minute wurden die Lilien kalt erwischt. Der Jahn stellte erstmals sein produktives Rezept Ecke – Tor aus, weil Honsak den in die zweite Etage hochsteigenden Correia nicht am Kopfball hindern konnte. Den frühen Rückstand hakte der Sportverein rasch ab und riss das Heft des Handelns an sich. Doch schon in der ersten Hälfte wurde deutlich, an was es den Gästen auf ihrer Dienstreise mangelte. Die Torgefahr blieb ungeachtet der optischen Dominanz auf der Strecke, weil der finale Pass einfach nicht glücken wollte.

Auch im zweiten Abschnitt erwischte Regensburg den besseren Auftakt. Nachdem die Oberpfälzer mit ihrer erst zweiten Einnetzgelegenheit noch Pech hatten (Aluminiumtreffer Albers, dessen Vorname Andreas und nicht Hans lautet), dauerte es wiederum nur sieben Minuten, bis es in Folge eines Eckstoßes im Kasten von Marcel Schuhen einschlug. Diesmal war es kein Kopfball, sondern eine Zufallsvollstreckung von Besuschkow, dem die Kugel gegen das Knie prallte und dann über die Linie trudelte. Wenig später keimte in den 98er-Reihen neue Hoffnung auf, als sich der Jahn personell dezimierte (Ampelkarte Wekesser – oder auf südhessisch ausgedrückt: „Weg isser“).

Das Match schien nach einer Elfmeterentscheidung pro Sportverein dann zu kippen. Tobi Kempe trat an und verballerte in „Willibald Bernecker – Tradition“ vom Punkt weit über das Ziel hinaus, was den zweiten vergebenen Strafstoß hintereinander dokumentierte (vor Wochenfrist gegen Fürth scheiterte Platte am Pfosten). Spätestens jetzt war klar, dass das vor dem Anpfiff eingenommene Zielwasser heute nicht den gewünschten Effekt erzeugte.

Der Kehrausnackenschlag zum 0:3 passte ins 98-Bild an diesem gebrauchten Nachmittag. Matthias Bader, eine Viertelstunde zuvor eingewechselt, legte unfreiwillig für Jann George auf, wofür sich der Jahn-Stürmer per Direktabnahme zum Endstand bedankte. Damit war der Käse endgültig gegessen und der Sportverein musste vor den abschließenden vier Saisonaufgaben die ohnehin nur noch theoretischen Möglichkeiten, noch einmal im Aufstiegskampf mitzumischen, an den blau-weißen Nagel hängen.

Am übernächsten Sonntag (14.06.) empfangen die Lilien Hannover 96 am Bölle. Das Duell gegen den Oberhausabsteiger ist die Ouvertüre einer weiteren englischen Woche, die zudem noch die Herausforderungen beim höchstwahrscheinlichen Zweitligameister auf einer rund um Darmstadt sehr bekannten ostwestfälischen Alm (18.06.) sowie das letzte Saisonheimspiel gegen den SV Wehen (21.06.) vorsieht.

 

Letzte Änderung amSamstag, 06 Juni 2020 16:06
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