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Last Minute – Kopfball von Rapp belohnt die Lilien endlich mit dem ersten Saisonsieg

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Dem SV Darmstadt 98 drohte auch beim dritten Ligasaisonmatch am Montagabend in Nürnberg das kickende Schicksal, „in Schönheit zu sterben“. Doch die Mannschaft steckte nie auf respektive alle Rückschläge weg. Dursun wie Uwe Seeler, Mehlem wie Gerd Müller und Rapp Sekunden vor dem Abpfiff wie Horst Hrubesch erzielten die Buden zum umjubelten 3:2 beim Club, dem ersten Zweitligasieg mit Trainer Markus Anfang. 

1. FC Nürnberg – SV Darmstadt 98  2:3

FCN: Mathenia, Valentini, Mühl, Sörensen, Handwerker, Geis, Nürnberger (75. Behrens), Lohkemper (90. Singh), Dovedan (57. Krauß), Hack, Schleusener (75. Zrelak)

SVD: Schuhen, Bader (46. Herrmann), Mai, Höhn, Holland, Rapp, Honsak (72. Platte), Kempe, Mehlem, Skarke (82. Berko), Dursun (90. + 4 Paik)

Tore: 1:0 Hack 3. 1:1 Dursun 56. 2:1 Lohkemper 61. 2:2 Mehlem 76. 2:3 Rapp 90. + 3

Zuschauer: 6770

Unter dem fränkischen Flutlicht des Max Morlock – Stadions musste Markus Anfang vor seiner dritten Ligamission als 98er-Coach seine Absicherungskette umjustierten. Für Herrmann (Bank) und Palsson (fehlte nach einer Sperre in Sandhausen diesmal wegen isländischen Landerspielverpflichtungen schon zum zweiten Mal in dieser noch jungen Saison) rückten Matthias Bader und Immanuel Höhn (Comeback nach langer Verletzungspause) in die Startelf.

So etwas nennt man wohl kalt erwischt: In der dritten Minute ließen sich die Lilien übertölpeln. Lohkemper durfte auf Rechtsaußenposition ungehindert flanken und Hack verwerte die Vorarbeit per Flugkopfball zur frühen Führung für den „Glubb“. Doch der Rückstand brachte den Sportverein nicht aus dem Konzept. Geduldig zwangen die technisch überlegenen Südhessen dem mittelfränkischen Gastgeber ihr Spiel auf. Das einzige, was wiederum fehlte, waren die Tore. Wie in Sandhausen oder gegen Regensburg verzweifelten die 98er entweder am gegnerischen Keeper (ein gewisser Herr Mathenia, rund um Darmstadt nicht ganz unbekannt) oder am fehlenden Beistand von Fortuna (z.B. bei einem Pfostenschuss von Dursun).

Auch nach dem Seitenwechsel zogen die Lilien geduldig ihre Register und wurden zehn Minuten nach dem Wiederanstoß belohnt. Per Hinterkopf verlängerte Dursun (die Wechselgerüchte um seine Person endeten spätestens heute mit Ablauf des „Deadline-Days“) die Kugel zum längst überfälligen Ausgleich ins Netz. Aber der SV98 kann anscheinend nicht ohne Dämpfer leben. Wenig später sorgte ein Geniestreich von Lohkemper erneut für lange Gesichter, während sich der FCN über seine gnadenlose Effizienz freute.

Nach dem 1:2 benötigten die Lilien eine Weile, um wieder einigermaßen sortiert die Antwort zu präsentieren. Eine Viertelstunde vor dem Kehraus schlängelte sich Marvin Mehlem um seinen Gegenspieler und platzierte seinen Drehabschluss perfekt respektive unhaltbar für Mathenia ins Eck. Der gerechte Mindestlohn war damit ausgezahlt, doch die Lilien hatten noch einen Pfeil im blau-weißen Köcher. Als in der Nachspielzeit der SVD einen Freistoß zugesprochen bekam und Tobi Kempe zur Ausführung antrat, konnte man sich vorsichtig euphorisch schon die Hände reiben.

Und auch „Fortuna“ zeigte endlich ein Einsehen, denn Nicolai Rapp schädelte die herrlich getimte Vorlage seines Teamkollegen in die Maschen. Damit war nach zwei vergeblichen Anläufen endlich Rundendreier Nummer Eins unter Dach und Fach und der zweite Sieg innerhalb von acht Monaten beim einstigen Auswärtsangstgegner eingetütet. Wer hätte beim Blick auf die Historie gedacht, dass sich Dienstreisen an den Valznerweiher anno 2020 so produktiv gestalten würden?

Dank diesen Big Points kletterte der SV98 auf die zehnte Tabellenstelle und kann mit einem Hosianna-Gefühl in die zweiwöchige Länderspielpause flanieren. Die nächste Aufgabe sieht erneut eine Auswärtshürde vor: Am 18. Oktober in Osnabrück. An der Bremer Brücke gibt es hinsichtlich der Vorsaison mit dem niedersächsischen Hausherren noch ein Hühnchen zu rupfen…

Letzte Änderung amDienstag, 06 Oktober 2020 00:12
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