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2. Bundesliga

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Klassiker Club vs. Lilien – Remake des Februartriumphs erwünscht

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Der dritte Zweitligaspieltag wird am Montagabend mit einem Südschlager von echtem Schrot und Korn abgeschlossen. Bereits zum 36. Mal haben sich die Traditionsschwergewichte 1. FC Nürnberg und SV Darmstadt 98 zu einem kickenden Rendezvous verabredet. Anstoß im Max Morlock – Stadion ist um 20Uhr30.

Sie können einfach nicht voneinander lassen. Trotz teilweise langen Trennungsphasen pflegen die Uraltwidersacher aus Mittelfranken und Südhessen ihre hauptsächlich in den 1970er-Jahren begründete Liaison. Dass die beiden Konkurrenten erstmals seit der Epoche 1971 bis 1980 (damals ununterbrochen gemeinsam in Regionalliga, Zweiter Liga und Bundesliga unterwegs) mindestens zwei Runden hintereinander wieder in der gleichen Spielklasse vertreten sind, ist dem „Elton Da Costa – Imitator“ Fabian Schleusener zu verdanken. Sein Relegationsnachspielzeiteinschlag beim Showdown der zurückliegenden Saison verhinderte eine Wiederholung der erst einmal durchlittenen FCN-Degradierung in die Drittklassigkeit.

Die perfekt inszenierten Happyend-Dramen 2014 auf der Alm & 2020 in Ingolstadt verinnerlichen auch, wie sich beim Club und den Lilien die Drahtseiltänze zwischen „Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt“ ähneln. Den internen Rivalitätsursprung findet der Chronist zweifellos auf der Zeitreise zum Muttertag 1973, als die blau-weiße Regionalligameistertruppe des seinerzeitigen Übungsleiters Udo Klug seinen hilflosen fränkischen Gästen sage und schreibe sieben Stück einschenkte. Gone, but not forgotten! Das 7:0 stand im 98er-Historienranking lange allein ganz oben auf dem Highlightzettel und „muss“ diesen Status erst seit Mai 2014 mit dem in Ostwestfalen gefeierten Relegationscoup teilen.

Ein weiterer Einklang kristallisiert die Tatsache, dass SVD und FCN mit einem neuen coachenden Hoffnungsträger in die aktuelle Saison marschierten. Markus Anfang hatte mental etwas länger Zeit, sich auf seine künftige Aufgabe am Bölle vorzubereiten. Dagegen wurde Robert Clauß (zuvor „Co“ von Julian Nagelsmann bei RB Leipzig) erst kurz nach der im Schanzerland glücklich bewältigten Relegation als neuer Trainer beim siebenfachen Deutschen Meister vorgestellt, der 1968 letztmals die Salatschüssel überreicht bekam. Ein Jahr später entstand nach dem ersten Bundesligaabstieg (als amtierender Champion!!) der legendäre Slogan „De Glubb is a Depp“.

Bei der Bilanzsichtung der ersten beiden Ligapartien schnitt Clauß erfolgreicher ab (vier Zähler), während Anfang noch auf den ersten „Dreier“ wartet. Sicherlich eine vermeidbare Momentaufnahme, denn in Sandhausen und zu Hause gegen den Regensburger Jahn wäre deutlich mehr drin gewesen als das eine auf dem Konto verbuchte Pünktchen. Der SV98 stellte im Vergleich zur Gegenseite jeweils die Mannschaft mit dem Chancen- bzw. Ballbesitzplus, doch noch lässt die Effizienz im Torabschluss zu wünschen übrig und deshalb überschattet die erste kleine Zwischenstatistik ein winziger Enttäuschungshauch.

Ungeachtet dessen lebt die Hoffnung, dass diesbezüglich jetzt in Nürnberg der Knoten platzt, auch wenn die von den Ex-Lilien – Heros Christian Mathenia und Hanno Behrens bevölkerte FCN-Defensivabteilung sichtbar an Stabilität hinzu gewonnen hat (erst ein Gegentor in Folge eines umstritten kassierten Handelfmeters). Eine große Portion Mut sollte die letzte blau-weiße Performance am Valznerweiher in die Darmstädter Köpfe transportieren. Schließlich endete am Fastnachtssonntag vor rund acht Monaten die wohl längste „Negativserie“ des Sportvereins von 1898.

Seit der Installierung des späteren Klassikers (Oberliga 50/51) hatten diverse Lilienmannschaften sechzehn Mal vergeblich versucht, beim „Glubb“ zu gewinnen. Im 17. Anlauf war es dann endlich soweit, nachdem Tobi Kempe einen 0:1-Halbzeitrückstand per Foulelfmeter egalisieren konnte und Dario Dumic kurz vor dem Kehraus zum geschichtsträchtigen 2:1 einschweißte. Damit war diese Never Ending – Negativstory endlich ad acta gelegt. Der große blau-weiße Wunsch ist nun natürlich ein Remake, um vor der sich anschließenden Länderspielpause den Druck für die Verbuchung des ersten Saisonsieges vom Kessel zu nehmen.     

 

Alle Partien vom 3. Zweitligaspieltag:

Fr 02.10. 18.30

VfL Bochum – VfL Osnabrück, SV Sandhausen – FC St. Pauli

Sa 03.10. 13.00

Hannover 96 – Eintracht Braunschweig, 1. FC Heidenheim – SC Paderborn, Jahn Regensburg – Karlsruher SC

So 04.10. 13.30

Hamburger SV – Erzgebirge Aue, Holstein Kiel – Fortuna Düsseldorf, Würzburger Kickers – Spvgg Greuther Fürth

Mo 05.10. 20.30

1. FC Nürnberg – SV Darmstadt 98

 

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