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2. Bundesliga

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Zum Saisonkehraus erster Sieg beim VfB seit 44 Jahren

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Der SV Darmstadt 98 lieferte zur letzten Zweitligarunde einen perfekten Saisonabschluss ab und zementierte mit dem 3:1-Triumph beim Bundesligarückkehrer VfB Stuttgart Platz Fünf in der Endtabelle. Für das sich verabschiedende Trio Grammozis/Heller/Stark stellte der Auswärtstriumph im Schwabenländle ein würdiges Abschiedsgeschenk dar.

VfB Stuttgart – SV Darmstadt 98  1:3

VfB: Kobel, Stenzel (82. Mack), Karazor, Kaminski, Wamangituka, Mangala (58. Castro) , Endo, Gonzales (40. Churlinov), Förster (58. Klimowicz), Klement, Gomez (82. Kalajdzic) 

SVD: Schuhen (90. Klaus), Dumic, Hertner, Holland, Bader, Stark, Palsson, Kempe, Schnellhardt (86. Mehlem), Heller (73. Paik) , Dursun (73. Honsak)

Tore: 0:1 Dursun 32. 1:1 Gomez 42. 1:2 Bader 53. 1:3 Kempe 88.

Besonderes: Gelb-Rot Palsson (SVD) 66.

Die vielleicht wichtigste Frage des saisonalen Ausklangspieltages beantwortete 98-Coach Grammozis mit einer für die zu Hause mitfiebernden blau-weißen Fans zufriedenstellenden Lösung und bescherte auf seiner eigenen Abschiedsvorstellung auch den ebenfalls scheidenden Kicklegenden Marcel Heller und Yannick Stark für ihren finalen Einsatz im Trikot mit der Lilie auf der Brust noch einmal den Gang auf die große Startelfbühne.

Der sechzehnte Rundentreffer von Serdar Dursun sorgte auch beim bereits vor dem Anstoß zu 98% als Aufsteiger deklarierten Gastgeber für Anerkennung. Fast wie einst Klaus Fischer zauberte der 98-Goalgetter einen Fallrückzieher in die Maschen. Kurz vor dem Pausengong glückte Gomez das beim Verein für Bewegungsspiele erhoffte Good Bye – Präsent, indem er den Ball in typischer Abschlussmanier zum Ausgleich eindrückte.

Dass die Lilien nicht nur zum Gratulationsspalierstehen angereist waren, demonstrierten sie erneut acht Minuten nach dem Wiederbeginn. Bader vollendete einen Vorstoß durch einen unhaltbaren Flachschuss ins lange Eck. Kurz darauf verpasste Heller, es Gomez gleichzutun und beim Abschied zu knipsen (scheiterte am VfB-Keeper). Eine weitere Viertelstunde darauf war für ihn Schicht im 98er-Einsatzschacht. Nach insgesamt sechs Jahren als Angestellter am Bölle ging der Last Action Hero des Wunders von Bielefeld von Bord. Unvergessen bleiben seine Verdienste – allen voran die Megavorbereitung bezüglich des Durchmarsch bahnbrechenden 1:0 im Karlsruher Wildpark anno 2015.

Den ersten Sieg in Stuttgart seit 1976 (damals trafen Willi Wagner, Bernhard Metz und Libero-Ikone Walter Bechtold zum 3:2 im Neckarstadion) perfektionierte Tobi Kempe kurz vor dem Schlussgong. Damit setzte der SV98 die „kleine Serie“, auf der Zweitligabühne nicht in Stuttgart verlieren zu können, auf beeindruckende Weise fort und unterzeichnete für das Endklassement die ausgezeichnete fünfte Rankingstelle. In der Abschlussbilanz fehlten lediglich drei Punkte zum Relegationsplatz.

Yannick Stark, der einzige gebürtige Darmstädter im Team, spielte übrigens noch einmal durch. Auch seine Lilienverdienste sind unauslöschlich, angefangen mit dem 2:1 in der 88. Minute bei der Wormser Wormatia am vorletzten Spieltag 10/11. Ohne diesen Siegtreffer hätte der Sportverein das „Schattendasein“ in der Regionalliga fortführen müssen und wäre vielleicht niemals dort gelandet, wo man jetzt sportlich verankert ist.

In der nächsten Saison (Beginn wegen „Corona“ noch vakant) arbeiten die Lilien unter der Regie des neuen Übungsleiters Markus Anfang am Ausbau ihrer neuen Zweitligaepoche. Als neue/alte Gegner begrüßt der SV98 dann die Bundesligaabsteiger SC Paderborn und Fortuna Düsseldorf (Werder Bremen kann in der Relegation noch eine Rückkehr ans Bölle vermeiden), während die Aufrücker aus der Dritten Liga noch völlig vakant sind. Auf jeden Fall bleibt der HSV als attraktiver Gegner dem Sportverein erhalten. Im Falle 1. FC Nürnberg steht dies noch auf der Kippe. Der „Glubb“ bleibt halt a „Depp“ und versucht in der Relegation den Doppelabstieg zu verhindern. 

 

Letzte Änderung amSonntag, 28 Juni 2020 18:40
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