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2. Bundesliga

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Eine Auftaktniederlage so überflüssig wie ein Kropf

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Ein Freistoß, ein umstrittener Elfer, eine Schlafeinlage und zwei überragende Gastgeberakteure (Torwart und Frontstürmer) zogen dem SV Darmstadt 98 am ersten Zweitligaspieltag den Zahn. Trotz drückender Überlegenheit und vielen Chancen vor allem in der ersten Hälfte vergeigten die Lilien am Samstagmittag beim SV Sandhausen ihre saisonale Ligapremiere mit 2:3.

SV Sandhausen – SV Darmstadt 98  3:2

SVS: Fraisl, Zhirov, Kister, Nauber, Diekmeier, Contento, Taffertshofer (60. Linsmayer), Nartey (90. Röseler), Biada (79. Scheu), Keita-Ruel (90. Zenga), Bouhaddouz (60. Ouahim)

SVD: Schuhen, Herrmann, Mai, Rapp, Holland, Pfeiffer, Honsak (79. Paik), Kempe (86. Platte), Mehlem (79. Berko), Manu (58. Skarke), Dursun

Tore: 0:1 Honsak 19. 1:1, 2:1, 3:1 Keita-Ruel 29., 38., FE 74. 3:2 Skarke 90. + 4

Zuschauer: 800

Für seine Debütaufstellungstaktik als Zweitligatrainer des Sportvereins von 1898 veränderte Markus Anfang die Anfangself gegenüber dem positiv gedrehten Pokalmatch in Magdeburg auf drei Positionen: Während Victor Palsson eine Ampelkartensperre der vergangenen Saison abbrummte sowie Paik und Ersatzkeeper Klaus auf der Bank Platz nahmen, bereicherten Neu-Vater Marcel Schuhen, Patric Pfeiffer und Mathias Honsak die erste Ligastartformation der Runde 20/21.

Nach dem erwarteten Beschnuppern zu Beginn der Partie glückte dem SV98 in der 19. Minute die erhofft frühe Führung. Ein Löwenanteil hierfür gebührte Tobi Kempe, der mit einer Körpertäuschung seinen Gegenspieler ins Leere laufen ließ und den Ball in die Mitte lenkte, wo Honsak dankbar lauerte und vollstreckte. Bekanntlich ist ein Vorsprung in Sandhausen eigentlich Gold wert, weil die Hausherren auch im eigenen Wohnzimmer lieber aus einer verstärkten Deckung kontern.

Dass die Lilien bis zur Pause dennoch mit 1:2 ins Hintertreffen gerieten und dem SVS-Konzept dadurch in die Karten spielten, war neben dem Versemmeln weiterer Hochkaräter zwei völlig überflüssigen Situationen geschuldet. Beim 1:1 vergaß die 98er-Defensivabteilung nach einem SVS-Freistoß die Absicherung von Keita-Ruel, der völlig blank stehend egalisieren durfte, während das 1:2 mal wieder unter die Kategorie „fragwürdiges Signal des Kölner Kellers“ Richtung Ohr des Schiedsrichters eingestuft werden musste. Kein Sandhäuser protestierte und das Geschehen spielte sich schon auf der Gegenseite ab, als es plötzlich beim Referee piepste und dieser nach TV-Sichtung ein Handspiel von Manu im Sechzehner ahndete. Keita-Ruel nutzte vom Punkt die Gunst der Stunde zu seiner Bude Nummer Zwei.

Im entgegen gesetzten Strafraum verzweifelten die 98er an Goalmann Martin Fraisl, der einen Sahnetag erwischt hatte und mehrmals einen Lilientorjubel im Keim erstickte. Nach dem Seitenwechsel blieb der südhessische Gast dominant. Allerdings mangelte es jetzt an den spielerischen Lösungen. Die unzähligen hohen Flanken in die Gefahrenzone wurden in der Regel eine fette Beute für die SVS-Recken. Nur ein einziges Mal lag der Ausgleich wirklich in der Luft, aber wieder war „Teufelskerl“ Fraisl auf dem Posten, indem er die Kugel per Reflex an die Latte lenkte und dadurch den perfekten 98-Ligaeinstand von Lukas Mai stornierte.

Als Patric Pfeiffer schließlich die Pille vertändelte und Keita-Ruel zu dessen Hattrick-Einlochung einlud, war der Markt für die Lilien verlaufen. Die Ergebniskosmetik von Tim Skarke in der finalen Nachspielzeitminute (optisch wunderbarer Schuss in den Winkel) schlug zu spät ein, um den Ergebnisfehlstart noch zu korrigieren. Kurz darauf war Schicht im Hardtwaldschacht und der SV98 musste nach einem aus seiner Sicht unglücklichen Matchverlauf mit leeren Händen die kurze Heimreise antreten. Am nächsten Samstag beim ersten Saisonheimspiel gegen den Jahn aus Regensburg sollte das Team von Markus Anfang bezüglich der Abschlusseffizienz zulegen respektive die einfachen Abwehrpatzer vermeiden, damit die ersten Rundenfrüchte geerntet werden können.    

 

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