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2. Bundesliga

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Geisterspiel gegen den „Lieblingsgegner“

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Die Länderspielpause und die Corona bedingte Verlegung des Spiels in Osnabrück sorgten dafür, dass der SV Darmstadt 98 nicht nur drei Wochen dem Zweitligaalltag entsagen musste, sondern jetzt drei Partien binnen acht Tagen vor der Brust hat. Den Auftakt dieses kurzfristigen Marathonprogramms bildet am Samstagmittag das Duell gegen den am Bölle gerne bewirteten FC St. Pauli (Anstoß 13Uhr).

Nach der Heimaufgabe gegen die Kiezkicker holen die Lilien am nächsten Mittwoch (28.10.) die eigentlich am zurückliegenden Match-Day geplante Begegnung an der Bremer Brücke nach und runden am 1. November im Wildpark die englische Woche beim KSC ab. Doch zunächst einmal gilt die volle Konzentration dem aus dem Hamburger Vergnügungsviertel anreisenden „Lieblingskontrahenten“, gegen den es gleich zwei Positivserien zu verteidigen gilt.

Fakt A: Der Sportverein hat noch nie ein Heimspiel gegen den FC St. Pauli verloren (sieben Siege, zwei Unentschieden). Als das Team vom Millerntor letztmals ein Remis am Bölle ergatterte, erzielte noch ein gewisser Stefan Simon das Führungstor für die Lilien, ehe Ari Hjelm ausgleichen konnte (1:1 im Dezember 1992). Die danach ausgetragenen Vergleiche an der Nieder-Ramstädter Straße sahen nur einen Triumphator, und der trug stets ein blau-weiße Trikot.

Fakt B: In den letzten neun Vergleichen zwischen den beiden Traditionsklubs siegte der SV98 satte acht Mal. In dieses Zeitfenster fällt u.a. der 24. Mai 2014 – ein dick im Darmstädter Almanach unterstrichenes Datum, das Legendenstatus genießt. Kempes „Golden Goal“ im Format eines direkt versenkten Freistoßes verwandelte das Bölle in ein Tollhaus. Zwanzig Minuten später war inklusive des Oberligaaufstiegs 1950 die vierte Beförderung in eine höchste deutsche Spielklasse perfekt.

Auch in der vergangenen Saison ließen die Lilien nichts anbrennen. Dem 1:0 am Millerntor folgte in der Rückrunde der bislang höchste „Dreier“ gegen den einstigen „Weltpokalsiegerbesieger“. Das 4:0 blieb jedoch nicht alleine wegen dem deutlichen Resultat in der Erinnerung haften, sondern auch aufgrund eines negativen Szenarios. Es war kurz nach Ende der Corona-Unterbrechung das allererste „Geisterspiel“, welches das altehrwürdige Bölle erlebte.

Auch am Samstag werden die Ränge wegen dem rasanten Comeback der Pandemie-Vorsichtsmaßnahmen leider wieder verwaist sein. Die aktuell drastisch in die Höhe schnellenden Infektionszahlen gestatten weder in der Stadt Darmstadt noch im Landkreis Darmstadt-Dieburg einen Stadion- bzw. Sportplatzbesuch. Solange ein ähnlich erfreuliches Resultat wie in der zurückliegenden Spielzeit dabei heraus springt, könnte man die traurigen Begleitumstände sicherlich weitaus besser verschmerzen…

Nach der längeren Pause seit dem letzten Zweitligaeinsatz dürfte die in Nürnberg entstandene Euphoriewelle abgeebbt sein. Ungeachtet dessen ist es selbstredend das Ziel, an die überzeugende Performance des am Valznerweiher eingetüteten ersten Saisonsiegs anzuknüpfen, um jetzt auch im heimischen Wohnzimmer den Debütdreier der laufenden Runde zu feiern.

Natürlich wird der FC St. Pauli mit seinem neuen Cheftrainer Timo Schultz (zuvor für die U19 des Kiezvereins verantwortlich) alles in die Waagschale werfen, um seine negativen Altlasten am Bölle zu stornieren. Doch das ist den Schützlingen von Coach Markus Anfang bewusst. Das 98er-Team strebt auch ohne die vermisste Fanunterstützung nach einer perfekten Ouvertüre für die bevorstehende englische Woche.

Alle Partien vom fünften Zweitligaspieltag:

Fr 23.10. 20.30

Jahn Regensburg – Eintracht Braunschweig, 1. FC Nürnberg – Karlsruher SC

Sa 24.10. 13.00

SV Darmstadt 98 – FC St. Pauli, Hamburger SV – Würzburger Kickers, Hannover 96 – Fortuna Düsseldorf, Holstein Kiel – Spvgg Greuther Fürth

So 25.10. 13.30

VfL Bochum – Erzgebirge Aue, 1. FC Heidenheim – VfL Osnabrück, SV Sandhausen – SC Paderborn 07

 

Letzte Änderung amDonnerstag, 22 Oktober 2020 15:34
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