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Rückkehr von 1741 Fans im ersten Saisonheimspiel

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Am Samstag wird das altehrwürdige Bölle erstmals seit über einem halben Jahr (0:0 gegen den VfL Bochum im März) wieder von Zuschauern bevölkert. Die 1741 „Auserwählten“ wollen die Mannschaft des SV Darmstadt 98 bei der zweiten Ligaverpflichtung gegen Jahn Regensburg unterstützen, um den in Sandhausen kassierten Ergebnisfehlstart umgehend wettzumachen (Anstoß 13Uhr).

Das Gesundheitsamt genehmigte unter Vorbehalt der Einhaltung aller Hygienevorschriften das erste kleine Supporter-Comeback nach den "unerträglichen" Geisterspielen. Mit der Einschränkung, dass die nicht locker lassende Pandemie stets Veränderungen des aktuellen Ist-Zustandes bewerkstelligen kann, ist die Grundlage für eine Kulissen-Renaissance geschaffen. Die Dauerkarteninhaber erhalten blockweise ein Vorkaufsrecht und so werden am Samstag natürlich viel leiser wie gewohnt, aber bestimmt vernehmbar, ein paar wohlbekannte Gassenhauer wieder zu hören sein.

Ob die akustische Anfeuerung der 1741 glücklichen Eintrittsberechtigten ausreicht, um den Heimvorteil in die erhofften drei Saisonpremierenpunkte umzumünzen, wird man sehen. Das Team von Trainer Markus Anfang, der sein Pflichtspieldebüt am Bölle feiert, muss das seinige beisteuern, damit es kein erneutes böses Erwachen so wie im Hardtwald gibt und der Erfolgsdruck nicht bereits in der Rundenfrühphase immens anwächst.

Der völlig überflüssigen Einstiegsniederlage in Sandhausen (trotz spielerischer Überlegenheit mündeten die individuellen Defensivpatzer sowie eine Mischung aus Pech und fehlender Abschlusskaltschnäuzigkeit im Ouvertürendämpfer) soll gegen die „Urenkel von Turnvater Jahn“ aus der Oberpfalz ein befreiender erster Saisondreier folgen. Dass die Lösung der Aufgabe nicht einfach wird, weiß natürlich auch jeder, denn Regensberg ist schon alleine aus der Tradition geboren ein unbequemer Kontrahent des SV98 und angelte sich bei seinem Saisoneinstand ein verdientes 1:1 gegen den Liliengastgeber des Folgespieltags namens 1. FC Nürnberg oder einfacher nur „der Glubb“.

Der Jahn krault heuer im vierten Jahr nonstop im Haifischbecken der Zweiten Liga. Solch eine längere Distanz verbrachten die Ostbayern noch nie im Bundesligaunterbau. Mersad Selimbegovic (war zuvor Co-Trainer) bestreitet seine zweite Spielzeit als verantwortlicher Übungsleiter und navigierte seine Mannen in der zurückliegenden Saison auf eine sichere zwölfte Ranglistenstelle. Auch in dieser Runde will er sich von den unteren Rankingsphären fernhalten und das ist ihm bzw. seinen Schützlingen durchaus zuzutrauen.

Duelle Südhessen vs. Oberpfalz gehören bereits seit 1951 (alte Zweite Liga Süd) zum guten Ton des süddeutschen Fußballgeschäfts. Vor allem zu Regionalligazeiten sammelten die 98er einige bittere Erfahrungen (z.B. die Abstiegsdeklarierung Richtung Hessenliga 2003 nach einer 1:3-Heimniederlage oder eine 2:7-Klatsche während der coachenden Labbadia-Ära 2005 in Regensburg). Auch in der Vorsaison glückte dem SV98 kein „Dreier“: 2:2 am Bölle und 0:3 in der Continental-Arena, was den Lilien die letzte theoretische Möglichkeit zum Erreichen der Relegationsstufe raubte.

Die Trauben hängen gegen den Jahn ergo von jeher hoch. Für den letzten Heimerfolg im Frühjahr 2014 trugen sich noch die Durchmarsch-Heros Marco „Toni“ Sailer und Dominik Stroh-Engel in die Torschützenliste ein. Das 2:1 in der Dritten Liga zeichnete damals den Relegationsweg auf die Bielefelder Alm vor. Es ist also an der Zeit, den widerstandsfähigen Rivalen am Bölle mal wieder in die Knie zu zwingen. Vielleicht machen ja die 1741 Fans den entscheidenden Unterschied aus…

 

Letzte Änderung amDonnerstag, 24 September 2020 17:42
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